Templeton Growth (Euro) Fund: Globale Value-Aktien in 2018 - Ansichten zu Schnäppchen und Risiken - Fondsanalyse


06.12.17 10:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Bedingungen an den globalen Finanzmärkten bleiben mit Blick auf 2018 nach wie vor weitgehend günstig, so Norman J. Boersma, Heather Arnold sowie Tony Docal, die Manager des Templeton Growth (Euro) Fund (ISIN LU0114760746 / WKN 941034) von Franklin Templeton.

In vielen Ländern sei die Geldpolitik noch locker, die Fiskalpolitik wirke unterstützend, die Arbeitslosigkeit sinke und das Wirtschaftswachstum verlaufe positiv und weltweit synchron. Hinzu komme, dass die Inflation allgemein gedämpft sei, die Unternehmensgewinne robust und die Preise für Vermögenswerte stabil ausfallen würden. Nach Erfahrung der Experten von Franklin Templeton lässt sich Newtons erstes Bewegungsgesetz auch auf die Finanzmärkte anwenden. Die Hausse am globalen Aktienmarkt scheine in Bewegung zu bleiben, bis auf sie eine entgegengesetzte Kraft einwirke. Daher dürfte nach Auffassung der Experten das aktuelle "Goldlöckchen"-Umfeld 2018 unverändert Rückenwind für Aktien bieten, sofern kein externer Schock eintrete.

Welche Ereignisse könnten dieses rosige Szenario stören? Ein unerwarteter Inflationsschub, eine Finanzkrise in China, ein Konflikt mit Nordkorea, ein erneutes Aufflammen des Populismus/Extremismus in Europa oder ein politischer Fehler in dem entstehenden geldpolitischen Straffungszyklus seien einige der Möglichkeiten. Wir können die Zukunft zwar weder genau bestimmen noch vorhersagen, doch können wir Indikatoren im Auge behalten, die Hinweise auf einen möglichen Wendepunkt liefern könnten, so die Experten von Franklin Templeton. In dieser Hinsicht seien die kurzfristigen taktischen Indikatoren Ende 2017 weiterhin relativ gedämpft ausgefallen, und weder bei den Verbraucherkrediten noch bei den Unternehmensinvestitionen oder der Lohninflation lasse sich unangebrachte Überschwänglichkeit erkennen.

Die Preise für Vermögenswerte seien insgesamt gestiegen. Allerdings würden die Höchststände der vergangenen 200 Jahre bei Anleihen- und Aktienbewertungen der Industrieländer (Stand: Juli 2017, laut zumindest einer Analyse) zugegebenermaßen mit den Tiefstständen der vergangenen 200 Jahre bei Zinsen in Einklang stehen. Angesichts eines allgemein niedrigen Inflationsdrucks verfügen die Zentralbanken nach Ansicht der Experten von Franklin Templeton über ausreichend Flexibilität, um auf die Entwicklung der Finanzbedingungen einzugehen und allmählich damit zu beginnen, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Insgesamt jedoch scheine die Stimmlage und der Tenor der heutigen globalen Finanzlandschaft eher einer moderaten Reflation als hemmungsloser Euphorie zu entsprechen.

Allerdings würden Wendepunkte im Zyklus eher unvorhersehbar und unerwartet eintreten. Und hierbei handle es sich nicht um irgendeinen Zyklus. Die zur Erholung von der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009 erforderlichen massiven Konjunkturpakete der Zentralbanken hätten extreme Bedingungen geschaffen, welche nach Auffassung der Experten das systemische Risiko erhöhen würden. So hätten sich die Bilanzen der Zentralbanken auf ein beispielloses Ausmaß aufgebläht und würden eine alles andere als organische Liquiditätsabsicherung bieten. Falle diese weg, so könnte sich dies negativ auf die Preise von Anlagen auswirken.

Die weltweite staatliche Verschuldung und die öffentlichen Haushaltsdefizite seien ungewöhnlich hoch. Das schaffe Bedingungen, die typischerweise mit Krisen- und Konfliktphasen einhergehen würden. Heute würden sie jedoch eine alltägliche Realität darstellen, welche unter anderem das Risiko eines unerwarteten Inflationsschubs erhöhe. Der Aufstieg von Populismus und Nationalismus schließlich scheine momentan zwar etwas abzuebben, er habe jedoch die geopolitischen Spannungen erhöht und drohe, den freien Fluss von Handel und Arbeit, der zur Globalisierung und zu Wohlstand beitrage, zu unterbrechen.

