SKAGEN Kon-Tiki: Der Ausverkauf in China erschüttert die globalen Schwellenländer


05.11.21 10:30
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Die globalen Schwellenländer fielen im dritten Quartal, als chinesische Aktien aufgrund wachsender Ansteckungsängste auf dem Immobilienmarkt unter Druck gerieten, so Fredrik Bjelland und Cathrine Gether, Portfoliomanager bei SKAGEN Funds.

Der börsennotierte Immobilienentwickler Evergrande habe seinen Ausverkauf fortgesetzt, da sich die Anleger zunehmend Sorgen über seine Finanzlage und die möglichen Auswirkungen auf den chinesischen Immobilienmarkt gemacht hätten. Infolge der sich verschlechternden Nachfrageaussichten hätten auch einige Rohstoffe korrigiert, die mit der Immobilienentwicklung in Verbindung stünden, wie bspw. Eisenerz.

Obwohl SKAGEN Kon-Tiki kein direktes Engagement in chinesischen Immobilienentwicklern habe, habe der Fonds im Berichtszeitraum ebenfalls negative Renditen hinnehmen müssen, vor allem bei den Beständen der Experten in Südkorea und China. Der größte positive regionale Beitrag sei aus Russland gekommen, das gut für die derzeit hohen Energiepreise in Folge des knappen Angebots positioniert sei. In Verbindung mit der Anhebung der Leitzinsen in mehreren Ländern aufgrund der Normalisierung des Aktivitätsniveaus und zunehmender Inflationssorgen hätten typische wertorientierte Sektoren wie Energie und Finanzwerte deutlich besser abgeschnitten.

Trotz des günstigen Marktumfelds habe der SKAGEN Kon-Tiki im dritten Quartal schlechter als seine Benchmark abgeschnitten. Den größten negativen Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds habe in diesem Quartal erneut der chinesische Versicherungskonzern Ping An geleistet, der im zweiten Quartal eine schwache Neugeschäftsdynamik zu verzeichnen gehabt habe. Der Markt sei auch zunehmend vorsichtig, was die Aussichten für das Anlageportfolio des Unternehmens betreffe, das unter anderem direkte und indirekte Immobilienanlagen umfasse. Die Experten würden davon ausgehen, dass die chinesischen Behörden eine Ausbreitung systemischer Risiken verhindern würden und hätten ihre Position aufgrund dieser aktuellen Schwäche erhöht.

Das Lachszuchtunternehmen Atlantic Sapphire habe im Quartalsverlauf mehrere Rückschläge hinnehmen müssen, darunter auch unerwartet hohe Verluste aus dem zweiten Quartal. Trotz einer ausführlichen Präsentation für Investoren sei das Vertrauen des Marktes eindeutig erschüttert worden, und die Experten würden in den kommenden Monaten gute operative Ergebnisse erwarten, um das Vertrauen der Investorengemeinschaft wiederherzustellen.

LG Electronics habe nachgegeben, da die Anleger begonnen hätten, die Nachhaltigkeit der jüngsten starken Gewinne in Frage zu stellen, die vor allem durch den Trend zur Heimarbeit angekurbelt worden seien. Außerdem habe das Unternehmen Rückrufkosten für die an General Motors Chevy Bolt EV gelieferten Batteriepacks hinnehmen müssen.

Den größten positiven Beitrag zur Wertentwicklung habe im abgelaufenen Berichtszeitraum das indische IT-Unternehmen Tech Mahindra geliefert, das aufgrund anhaltend guter Ergebnisse und eines lebhaften indischen Aktienmarktes neu bewertet worden sei. Die Experten hätten diese Position, die sich für den SKAGEN Kon-Tiki als kurzes, aber sehr profitables Investment erwiesen habe, inzwischen wieder verkauft. Eine weitere kürzlich getätigte Investition, die Sberbank, habe ebenfalls eine starke Performance erzielt, da sie weiterhin von einem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld profitiere und - was noch wichtiger sei - Anerkennung für ihre digitale Führungsrolle und Positionierung erhalte.

