Swisscanto Bond-Fonds: Carry-ähnliche Renditen bis Jahresende zu erwarten - Fondsanalyse


05.11.19 13:00
Swisscanto Invest

Zürich (www.fondscheck.de) - Roland Hausheer, Experte für Hochzinsanleihen bei Swisscanto Invest und mitverantwortlich für den Swisscanto (LU) Bond Fund Secured High Yield AAH EUR und Swisscanto (LU) Bond Fund Short Term Global High Yield AAH EUR, beleuchtet die aktuellen Entwicklungen des High Yield-Markts und gibt einen Ausblick.

Anleiheninvestoren könnten mit den bisher erzielten Erträgen im Jahr 2019 zufrieden sein. Im Segment der High Yield-Bonds würden sich die Zuwächse, je nach Strategie und Währung, bis Ende Oktober im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich belaufen. "Trotz einer Reihe von makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten dürften diverse Faktoren weiterhin für starken Rückenwind am Anleihenmarkt sorgen, was die Auswirkungen mildern und die Credit Spreads bis zum Jahresende stützen sollte. Insbesondere die tiefen Renditen, die geringe Inflation und die lockere Geldpolitik der Zentralbanken rund um die Welt dürften die Nachfrage nach Anleihen seitens institutioneller und privater Investoren im Inland weiterhin beleben", so Roland Hausheer, Experte für Hochzinsanleihen bei Swisscanto Invest.

Dennoch sollten Anleiheninvestoren das Gleichgewicht zwischen einer US-Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten - mit sich verschlechternden Bedingungen in weiten Teilen der Weltwirtschaft - gut im Auge behalten. Auf internationaler Ebene habe das Zusammentreffen von politischen Disruptionen und sich verlagernden Kapitalflüssen im Zuge der abflauenden Handelstätigkeit akutere und weitreichendere Folgen für das Wachstum gehabt. "Während wir die Schwäche in vielen der größten Volkswirtschaften der Welt, insbesondere in Europa und China, nicht kleinreden würden, lassen divergierende Wachstumspfade die USA als den besseren Ort auf der globalen Bühne erscheinen", sage Hausheer.

Im Euroraum feiere das Quantitative Easing ein Comeback, begleitet von der Wiederaufnahme des Programms zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP) der EZB. "Wir gehen davon aus, dass die EZB ab November monatlich in Euro denominierte Unternehmensanleihen im Umfang von drei bis vier Milliarden Euro ankaufen wird. In einem Markt, in dem die Nachfragebedingungen bereits sehr günstig sind, betrachten wir das neue Anleihenkaufprogramm als eine positive Nachricht für die Spreads bei Unternehmensanleihen im Euroraum. Aus diesem Grund erwarten wir bis zum Jahresende Carry-ähnliche Renditen, mit High Yield-Spreads, die sich weiterhin innerhalb der Bandbreiten bewegen dürften und von den positiven technischen Rahmenbedingungen gestützt werden, wobei das Kurspotenzial jedoch durch den zusehends schwächeren makroökonomischen Ausblick etwas verringert wird", meine Hausheer.

Bei den Neuemissionen im High Yield-Segment sei dieses Jahr eine Erholung zu beobachten gewesen. Insbesondere opportunistische Refinanzierungen seien im Trend, da die Emittenten längerfristig von tieferen Zinskosten zu profitieren versuchen würden. Auch die Emissionstätigkeit im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen habe angezogen.

Ein weiterer wichtiger Parameter im Markt der Hochzinsanleihen sei die Zahl der Konkurse. Diese liege bereits jetzt auf dem Niveau von Ende 2018 und dürfte es schon bald überschreiten. Die leicht gestiegenen Ausfallraten seien indessen ein Faktor, den es im Auge zu behalten gelte, auch wenn die bisherigen Ausfälle auf einzelne Sektoren beschränkt gewesen seien und die Ausfallratenweiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 3,5 Prozent lägen. Die nominalgewichtete US-amerikanische High Yield-Ausfallrate betrage 2,55 Prozent. Am stärksten betroffen gewesen sei in den vergangenen zwölf Monaten der Energiesektor, während der Einfluss von Ausfällen im Consumer-Bereich und im Einzelhandel zurückgegangen sei.

Abschließend sage Hausheer: "Dem breiten Trend zur Deglobalisierung blicken wir mit Besorgnis entgegen, zumal der globale Handel die Achillesferse Europas darstellt. So dürften die Unsicherheit in Bezug auf die globale Handelspolitik nach unserer Einschätzung weiterhin hoch bleiben. Beim kurzfristigen Ausblick für Unternehmensanleihen bis zum Jahresende bleiben wir indes zuversichtlich, wobei wir Unternehmensanleihen aus dem Euroraum aufgrund günstiger technischer Daten bevorzugen." (05.11.2019/fc/a/f)





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