Rückblick auf 2018 und Perspektiven für 2019: Die große Party ist vorbei


04.12.18 12:30
Bank für Kirche und Caritas

Paderborn (www.fondscheck.de) - Im ausklingenden Jahr 2018 gab es zahlreiche Ereignisse und Entwicklungen, die die Kapitalmärkte nachhaltig beeinflusst haben - und auch weiterhin prägen werden, so Herr Bernhard Matthes, Leiter Portfoliomanagement im Asset Management der Bank für Kirche und Caritas und Manager des Stiftungsfonds BKC Treuhand Portfolio.

Bernhard Matthes ziehe ein Resümee für 2018 und gebe einen Ausblick auf das, was 2019 zu erwarten sei.

Die Nullzins-Politik und das Anleihen-Ankaufprogramm der EZB hätten 2018 eine Situation geschaffen, in der marktwirtschaftliche Faktoren außer Kraft gesetzt worden seien. Die Preisbildung folge nicht mehr Angebot und Nachfrage, Risiken seien nicht angemessen bepreist, Preissignale würden immer weniger Informationen liefern. "Zombie-Unternehmen" würden künstlich am Leben erhalten. Im Ergebnis stehe eine Fehlallokation von Kapital.

Auf Portfolioebene sei 2018 gerade deshalb schwierig gewesen, weil viele traditionelle Korrelationsmuster, auf die sich die Portfoliokonstruktion normalerweise stützen könne, nicht mehr funktioniert hätten. Neben vielen "technischen Anomalien" würden die Experten einen immer stärkeren Gleichlauf im Verhalten unterschiedlicher Anlagesegmente einerseits und das Zusammenbrechen sichergeglaubter Cross-Asset-Korrelationen andererseits sehen.

Viele Bemühungen, die Zukunft vorher zu sagen, würden eher einem Blick in die Glaskugel als einer wissenschaftlich fundierten Analyse gleichen. Man könne jedoch davon ausgehen, dass der Haupteinflussfaktor für die Märkte die Notenbanken-Politik bleiben werde. Über die letzten Jahre habe die gigantische Liquidität für Party-Stimmung gesorgt. Diese Überschussliquidität habe jedoch nie oder nur sehr begrenzt ihren Weg in die Realwirtschaft gefunden. Sie sei stattdessen in die Asset-Märkte geflossen, wo sie bei Aktien, Renten, Immobilien, Wäldern, Äckern, Kunst und Wein, kurz: in allen Anlageklassen zu Überbewertungsblasen geführt habe.

Historisch - angefangen bei Tulpenzwiebeln - habe es leider noch nie eine Blase gegeben, die nicht irgendwann geplatzt sei. So finde auch die aktuelle Party ihr Ende, wenn die globale Liquidität nicht weiterwachse. Wie bei einem Drogen-Rausch habe auch der Rausch des billigen Geldes zu Gewöhnungseffekten geführt, die Dosis müsse immer weiter erhöht werden, um den gleichen Effekt zu erzielen. Bleibe die Dosis aus, würden sich Anpassungsschmerzen einstellen.

Alle Assetklassen hätten in den vergangenen Jahren simultan vom Rückenwind der Notenbankpolitik profitiert und nicht-natürliche Überrenditen erzielt. Mit dem Gegenwind einer Normalisierung der Geldpolitik seien gleichermaßen simultan schmerzhafte, aber notwendige und gesunde Bewertungskorrekturen zu erwarten. Es gebe eben auch auf dem Kapitalmarkt keinen Genuss ohne Reue.

Das Niedrigzinsumfeld in der Eurozone werde zunächst noch weiter bestehen bleiben. Damit würden die Anlagebedingungen gerade bei traditionellen und sicheren Rentenengagements schwierig bleiben. Für Möglichkeiten eines höheren laufenden Ertrags sollten Stiftungen durchaus den Blick auf außereuropäische Märkte richten. (04.12.2018/fc/a/f)






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