SKAGEN Global-Fonds: Rückkehr zur Normalität


02.11.21 11:30
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Im vergangenen volatilen dritten Quartal stieg der weltweite Aktienmarkt bis Anfang September stetig an, gab dann aber in den letzten Wochen stark nach, sodass das Quartalergebnis weitestgehend unverändert blieb, so Knut Gezelius, Portfoliomanager bei SKAGEN Funds.

Zu diesem Umschwung dürfte eine Kombination von Faktoren beigetragen haben, darunter das harte Durchgreifen der Regulierungsbehörden in China, steigende US-Zinsen und die inflationären Auswirkungen der anziehenden Ölpreise. Inzwischen scheine die Pandemie auf dem Rückzug zu sein, da immer mehr Länder ihre Beschränkungen lockern oder sogar aufheben würden, um zu einem gewissen Grad an Normalität zurückzukehren. Die Gespräche der Experten mit Unternehmen würden ihre Ansicht bestätigen, dass sich die Weltwirtschaft weiter erhole, auch wenn Lieferkettenengpässe den Fortschritt in bestimmten Bereichen noch behindern würden.

Im dritten Quartal habe sich SKAGEN Global besser als sein Referenzindex MSCI AC World entwickelt. Der Fonds habe das Quartal vor seiner Benchmark beendet. Dies sowohl hinsichtlich des laufenden Jahres als auch gegenüber dem letzten Ein-, Drei- bzw. Fünfjahreszeitraum.

Die drei besten Werte des Fonds im Quartal, gemessen an der absoluten Rendite, seien NASDAQ, Alphabet (Google) und Intuit gewesen. NASDAQ habe einen soliden Bericht vorgelegt und setze seinen Strategie weiterhin gut um. Alphabet habe zugelegt, da das Cloud-Segment auf dem Markt Fuß fasse und die Werbeausgaben weiterhin hoch seien. Das US-Finanzdienstleistungsunternehmen Intuit vergrößere seinen gesamten adressierbaren Markt und die Integration von Credit Karma scheine auf dem richtigen Weg zu sein.

Die drei in absoluten Zahlen größten Störfaktoren für die Wertentwicklung des Fonds seien in diesem Quartal Canadian Pacific, UPM und LVMH gewesen. Der Bieterwettstreit im nordamerikanischen Eisenbahnsektor sei weiter gegangen, als die Holdinggesellschaft der Experten Canadian Pacific die Initiative zur Übernahme der kleinen US-Eisenbahngesellschaft Kansas City Southern wiedererlangt habe, nachdem die Regulierungsbehörde ein höheres Angebot des größten kanadischen Betreibers Canadian National aus wettbewerbsrechtlichen Gründen scharf zurückgewiesen habe.

Sollte die Übernahme letztendlich genehmigt werden, wäre Canadian Pacific die erste Eisenbahngesellschaft in Nordamerika, die über ein drei Länder verbindendes Streckennetz verfüge. Das finnische Forstindustrieunternehmen UPM, eine neue Position im Portfolio, habe aufgrund niedrigerer Zellstoffpreise nachgegeben. Das Luxusgüterkonglomerat LVMH habe unter den Nebeneffekten der dirigistischen Markteingriffe in verschiedenen Sektoren in China gelitten, die die zukünftige Nachfrage nach Luxusartikeln dämpfen könnten.

Der Fonds habe im dritten Quartal drei neue Positionen eingerichtet, nämlich JP Morgan, UPM und Munich Re. Bei diesen drei neuen Positionen handele es sich um attraktive Bottom-up-Stories, die das Gesamtportfolio um eine weitere Dimension bereichern würden.

Die Experten würden die US-Bank JP Morgan als eine der weltweit am besten geführten Banken mit einem Technologie- und Innovationsfokus betrachten, der dem seiner Wettbewerber um Lichtjahre voraus sei. Finanzdienstleistungen seien weitgehend ein Geschäft, das auf Humankapital basiere. JP Morgan sei sich dessen ebenso bewusst, wie der Tatsache, dass es von großer Wichtigkeit sei, die besten Talente der Branche zu gewinnen, zu fördern und zu binden. Dies sei eine strategische Einsicht, die überraschenderweise von den Managementteams anderer Häuser bei den weitreichenden Kostensenkungsmaßnahmen, die anderswo im Sektor geschehen würden, häufig unterschätzt werde.

