Steubing German Mittelstand Fund I: 09/2017-Bericht, wieder eine Hiobsbotschaft für Anleihegläubiger - Fondsanalyse


11.10.17 09:56
Wolfgang Steubing AG

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Der Steubing German Mittelstand Fund I (SGMF) (ISIN LU0934080986 / WKN A1WY59, ausschüttend; ISIN LU0934081281 / WKN A1WY6A, thesaurierend) investiert in Mittelstandsanleihen aus dem deutschsprachigen Raum, so das Team um Ralf Meinerzag bei der Wolfgang Steubing AG.

Entsprechend fokussiere sich der Fonds auf Anleihen in Euro. Somit seien Währungsrisiken ausgeschlossen. Der SGMF biete seinen Investoren die Möglichkeit in das Segment der Mittelstandsanleihen diversifiziert und liquide zu investieren. Der aktiv gemanagte UCITS IV-Fonds wolle in einen Einzeltitel nicht mehr als 5% des Emissionsvolumens und nicht mehr als 5% des Fondsvolumens investieren. Zudem werde stets ein Cashbestand von ca. 10% vorgehalten, Derivate würden nicht eingesetzt. Der SGMF I habe sich zum Ziel gesetzt, eine Rendite zu erwirtschaften, die über der Entwicklung des Referenzindex MIBOX liege.

Was habe den Markt für Mittelstandsanleihen im letzten Monat bewegt? Mitte letzter Woche habe es für Anleihegläubiger mal wieder eine Hiobsbotschaft gegeben. Wenn es auch nur um einen vergleichbar kleinen Bond - 13 Mio. Euro - gehe, sei es doch mal wieder ein Steinwurf in das sich gerade beruhigende Wasser. Der Mutterkonzern von Sympatex, Smart Solutions, habe mitgeteilt, dass die Anleihegläubiger auf mindestens 90% ihrer Gelder verzichten müssten. Dem Konzept zufolge solle ein nicht näher genannter Investor Sympatex übernehmen. Der Kaufpreis für die Geschäftsanteile liege bei 1 Euro. Zusätzlich verpflichte sich der Käufer, 1,3 Millionen Euro an die Bondholder auszuzahlen. Um Zugriff auf diesen Betrag zu erhalten, müssten die Bondholder vorab auf 90 Prozent ihres eingesetzten Kapitals sowie die Auszahlung des seit Dezember 2016 laufenden Zinskupons verzichten. Dann würde der Mini-Bond vorzeitig zurückgezahlt werden.

Einen nächsten Show-Down habe es auch im September bei SANHA gegeben. SANHA habe die Gläubiger seiner 37,5-Millionen-Anleihe zu Zugeständnissen bewegen wollen. Der Sanitärhersteller habe die Mittelstandsanleihe um fünf Jahre verlängern wollen, ursprünglich hätten die Mini-Bond-Holder ihr Geld im Juni 2018 wiederbekommen sollen. Außerdem hätten sie einen gesunkenen Zinssatz von 5,5 Prozent hinnehmen sollen, bisher habe er bei 7,75 Prozent gelegen.

Nun sei plötzlich Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Der Beschlussvorschlag sei den Wünschen von OSA angepasst worden. Wahrscheinlich weil ansonsten auch die 2. Anleihegläubigerversammlung am Quorum gescheitert wäre. So seien knapp 30% der Anleihegläubiger vertreten gewesen und hätten dem neuen veränderten Beschlussvorschlag zugestimmt. Konkret heiße das, der Anleihekupon werde in den ersten fünf Jahren der Verlängerung staffelweise reduziert, beginnend mit 8,5% im ersten Jahr, 7,25% im zweiten, jeweils 6,5% im dritten und vierten Jahr sowie 6,25% im letzten Jahr der verlängerten Laufzeit. Dies entspreche einem durchschnittlichen Zinssatz von 7% p.a. über die Laufzeit.

Durch die Verpfändung von Warenlagern an den Standorten Essen und Schmiedefeld biete SANHA ihren Anleihegläubigern außerdem zusätzliche Sicherheiten zu den im bisherigen Konzept vorgeschlagenen Immobiliensicherheiten an. Darüber hinaus seien Financial Covenants in die Anleihebedingungen aufgenommen worden: Für den Fall, dass diese nicht erfüllt würden, erhöhe sich der Zinssatz, bis die Covenants wieder erreicht seien.

Aber im letzten Monat habe es durchaus auch wieder positive Meldungen aus dem Markt gegeben. Der österreichische Immobilienentwickler UBM Development GmbH wolle eine neue Anleihe mit einer fünfjährigen Laufzeit bei einem Kupon von 3,25% emittieren. Beim Emissionsvolumen würden bis zu 100 Mio. EUR angepeilt, mit der Möglichkeit der Aufstockung auf bis zu 120 Mio. EUR. Im Wege der Neuemission würden die Österreicher vorweg beabsichtigen, den Inhabern ihrer im Sommer 2014 ausgereichten 4,875%-Erstanleihe 2014/19 über nominal 200 Mio. EUR ein freiwilliges Umtauschangebot zu unterbreiten.

Auch das deutsche Immobilienunternehmen Euroboden GmbH werde eine neue Anleihe über 25 Mio. Euro emittieren. Damit verbunden sei ein Umtauschangebot für die Anleihe 2013/18 (noch ca. 8 Mio. Euro), die mit einem Kupon von 7,375% verzinst sei. Der neue Kupon liege bei 6%.

Das Fondsvolumen liege bei der ausschüttenden Klasse bei 4,31 Mio. Euro, welches in aktuell 23 Anleihen investiert sei, und bei 0,06 Mio. Euro bei der thesaurierenden Klasse, welches ebenfalls in aktuell 23 Anleihen investiert sei. (Stand vom 30.09.2017) (11.10.2017/fc/a/f)





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