Trotz zunehmender langfristiger Risiken, die darauf zurückzuführen seien, dass sich die Hausse am globalen Aktienmarkt ihrem Ende nähert, ergeben sich nach Auffassung der Experten von Franklin Templeton weiterhin Bottom-up-Chancen. In diesem Sinne befinde sich Europa in einer früheren Phase seines Zyklus als die USA und habe von der allgemeinen Erholung der Unternehmensgewinne, der steigenden Beschäftigung und der Belebung der Konsum- und Investitionsausgaben profitiert. Die jüngsten Wahlergebnisse hätten proeuropäische und wachstumsorientierte Reformen begünstigt, wohingegen die Wirren in Verbindung mit den separatistischen Bewegungen in Spanien und Großbritannien von politischen Spaltungen an anderer Stelle abhalten könnten.

Vor diesem Hintergrund blieben laut Analyse der Experten von Franklin Templeton europäische Aktien im Verhältnis zur übrigen Welt Ende 2017 äußerst billig. Es seien auch Chancen in Asien entstanden, wobei Japan den längsten anhaltenden Wachstumsschub seit der globalen Finanzkrise verzeichnet habe. Südkoreanische Unternehmen hätten erfreuliche Schritte hin zu einer besseren Unternehmensführung und Dividendenpolitik vollzogen. In China sei das Wachstum solide ausgefallen, die Währungsreserven seien erneut angehoben worden und nach der Stärkung der Machtposition von Präsident Xi Jinping auf dem jüngst stattgefundenen 19. Nationalen Volkskongress scheine Stabilität die Oberhand zu haben.

Aus Sektorperspektive schätzen die Experten von Franklin Templeton nach wie vor Gesundheitstitel, bei denen sie davon ausgehen, dass aufsichtsrechtliche Befürchtungen und Wettbewerbssorgen die Anleger veranlasst haben, die langfristige Ertragskraft von disziplinierten, innovativen und wichtigen Arzneimittelherstellern aus den Augen zu verlieren. Ausgewählte Energieaktien würden sich nach ihrer Auffassung unterhalb der Marke von 50 US-Dollar pro Barrel Öl lohnen und seien nach wie vor relativ attraktiv für die Experten angesichts eines wahrscheinlich - wenn auch innerhalb einer festen Spanne - stabileren Preisumfelds. Hingegen hätten die Experten allgemein ihr Engagement in einigen Finanzwerten reduziert, obgleich sie davon ausgehen würden, dass die Bankbewertungen mit Stand vom Oktober 2017 weiterhin anspruchslos ausgefallen seien und dass die umstrukturierte und rekapitalisierte Branche von steigenden Zinsen und einer sich erholenden Kreditnachfrage profitieren sollte. Nach Ansicht der Experten bestünden auch in einer Reihe anderer Sektoren vereinzelt Chancen, darunter Telekommunikationsdienste, Informationstechnologie, der Konsumsektor und Industriewerte.

Weiterhin ermitteln wir ausgewählte Anlagen, die wir als attraktive und günstige Gelegenheiten mit asymmetrischen Risiko-Ertrags-Aussichten in Betracht ziehen, auch wenn es Anzeichen für eine Überbewertung in bestimmten Regionen und bei bestimmten Vermögenswerten gibt, so die Experten von Franklin Templeton. Ihres Erachtens könnte sich eine erneute Fokussierung auf Value, die infolge eines sich abzeichnenden Aufschwungs 2016 abgeebbt sei, 2018 auszahlen, da die politischen Entscheidungsträger mit einer neuen Welle reflationärer Konjunkturmaßnahmen und Haushaltsreformen voranschreiten würden. Rückenwind dank eines größeren Wachstums und steigender Inflation würde ihrer Ansicht nach zyklisch niedrig bewertete Substanzaktien durch zunehmende Preismacht und Schaffung eines robusteren Nachfrageumfelds unterstützen. Die Experten würden glauben, dass insbesondere aktives Management eine wichtige Rolle in dieser Phase des Zyklus spiele.

Nach Erachten der Experten werde im Zuge des weiteren Voranschreitens und der letztlichen Umkehr des Zyklus die Fähigkeit, langfristige Wirtschafts- und Produktzyklustrends zu erkennen und Aktien zu identifizieren, die immer noch zu einem Abschlag auf ihren intrinsischen Wert gehandelt würden, für eine potenziell langfristige Maximierung der absoluten Gesamtrendite von zentraler Bedeutung sein. (Ausgabe Dezember 2017) (06.12.2017/fc/a/f)






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