Das finnische Forstindustrieunternehmen UPM sei dabei, sich von der Papierindustrie zu lösen, um das Renditeprofil und die Ertragskraft des Konzerns zu verbessern und so einen höheren Bewertungsmultiplikator zu erzielen. Der Vorstandsvorsitzende von UPM habe vor Kurzem durch den Erwerb von Aktien im Wert von fast 11 Mio. EUR seinen Anteil am Unternehmen verdoppelt. Dies sei ein gutes Beispiel für die Übereinstimmung der Interessen, die der SKAGEN Global mit seinen Portfoliounternehmen anstrebe.

Der deutsche Rückversicherer Munich Re dürfte mit seiner starken Bilanz in der Lage sein, von den höheren Preisen zu profitieren, die sich im Versicherungssektor nach mehreren Jahren mit überdurchschnittlich hohen Branchenverlusten einstellen würden.

Wir finanzierten diese Käufe, indem wir uns von Tyson Foods trennten und mehrere Positionen, die eine starke Kursentwicklung aufwiesen, wie Adobe, Hermès und DSV, verringerten, so die Experten von SKAGEN Funds.

Mean Reversion sei ein Konzept, auf das in der Investmentbranche häufig Bezug genommen werde. Oft lese und höre man, dass die Mean Reversion ein wichtiger Grund für den Kauf einer Stilrichtung, eines Sektors oder einer Aktie sei, die sich über einen längeren Zeitraum unterdurchschnittlich entwickelt habe. Die Befürworter der Mean Reversion würden davon ausgehen, dass eine Aktie, die sich in der Vergangenheit schlecht entwickelt habe, nun für eine günstigere Zukunft bereit sein müsse. Die Experten würden die Logik dieser Argumentation für insgesamt fehlerhaft halten.

In der Physik lehre die Newtonsche Mechanik, dass jeder Kraft eine gleich große und gegenläufige Kraft entgegenwirke. Der Aktienmarkt werde jedoch vom Kapitalismus und nicht von den Newtonschen Gesetzen der Physik bestimmt. Warum sollte ein Unternehmen, das durchweg schlechte Ergebnisse geliefert habe, plötzlich wieder auf die Beine kommen und sich in einen Rockstar verwandeln, ohne dass sich die Rahmendaten oder die Ausführung geändert hätten? Eine niedrigere Ausgangsbewertung biete zwar eindeutig einen attraktiveren Einstiegspunkt, aber eine (vermeintlich) niedrige Bewertung allein reiche kaum aus, um langfristig attraktive und nachhaltige Renditen zu erzielen.

Die Experten hätten vielmehr festgestellt, dass Unternehmen aus der Kategorie der vermeintlich "billigen Aktien" dazu neigen würden, so genannte "Value traps" zu sein, d. h. Investitionen, die ihren Aktionären im Laufe der Zeit nur unterdurchschnittliche Renditen liefern würden. Daher bestehe die Philosophie von des SKAGEN Global darin, Anlageentscheidungen auf der Grundlage von Rahmendatenanalysen über das Innenleben eines Unternehmens zu treffen. Der Begriff "Mean Reversion" (Rückkehr zum Mittelwert) lasse die Experten meistens unberührt, während eine Veränderung der Rahmendaten instinktiv ihr Interesse wecke.

Nach dem Marktrückgang Ende September scheine das Portfolio des SKAGEN Global für Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont nun deutlich unterbewertet zu sein, da die Rahmendaten der Unternehmen der Experten weiterhin gesund seien.

SKAGEN Global sei ein global anlegender All-Cap-Fonds, der nach einem aktiven Value-Ansatz gemanagt werde. Die Fondsmanager Knut Gezelius und Chris-Tommy Simonsen würden nach Aktien suchen, deren langfristiges Wachstumspotenzial noch nicht im Aktienkurs enthalten sei. Der Fonds agiere benchmarkfrei und investiere überwiegend in mittelgroße und große Unternehmen sowie in ausgewählte Nebenwerte. Die globale Strategie werde seit 1997 in einem norwegischen UCITS umgesetzt, der SKAGEN Global Lux (ISIN LU1932713917 / WKN A2PJZZ) sei 2019 aufgelegt worden. (02.11.2021/fc/a/f)