SPDR Bloomberg Barclays EM Local Bond UCITS ETF: Das Erholungspotenzial von Schwellenländeranleihen


21.07.20 17:06
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Anleihen aus Schwellenländern waren eines unserer Investmentthemen im Q2 Bond Compass, da wir im Zuge des Rückgangs der Krise Spielraum für einen Aufschwung bei Risikoanlagen sahen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem SPDR Strategie Espresso.

Der Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Government Bond Index habe seit Ende März 2020 eine Rendite von 9,45% (in USD, nicht gehedgt) erzielt.

Trotz dieses starken Aufschwungs hätten die weniger entwickelten Märkte Mühe, die Pandemie vollständig abzuschütteln. Hohe COVID-19-Infektionsraten in Ländern wie Brasilien würden weiterhin einen Schatten auf breitere Anlageklassen werfen. Nichtsdestotrotz würden sich die Schwellenländer sehr unterschiedlich entwickeln und während einige nach wie vor unter Corona leiden würden, seien andere bei der Eindämmung des Ausbruchs effektiver gewesen. In der Tat sei es genau diese Vielfalt, die die Lokalwährung von Anleihen aus Schwellenländern zu einem längerfristigen Anlagethema mache. Die Experten würden drei Hauptfaktoren sehen:

Renditen: Die Renditen seien in einem Umfeld, in dem ansonsten eher niedrige Gewinne erzielt würden, relativ attraktiv. Die ausschließlich auf Coupons entfallenden Renditen hätten im ersten Halbjahr 2020 für den Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Government Bond Index 2,38 Prozent betragen. Der Index weise nun eine Rendite von mindestens 3,67 Prozent auf (Stand: 15. Juli 2020), was im historischen Vergleich niedrig sei, aber deutlich höher als alles, was in den entwickelten Märkten außerhalb der Hochzinsanleihen verfügbar sei.

Positionierung: Anleger seien, basierend auf den Daten von State Street Global Advisors (Q3 Bond Compass), in Schwellenländeranleihen nach wie vor untergewichtet. Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wiederaufleben von COVID-19 und allgemeinen geopolitischen Fragen hätten dazu geführt, dass sich die Anlegerbestände Ende des zweiten Quartals 2020 auf dem 22. Perzentil befunden hätten, während sie Ende des ersten Quartals 2020 noch auf dem 15 gewesen seien. Durch das Streben der Anleger nach Rendite, könnte diese langfristige Untergewichtung allmählich sinken, sofern die Märkte stabil bleiben würden und sich eine solidere Erholung abzeichne.

Währungsbewertungen: Da die Renditen niedriger seien, werde erwartet, dass künftige Erträge von einem Wiederanstieg der Währung angeführt würden. Obwohl es bereits erste Anzeichen einer Erholung gegeben habe, seien die Währungen im Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Government Bond Index nach Berechnungen von State Street Global Advisors Ende Juni 2020 gegenüber dem USD um mehr als 7,5 Prozent zurückgeblieben.

Der Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Government Bond Index habe sich im bisherigen Jahresverlauf gut entwickelt, was auf die hohen Allokationen in asiatischen Anleihen zurückzuführen sei. Dies sei die einzige Region, die eine positive Performance aufweise, angehoben durch starke Gewinne auf den Philippinen, wo die dortige Zentralbank ihre Zinssätze gesenkt habe. Darüber hinaus würden die Experten wissen, dass einige der größeren Länder innerhalb dieses Asien-Engagements, insbesondere Südkorea und China, effektiver mit COVID-19 hätten umgehen können.

Die höhere Allokation des Index für Asien im Vergleich zu anderen Indexfamilien (ca. 48% gegenüber ca. 30% in den JP Morgan EM GBI-Indices) bedeute ein geringeres Engagement in Nord- und Südamerika, wo einige der schlechtesten Performer angesiedelt seien und die Pandemie schwieriger zu kontrollieren scheine, insbesondere in Brasilien. Und schließlich sei das Engagement in Afrika und im Nahen Osten zwischen Südafrika und Israel aufgeteilt. Dadurch werde ein Teil der Belastung durch Südafrika abgebaut. Während Schwellenländeranleihen also weiterhin ein Risikofaktor bleiben würden, habe der Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Government Bond Index das Engagement in einigen der am schlechtesten performenden Länder wirksam reduziert.

