StarCapital Winbonds plus: Der Gewinn liegt im Einkauf! Fondsanalyse


20.03.20 16:00
StarCapital

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die bereits verkündeten massiven fiskal- und geldpolitischen Stützungsmaßnahmen wirken erst mit einer gewissen Verzögerung, so Dr. Manfred Schlumberger, Portfoliomanager bei StarCapital im Kommentar zum StarCapital Winbonds plus.

Im zweiten Quartal werde es einen brutalen wirtschaftlichen Einbruch geben, vergleichbar mit dem ersten Quartal 2009, dem Höhepunkt der Finanzkrise. Auch im dritten Quartal dürfte das Bruttosozialprodukt zwischen 3 bis 5% Prozent zurückgehen. Allerdings: Ziehe man den Verlauf in China und Singapur heran, werde die Wirtschaft insbesondere im vierten Quartal wieder einigermaßen normal laufen und es werde im kommenden Jahr eine mächtige Aufholbewegung geben.

Jetzt die Saat ausbringen

Ein Vergleich der Rezessionen in den vergangenen 50 Jahren zeige, dass die Gewinne je Aktie in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 um 72% eingebrochen seien, während der Markt 50% verloren habe. 2002/2003 habe das Minus bei 26 bzw. 60% gelegen. Mit einem Minus von bisher 35% beim DAX nähern wir uns - in Rekordzeit - dem Mittelwert der letzten Rezessionen, so die Experten von StarCapital. Was an Gewinnwarnungen und Rückgängen folgen werde, habe der Markt bereits weitgehend eingepreist. Der Buchwert bzw. das bilanzielle Eigenkapital der 30 DAX-Unternehmen liege knapp unter 8000 Punkten. Auf diesem Niveau zu verkaufen sei, wenn überhaupt, voraussichtlich nur sehr kurzfristig richtig. Die gute Nachricht für Anleger vor diesem Hintergrund: Im jetzigen Umfeld könne man die Grundlage für eine starke Wertentwicklung für die nächsten Jahre, vielleicht sogar für das nächste Jahrzehnt schaffen.

Marktstimmung

Mit Blick auf die Marktstimmung seien zuletzt Extremniveaus erreicht worden. Umfragen der American Association of Individual Investors (AAII) würden bereits ein Panikniveau zeigen. Sei die Panik am größten, ist der Tiefpunkt erreicht und es sei Zeit, mit (Hamster-)Käufen zu beginnen. Oder frei nach Baron Rothschild: Aktien müsse man dann kaufen, wenn die Kanonen donnern! Auch die Renditeentwicklung bei US-Treasuries und Bundesanleihen zeige, dass es nicht mehr viel tiefer gehen könne. Es mache schlicht keinen Sinn, dem Staat umsonst Geld zu leihen.

Zeit für einen Staatsfonds

Der Staat hätte jetzt die Gelegenheit, die Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung hochzufahren. Der Unterricht laufe in Deutschland vor dem Hintergrund der Schulschließungen wie in der Steinzeit ab, bisweilen müssten Schüler ihre Aufgaben sogar an den Schulen abholen. In Südkorea sei man hier deutlich weiter. Dieses Beispiel zeige wie rückständig Deutschland ist. Man sollte langsam beginnen, vernünftig in die Zukunft zu investieren. Die Mittel seien da und die schwarze Null sei keine Monstranz! Jetzt wäre die Gelegenheit einen Staatsfonds aufzulegen und den DAX von den ausländischen Investoren zurückzukaufen. Knapp 70% des deutschen Blue Chip-Index würden in ausländischer Hand liegen. So schlau sind unsere Politiker aber nicht, so die Experten von StarCapital. Die EZB könnte zwar auch Aktien kaufen, aber sie kaufe stattdessen lieber italienische Staatsanleihen. Die Japanische Zentralbank dagegen habe gerade ihr jährliches Aktienkaufprogramm verdoppelt.

Fixed Income

Der durchschnittliche Zinsaufschlag von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen liege in den USA bei 240 Basispunkten, in Europa bei fast 200 Basispunkten. Während der Finanzkrise 2008/2009 seien die Aufschläge noch deutlich höher gewesen, doch die Experten sähen hier gewaltige Chancen - vor allem, weil der Staat massiv das Bankensystem stütze. Bei High Yield Anleihen liege der Spread gegenüber Staatsanleihen nahe 8%, im Durchschnitt seien es 3,8%. Es sei nicht ratsam auf diesem Niveau Anleihen zu verkaufen, da dies aufgrund des kaum liquiden Marktes nur mit erheblichen Abschlägen möglich sei. Im Gegenteil, auch hier würden gewaltige Chancen liegen. Im Anleihebereich liegt das Paradies vor uns und wir haben die Chance, in den kommenden Wochen und Monaten massiv zu investieren und damit eine fantastische Grundlage für die nächsten Jahre zu schaffen, so die Experten von StarCapital.

Positionierung StarCapital Winbonds plus

Aktuell liege die Netto-Aktienquote bei unter 5%, der Rest (rund 10%) sei durch Index-Futures abgesichert. Der Schwerpunkt liege in Europa. Die Experten von StarCapital haben US-Staatsanleihen reduziert, weil sie glauben, dass der Zins am langen Ende nicht mehr so stark nach unten gehen wird. Generell sind wir in einer Phase, wo alles leidet, weil Anleger, vor allem institutionelle Investoren Liquidität brauchen und deshalb auch sichere Anlagen verkaufen, so die Experten von StarCapital. Die größten Aktienpositionen im Fonds seien RWE, Johnson & Johnson, SAP und Sanofi. Im Bereich Fixed Income hätten die Experten derzeit 25% Unternehmensanleihen, 12% Corporates, 18% Schwellenländerbonds. Mit 8% Staatsanleihen und 14% Cash habe man ausreichend Möglichkeiten, die Chancen zu nutzen, die sich in den nächsten Tagen und Wochen bieten würden. Darüber hinaus könne man im Aktienbereich defensive in offensive Titel tauschen.

Performance

Ende Februar hatten wir noch die Nulllinie erreicht, gestern im Tief sind wir bei 8% Minus gelandet, so die Experten von StarCapital. Die Experten seien zuversichtlich, das in überschaubarer Zeit wieder aufzuholen. Das Geheimnis längerfristig besser zu sein als ein Index, liege im antizyklischen Kaufen und in der Nutzung der Chancen, die der Markt immer wieder biete. Derzeit sind wir in der Phase des Schlussverkaufs, so die Experten von StarCapital. Es sei noch nicht die Zeit für breit angelegte Hamsterkäufe, sondern für gezielte Engagements. In ein paar Wochen sollte die Zeit für breite Hamsterkäufe gekommen sein. Institutionelle Anleger würden an der unsinnigen Regulatorik leiden, die sie dazu zwinge, kurzfristige Risikobudgets einzuhalten, anstatt längerfristig die Grundlage für eine vernünftige Wertentwicklung legen zu können. Die Performance der nächsten Jahre wird uns für die aktuellen Risiken entschädigen, so die Experten von StarCapital. Jeder Kaufmann wisse: Der Gewinn liege im Einkauf! (20.03.2020/fc/a/f)






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