SPDR-Indexfonds auf Unternehmensanleihen: In naher Zukunft überschaubare Risiken


05.05.20 16:12
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wichtige Schritte unternommen, um die Marktordnung zu gewährleisten, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Während die Anleger nach Möglichkeiten suchen würden, auf der Risikoleiter nach oben zu klettern, würden die Experten Chancen im Bereich der Euro-Unternehmensanleihen sehen, die zum Teil auf die Unterstützung durch die EZB zurückzuführen seien.

Der Rückstoß in die Liquidität und das kurze Ende der Staatsanleihen-Kurve seien ein vernünftiger Schritt zur Kapitalerhaltung gewesen, als die Märkte im März instabil geworden seien. Die anschließenden Maßnahmen der Zentralbank hätten jedoch sowohl die Märkte stabilisiert als auch die Renditen von Staatsanleihen und insbesondere von Bargeld auf ein extrem niedriges Niveau getrieben. Dies sei in Europa am offensichtlichsten und führe zu einer negativen Performance für Portfolios, die stark auf Bargeld/Geldmarkt/kurze Staatsanleihen ausgerichtet seien. Wenn die Märkte stabil bleiben würden, werde es immer schwieriger werden, diese Vermögensallokation zu rechtfertigen.

Die Wirtschaftsdaten, die sich abgezeichnet hätten, seien unbestreitbar schwach gewesen. Doch die Tatsache, dass die meisten europäischen Länder den Höhepunkt des COVID-19 Ausbruchs überschritten haben sollten, habe die Risikoanlagen unterstützt. Solange die Anleger zuversichtlich bleiben würden, dass die Zentralbanken den Markt wieder auffangen würden, scheine das Risiko eines panikartigen Ausverkaufs auf das Niveau von März begrenzt. Die jüngste Pressekonferenz der EZB sei aus dieser Perspektive konstruktiv gewesen. Kommentare von EZB-Präsidentin Lagarde, dass die Bank bereit sei, alle Instrumente nach Bedarf anzupassen, was auch die Verlängerung des Pandemie-Notkaufprogramms (PEPP) einschließe, sollten das Vertrauen stärken, dass die EZB hinter dem Markt stehe.

Ein Schritt in Richtung europäische Investment Grade (IG) Unternehmensanleihen sei eine Stufe auf der Risikoleiter nach oben, aber eine, die einen bedeutenden Anstieg der Renditen mit sich bringe. Die Risiken würden durch EZB-Käufe begrenzt, die sich im März auf fast 7 Milliarden Euro belaufen hätten, dem höchsten Stand seit November 2017. Da das PEPP (Pandemic emergency purchase programme) der EZB seine Käufe erst am 26. März 2020 begonnen habe, dürften die Volumina im April und in den Folgemonaten höher ausfallen. Die Kreditspreads (der Euro iTraxx-Index) hätten sich im Laufe des Jahres 2017, dem Zeitraum, in dem die monatlichen Käufe mehr als 6,5 Milliarden Euro betragen hätten, verengt.

Der Ankauf von Unternehmensanleihen durch die EZB verringere die Risiken eines ungeordneten Marktes, aber da ein Großteil der Unterstützung für Unternehmen in Form von Krediten komme, werde die Verschuldung wahrscheinlich steigen. Aus der Sicht eines Indexfonds bestehe die Sorge, Anleihen notgedrungen verkaufen zu müssen, da diese unter Investmentgrade herabgestuft würden. Die EZB habe Schritte unternommen, um die Auswirkungen von Herabstufungen unter Investmentgrade durch die folgenden Maßnahmen zu verringern:

- Kein verpflichtender Verkauf von Non-Investment-Grade-Anleihen aus ihrem eigenen Kaufportfolio. Es liege im Ermessen der EZB, diese Anleihen bis zur Fälligkeit zu halten, so dass es weniger eilig sein werde, heruntergestufte Papiere zu verkaufen.

- Akzeptieren von kürzlich herabgestufte Anleihen als Sicherheiten für ihre Kreditgeschäfte des Eurosystems. Die EZB habe erklärt, dass sie Aktiva mit einem Rating von mindestens BB akzeptieren werde, sofern diese am 7. April mindestens BBB- geratet gewesen seien. Dies werde bis September 2021 der Fall sein.

Diese Maßnahmen seien zwar hilfreich, um die Auswirkungen auf den Markt zu glätten, würden jedoch keine Herabstufungen verhindern. Im Jahr 2020 habe Moody's bisher nur sieben westeuropäische Unternehmen auf Junk-Bonds herabgestuft, also nicht viel anders als in den letzten vier Jahren. S&P sei mit elf Herabstufungen, der höchsten Gesamtzahl in der ersten Hälfte seit 2013, jedoch deutlich aktiver gewesen.

Aus einer Indexperspektive würden die Risiken für die nahe Zukunft überschaubar aussehen. Im Bloomberg Barclays Euro Corporate Bond Index betrage die Zahl der Anleihen mit Baa3-Rating (dem niedrigsten IG-Rating) 218 von insgesamt 2034. Noch wichtiger sei, dass von dieser Gesamtzahl nur 46, d.h. 2,3% des Index, ein negatives Rating hätten. Für den Bloomberg Barclays 0-3 Year Euro Corporate Bond Index sei der Anteil mit 2,1% sogar noch niedriger.

Die Entscheidung von S&P, Italien nicht herabzustufen, sei ein implizites Eingeständnis gewesen, dass man auf mehr Klarheit an der Wirtschaftsfront warten werde. Ähnliche Äußerungen von Moody's könnten auch den Unternehmen eine Atempause verschaffen. Dieser Schritt, zusammen mit den derzeit begrenzten Engagements der Indices in den risikoreichsten Anleihen, sollte sicherstellen, dass es nicht zu einer unmittelbar bevorstehenden Flut von Herabstufungen komme.

SPDR biete zwei ETFs an, über die Anleger Zugang zu diesen Themen hätten: den SPDR® Bloomberg Barclays Euro Corporate Bond UCITS ETF (Dist) (ISIN IE00B3T9LM79 / WKN A1JJTQ) und den
SPDR® Bloomberg Barclays 0-3 Year Euro Corporate Bond UCITS ETF (Dist) (ISIN IE00BC7GZW19 / WKN A1W3V1). (05.05.2020/fc/a/e)





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