Insgesamt kehre die Risikobereitschaft in die Märkte zurück und das wirke sich auch auf die Schwellenländer aus. Es seien jedoch nach wie vor viele ungeklärte Faktoren im Spiel, ein vorsichtiger Ansatz für den Einstieg in die Schwellenländer wäre es, sich auf kurzfristige Hartwährungsrisiken in diesem Segment zu konzentrieren. Allerdings würden Hartwährungsengagements nicht davon profitieren, wenn die Devisenmärkte der Schwellenländer die elastische Tendenz zeigen würden, gegenüber dem USD wieder auf ein vorteilhafteres Niveau zurückzufallen. Dies würde ein größeres Aufwärtspotenzial für gut diversifizierte, auf lokale Währungen ausgerichtete Engagements vermuten lassen.

Da sich die Märkte mehr auf die Erholung konzentrieren würden, sei der Safe-Haven-Charakter des USD allmählich weniger gefragt. Zwar sei er eine wichtiger Performancetreiber für Schwellenländeranleihenindices in Lokalwährungen, könnte für Nicht-USD-Anleger aber einen Teil der Gesamtperformance kosten.

Die Performance von EUR-USD sei durch geldpolitische und fiskalische Unterstützung vorangetrieben worden, um den Volkswirtschaften zu helfen, die Auswirkungen der Pandemie zu überstehen. Wie Christine Lagarde in ihren leicht tröstlichen Äußerungen bei der EZB-Sitzung hervorgehoben habe, sei das Tempo der Erholung nach wie vor höchst ungewiss, und die EZB werde die im Rahmen des PEPP-Anleihenprogramms getätigten Käufe in vollem Umfang nutzen. Dies habe den Markterwartungen entsprochen und der Euro habe leicht an Stärke gewonnen.

Der Euro habe seinen Aufwärtstrend nach der Ankündigung des EU-Pandemiefonds begonnen, eines der Themen bei der EU-Sitzung vom Wochenende. Langfristige EUR-USD-Prognosen würden von derzeit 1,14 bis Ende 2020 über 1,17 bis Ende 2021 und 1,20 bis Ende 2022 schwanken.

Die auf Jahresbasis umgerechneten Kosten für die Absicherung des EUR-USD mit Termingeschäften für einen Monat hätten im Dezember 2019 rund 3% betragen und lägen jetzt bei etwa 0,8%. Die Kosten für die Absicherung dieses Risikos hätten sich im Laufe der Pandemie erheblich abgeschwächt, da die US-Notenbank die Zinssätze im März 2020 um 150 Basispunkte gesenkt habe, sodass die Möglichkeit, zwischen EUR-gehedgten und nicht gehedgten Anleihen aus Schwellenländern zu wechseln, weniger Anlass zur Sorge um die Performance gebe.

State Street Global Advisors habe in Zusammenarbeit mit Bloomberg Finance L.P. eine für den ETF-Markt neue Methode zur Währungsabsicherung eingeführt, bei der nur die USD-Basiswährungsrendite des Index gegenüber dem Euro abgesichert werde. Bis heute sei es der einzige derartige ETF mit dieser Funktion, die es Anlegern ermögliche, das volle Potenzial der Lokalwährung von Schuldtiteln aus Schwellenländern im Jahr 2020 auszuschöpfen. Seit Ende des ersten Quartals 2020 und der Erholung der Lokalwährungsindices für Schwellenländeranleihen habe dieser Index EUR-basierten Anlegern zu einer Performance von 9,07% verholfen, was einer Einsparung von 3,9% gegenüber einem aufwertenden EUR-USD entspreche.

Sollten sich die längerfristigen Prognosen eines allgemein schwächeren Dollars bewahrheiten, könnte dies Vermögenswerte aus Schwellenländern unterstützen. Die Möglichkeit, dieses Risiko abzusichern, könnte EUR-Anlegern ebenfalls sehr helfen.

Anleger könnten das oben beschriebene Thema Schwellenländeranleihen mit SPDR-ETFs, wie z.B. dem SPDR Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETF (Dist) (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV), SPDR Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00BFWFPY67 / WKN A2JPTJ) und dem SPDR Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond USD Base CCY Hdg to EUR UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00BK8JH525 / WKN A2PUE9) spielen. Um mehr über die SPDR Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETFs zu erfahren und die vollständige Performance-Historie einzusehen, könnten Anleger diesem Link folgen. (21.07.2020/fc/a/e)





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