T. Rowe Price Frontier Markets Equity Fund: Der nigerianische Adler beginnt wieder zu fliegen - Fondsanalyse


04.04.18 09:30
T. Rowe Price

Baltimore (www.fondscheck.de) - Nach einer Reihe positiver Entwicklungen im vergangenen Jahr ist Nigeria wieder zurück auf der Investment-Landkarte. Diese Einschätzung sollte Oliver Bell, Portfoliomanager des Frontier Markets Equity Fund (ISIN LU1079763535 / WKN A1166X) von T. Rowe Price, zufolge auch für 2018 Bestand haben.

Der Experte für Emerging Markets habe Nigeria Anfang des Jahres im Rahmen einer Research-Reise besucht und sei insbesondere vor dem Hintergrund eines nun besser funktionierenden Wechselkursystems und steigender Ölpreise optimistisch.

In jüngster Zeit habe sich der Umtauschkurs des NAFEX (Nigerian Autonomous Foreign Exchange Fixing) als recht gut funktionierender Markt erwiesen, der dazu geführt habe, den Schwarzmarkt-Kurs verschwinden zu lassen. "Obwohl wir lieber einen frei schwankenden Wechselkurs sehen würden, hatten wir genug Vertrauen, unsere nigerianischen Positionen seit Mitte letzten Jahres wieder aufzustocken", sage Oliver Bell. "Unsere Frontier-Markets-Equity-Strategie haben wir zuletzt zugunsten einer übergewichteten Position Nigerias verändert", so der Experte weiter.

Steigende Ölpreise hätten die wirtschaftliche Erholung des Landes angetrieben. Zugleich sehe das Portfoliomanagement eine Verbesserung der Verbraucherdaten. Dangote Cement - ein verkappter Konsumwert, da das Unternehmen Zement in Säcken verkaufe - habe im letzten Quartal 2017 den ersten Anstieg der verkauften Mengen seit zwei Jahren vermeldet. "Durch unsere Research-Reise, die Lagos und Abuja einschloss, haben wir die positiven Signale mit eigenen Augen gesehen. Dies stärkt unsere Zuversicht, dass sich Nigeria in diesem Jahr erholt", unterstreiche Bell.

Eine wichtige Rolle für die zyklische Erholung würden laut dem Experten die nigerianischen Banken spielen. So hätten sich Solvenz und Liquidität der Branche verbessert. Die Banken hätten ihre Bilanzen eher auf den Marktwechselkurs als auf den offiziellen Wechselkurs umgestellt. Dadurch habe sich das Risiko der Zahlungsunfähigkeit im Sektor deutlich verringert. "Die Bewertungen der Aktien von Banken im Jahre 2017 implizierten, dass die meisten Institute vor der Pleite stehen könnten. Durch die jüngste Aufwärtsbewegung ist das Vertrauen des Marktes gewachsen, dass die Branche vom Stress-Szenario ins Basis-Szenario zurückkehren kann", sage Oliver Bell.

"Unsere wichtigste Position in dem Sektor ist die Guaranty Trust Bank, die wir als hochwertige Bank am Markt einschätzen. Sie ist anderen hinsichtlich der Erkennung notleidender Kredite (NPLs) und der Bereitstellung von Krediten weit voraus", erläutere Bell. Außerdem habe man die First Bank of Nigeria (FBN) im letzten Quartal 2017 ins Portfolio aufgenommen. "Unser Treffen mit der FBN war sehr fruchtbar", füge Bell hinzu. Vor dem Ölcrash 2014 sei die FBN noch ein Aushängeschild für unseriöse Kreditvergabe gewesen. "Wir haben den Titel damals zudem vermieden, da er insbesondere während der Währungsanpassung mehrfach einbrach. Nachdem die Bank 25 Prozent ihres Kreditbuchs abgeschrieben und das Management ausgewechselt hatte, entschieden wir uns, unsere modellierten Erwartungen zu verbessern", berichte Oliver Bell.

Das Anlageziel des T. Rowe Price Frontier Markets Equity Fund sei langfristiges Kapitalwachstum durch Anlagen in ein diversifiziertes Portfolio mit erstklassigen Unternehmen aus dem gesamten Anlageuniversum der Frontier-Märkte. Der Fonds strebe nach der Identifikation langfristiger Marktführer in Ländern, die an der Schwelle zu einer rasanten Entwicklung stünden. Der Fonds werde von Morningstar mit vier Sternen bewertet (Quelle: Morningstar). (04.04.2018/fc/a/f)





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