Der chinesische Automatisierungsanlagenhersteller Hollysys habe sich dem negativen Trend in China entziehen können, da das Unternehmen nun zwei weitere Kaufinteressenten habe. Diese würden auf eine unaufgeforderte Kontaktaufnahme durch den ehemaligen CEO im Dezember letzten Jahres zurückgehen. Seither sei die Aktie um mehr als 60 Prozent gestiegen. Es gebe zwar keine Garantie dafür, dass das Unternehmen verkauft werde, aber das große Interesse deute darauf hin, dass die Einschätzung der Experten hinsichtlich der Unterbewertung richtig sei.

Eine weitere Beteiligung, die chinesische Immobilienverwaltungsgesellschaft Justbon Services, sei im Laufe des Quartals von einem Mitbewerber übernommen worden. Neben Tech Mahindra hätten sich die Experten auch von weiteren kleineren Positionen in der kürzlich von der LG Corp ausgegliederten LX Holdings und in der kenianischen Brauerei East African Breweries getrennt. Im Laufe des Quartals hätten sie an der Portfoliogewichtung eine Reihe von Anpassungen vorgenommen, aber nur eine kleine Position in dem chinesischen Internet- und Spieleunternehmen Tencent eröffnet. Dieses Unternehmen würden die Experten aufgrund ihrer langfristigen Beteiligung an Naspers und seit kurzem auch an der Beteiligungsgesellschaft Prosus, bei der ein Großteil ihrer Bewertung auf Tencent beruhe, sehr gut kennen.

Aufgrund dieser Aktivität bestehe das Portfolio des SKAGEN Kon-Tiki nun aus 47 Unternehmen, die mit dem 8-fachen des aktuellen Jahresgewinns und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 1x gehandelt würden, während sie gleichzeitig eine Dividendenrendite von 3 Prozent aufweisen würden. Dies entspreche einem Abschlag von 40 Prozent gegenüber dem MSCI EM Index, der seinerseits mit einem historisch hohen Abschlag gegenüber den Aktien der Industrieländer gehandelt werde. Während die jüngsten regulatorischen Maßnahmen gegen den chinesischen Internetsektor, sowie die allgemeinen Risiken im Zusammenhang mit einer Verlangsamung des Immobilienmarktes, für ein unsicheres Umfeld sorgen würden, würden die Experten doch davon ausgehen, dass die ausgewogene Zusammensetzung des Portfolios und die niedrige Bewertung eine attraktive Kombination für langfristige Anleger darstellen würden.

Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass die Volatilität der Aktienmärkte in China eher die Regel als die Ausnahme sei. In den letzten 20 Jahren habe der MSCI China Index zwölf Mal Drawdowns von mehr als 20 Prozent pro Jahr verzeichnet. Darüber hinaus habe der Index, mit Ausnahme des Jahres 2017, in jeder Periode an einem bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf um mehr als 10 Prozent korrigiert. Trotz dieser Volatilität habe die Gesamtrendite des MSCI China mit 11 Prozent pro Jahr um mehr als vier Prozent pro Jahr über jener der globalen Aktien in den 20 Jahren bis Ende 2020 gelegen. Die Experten seien der Ansicht, dass genau diese Volatilität die besten Chancen für langfristige Anleger biete. Aus diesem Grund hätten die Experten ihr Engagement in chinesischen Aktien im Laufe des Jahres stetig erhöht, als diese gefallen seien.

SKAGEN Kon-Tiki sei ein globaler Emerging Markets-Fonds, der nach einem aktiven Value-Ansatz gemanagt werde. Die Fondsmanager Cathrine Gether und Fredrik Bjelland würden typischerweise in kleine und mittelgroße Unternehmen investieren, ergänzt um ausgewählte Large Caps, die einen Großteil ihrer Umsätze in den globalen Schwellenländern generieren würden. Die Strategie werde seit 2002 in einem norwegischen UCITS umgesetzt, der Luxemburger Fonds sei 2019 aufgelegt worden. (05.11.2021/fc/a/f)