Strategie H&H-Fonds: Geduld, Disziplin und Flexibilität führen zum Ziel - Fondsanalyse


07.06.18 08:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Rekorddividenden, Zinsentwicklungen der Notenbanken und die Androhung von Handelszöllen seitens der USA sind Themen, welche die Medien in den letzten Wochen beschäftigten, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Doch wie sehe die Wirtschafts- und Kapitalmarktlage in den nächsten zwei Jahren aus? Christian Böhm, Fondsmanager des Fonds Strategie H und H (ISIN DE000A0M6MU0 / WKN A0M6MU), gebe im Interview mit "ChampionsNews" hierzu eine Prognose. Zudem erzähle der Fondsmanager, wie er bei seiner Fondsstrategie taktisch vorgehe, um die Bedürfnisse zu stillen.

"ChampionsNews": Herr Böhm, der Fonds Strategie H und H verfolgt einen aktiven Managementansatz und erwirbt und veräußert die zugelassenen Vermögensgegenstände nach Einschätzung der Wirtschafts- und Kapitalmarktlage sowie den Börsenaussichten. Wie schätzen Sie die nächsten zwei Jahre ein?

Böhm: Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine erhöhte Volatilität, da sich Investoren durch den Rückzug der Zentralbanken von der endlosen Liquiditätsschwemme umstellen müssen. Weg vom sorglosen passiven Investieren, hin zum differenzierten, aktiven Investmentansatz. Die Wirtschaftsdaten sind weiterhin positiv, allerdings bleibt auch in den kommenden Monaten die Geldpolitik der ruhigen Hand für die Stabilität der Finanzmärkte enorm wichtig. Insbesondere die Androhung von Handelszöllen seitens der US-Regierung hat Anleger und Volkswirte gleichermaßen verunsichert. Dies zeigte sich bereits bei einigen Frühindikatoren. Sollten die angekündigten Zölle den globalen Handel ins Stocken bringen, hätte dies aller Voraussicht nach eine Verlangsamung des Welthandels und auf Sicht auch geringere Unternehmensgewinne zur Folge.

Durch die Rückgänge im ersten Quartal haben sich Überbewertungen bereits teilweise abgebaut. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse zeigen meist eine faire Bewertung an. In Deutschland werden in den nächsten Monaten wieder Rekorddividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies sollte insbesondere die europäischen Aktienmärkte unterstützen. Dazu kommt, dass die Dividenden in Europa deutlich über den Anleihekupons der Staatsanleihen und auch Unternehmensanleihen liegen. Amerikanische Aktien sind diesbezüglich unattraktiver. Die Dividendenrendite liegt mit zwei Prozent unter der Verzinsung amerikanischer Staatsanleihen. Wir bevorzugen daher europäische Aktien gegenüber amerikanischen Dividendentiteln. Auch die mittlerweile sehr hohe Bewertung von Technologietiteln, die in den amerikanischen Indizes hoch gewichtet sind, lässt uns hier vorsichtig agieren.

"ChampionsNews": Wie werden sich die Zinsen Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln und welche Anleihen favorisieren Sie?

Böhm: Wir erwarten weitere Zinsanhebungen der US-amerikanischen Federal Reserve (FED). Diese werden aus unserer Sicht jedoch sehr besonnen vorgenommen und sehr transparent kommuniziert. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihr Anleihekaufprogramm bis zum Jahresende weiter zurückfahren. Unserer Ansicht nach wird es jedoch vor 2019 keine Zinserhöhungen geben. Daher sehen wir weiterhin nur selektiv Investitionsmöglichkeiten in diesem Segment. Wir favorisieren europäische Unternehmensanleihen, Nachrang- und Hybridanleihen sowie Schwellenländeranleihen. Als Beimischung bieten sich Katastrophenbonds oder Wandelanleihen an.

"ChampionsNews": Die Fondsstrategie legt sich nicht auf bestimmte Anlageklassen, Regionen oder Investmentanteile fest. Welche Anlagegrundsätze unterliegen dem Fonds?

Böhm: Im vermögensverwaltenden Mischfonds Strategie H&H arbeiten wir im taktischen Bereich mit Futures- und Optionsgeschäften, um die Investitionsquoten fein zu steuern oder Risiken abzusichern. Je nach Marktmeinung kann eine solche Strategie zum Beispiel im Aktienbereich über den Aufbau eines kostengünstigen Index-ETF für die Long-Seite in Kombination mit einer Put-Option zur Absicherung dargestellt werden. In Seitwärtsmärkten kann über die Investition in Bonus- oder Discountzertifikaten profitiert werden.

"ChampionsNews": Sie haben eben gesagt, dass Sie Risiken durch Futures- und Optionsgeschäfte absichern. Die Risikostreuung wird immer relevanter bei Anlageentscheidungen. Wie sichern Sie Risiken noch ab?

Böhm: Genau, die Risikosteuerung wird immer wichtiger, denn Anleger sollten nicht davon ausgehen, dass Kursbewegungen nur eine Richtung kennen. Ein entscheidender Baustein hierfür ist und bleibt die Allokation, also die Aufteilung des Vermögens zwischen Aktien, Renten, Währungen und Rohstoffen sowie auch Kasse-Positionen. Um Stabilität in das Portfolio zu bringen, diversifizieren wir in möglichst unkorreliert zueinander verlaufende Strategien in jeder Anlageklasse. Geduld, Disziplin und Flexibilität sind unserer Meinung nach die wesentlichen Erfolgsfaktoren in den kommenden Monaten.

"ChampionsNews": Zu den Zielen des Fonds gehören eine wert- sowie ausschüttungsorientierte Strategie. Welche Anleger gehören zu Ihrer Zielgruppe, und wie stillen Sie genau deren Bedürfnisse?

Böhm: Zielgruppe sind Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Das Ziel des Fonds ist es, mit einer ausgewogenen Struktur und einer geringen Volatilität das Vermögen real zu erhalten und regelmäßig an die Anteilseigner eine Ausschüttung zu zahlen. Der Fokus des Fonds liegt somit auf der Erzielung ordentlicher Erträge wie Zinsen, Dividenden, Fonds- oder Optionsprämienerträge. Diese werden seit 2015 ausbezahlt. Bezogen auf den Fondspreis lag die Ausschüttungsquote in den letzten beiden Jahren bei circa 3,5 Prozent. Zur Zielgruppe gehören neben Privatkunden auch institutionelle Anleger wie Stiftungen.

"ChampionsNews": Erzählen Sie uns gerne mehr über die Betreuung von Stiftungen.

Böhm: Wir betreuen seit mehr als zehn Jahren gemeinnützige Anleger und Stiftungen. Derzeit beraten wir circa 30 gemeinnützige Stiftungen. Zum Teil wurden diese aus unserem Mandantenkreis gegründet. Einige Mitarbeiter unseres Hauses sind in den Gremien der Stiftungen ehrenamtlich aktiv. Im vergangenen Jahr konnten wir für gemeinnützige Anleger ausschüttungsfähige Erträge von durchschnittlich 3,5 Prozent erzielen. In diesem Jahr erfolgte die Gründung der "H&H Stiftungstreuhand", in der wir Lösungen für Treuhandstiftungen anbieten. (Ausgabe 2/2018) (07.06.2018/fc/a/f)






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