Rohstoff-ETCs: Starker Jahresauftakt


10.01.18 15:23
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für Rohstoffanleger war 2017 ein gutes Jahr, viele - wenn auch nicht alle - Rohstoffpreise stehen jetzt deutlich höher, so die Deutsche Börse AG.

Der Start in das neue Jahr sei ebenfalls gelungen, ETF Securities zufolge seien die Rohstoffpreise seit dem letzten Tief Mitte Dezember um 6,5 Prozent nach oben geklettert, wobei sich der Aufwärtstrend auf mehr oder weniger alle Produkte erstreckt habe.

Treiber seien der abermals schwächere US-Dollar und - was Öl angehe - die Konflikte im Iran gewesen. "Das kann aber nicht als Signal für eine insgesamt positive Entwicklung von Rohstoffen in diesem Jahr gesehen werden", meine Jan-Hendrik Hein von ETF Securities. Der ETC-Emittent rechne mit einer sehr heterogenen Entwicklung.

Vor allem Öl habe sich zuletzt klar verteuert, ein Barrel der Nordseesorte Brent koste am Mittwochmorgen 69 US-Dollar, so viel wie zuletzt Ende 2014. Im Juni 2017 seien es nur 44 US-Dollar gewesen, im Tief vom Januar 2016 sogar nur 29 US-Dollar. "Derzeit treiben die Unruhen im Iran und die extreme Kälte in Teilen der USA die Preise nach oben", erläutere Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Sie gehe davon aus, dass sich durch die US-Kältewelle der Abbau der US-Ölvorräte noch etwas fortsetzen werde. "Dennoch erachten wir die hohen Erwartungen des Markts als überzogen und erwarten bis zum Frühjahr eine deutliche Preiskorrektur", erkläre die Rohstoffanalystin. Schließlich sei der Markt auf mittlere Sicht reichlich versorgt. "Wir rechnen damit, dass der Brent-Ölpreis im Frühjahr deutlich unter 60 US-Dollar fällt."

Hein von ETF Securities verweise auf die zunehmenden Short-Positionen in Rohöl-ETCs. "Das Bewusstsein steigt, dass die aktuellen Preise nicht nachhaltig sind, vor allem dann nicht, wenn die USA die Förderung ausweiten und der Iran wieder zur Ruhe kommt." Er gehe davon aus, dass sich der Ölpreis 2018 wieder in der Spanne zwischen 45 und 60 US-Dollar bewegen werde.

Anleger hätten sich ETF Securities zufolge weiter von Öl-ETCs getrennt, damit habe sich der Trend vom vergangenen Jahr fortgesetzt. An der Börse Frankfurt seien die Umsätze in den vergangenen vier Wochen besonders hoch im ETFS Brent 1mth, im db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged und im ETFS WTI Crude Oil gewesen.

Auch Gold habe sich in den vergangenen vier Wochen verteuert, die Feinunze notiere am Mittwochmorgen mit 1.315 US-Dollar wieder klar über der Marke von 1.300 US-Dollar. Gold habe auf Jahressicht zwar ein Plus von 13,1 Prozent erreicht, aufgrund des schwächelnden US-Dollars sei der Preis auf Euro-Basis allerdings nicht gestiegen bzw. sogar leicht gefallen, wie Martin Siegel vom Edelmetallspezialisten Stabilitas feststelle. Zudem bleibe Gold - anders als Immobilien oder Aktien - von seinen Höchstständen über 1.900 US-Dollar noch ein ganzes Stück entfernt. "Das bedeutet aber auch, dass im Bereich der Edelmetalle noch ein großes Gewinnpotential vorhanden ist."

Hein sei skeptischer, er erwarte kaum Veränderung beim Goldpreis im neuen Jahr. Wie ETF Securities melde, hätten in der ersten Handelswoche im neuen Jahr die Zuflüsse in Gold-ETCs überwogen. An der Börse Frankfurt hätten sich Anleger auf Xetra-Gold konzentriert, gefolgt von Source Physical Gold (ISIN DE000A1MECS/ WKN A1MECS) und db Physical Gold Euro Hedged (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G).

Weiter von Rekord zu Rekord eile Palladium, der Preis liege mittlerweile bei 1.101 US-Dollar - das sei mehr als doppelt so viel wie Anfang 2016. "Palladium erreichte zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder die Marke von 1.100 US-Dollar", stelle Hein fest. Dabei profitiere der Palladiumpreis insbesondere von der Furcht vor einer Angebotsknappheit. "Unseren Erwartungen zufolge wird aber Platin dank seines Preisrückstands und der Stärkung des europäischen Automobilmarkts besser abschneiden."

Auf die beiden in der Industrie eingesetzten Edelmetalle könnten Anleger mit dem ETFS Physical Palladium und dem ETFS Physical Platinum setzen, oder - mit Währungsabsicherung - mit dem db Physical Palladium Euro Hedged und dem db Physical Platinum Euro Hedged.

Die Industriemetallpreise seien zum Jahresende nochmals deutlich gestiegen: Der Kupferpreis liege jetzt bei 7.091 US-Dollar je Tonne, das sei der höchste Stand seit dreieinhalb Jahren, Zink sei mit 3.400 US-Dollar die Tonne so teuer wie zuletzt vor über zehn Jahren, Aluminium koste 2.153 US-Dollar, ein Sechsjahreshoch.

2017 sei Kupfer auf ein Plus von 31,4 Prozent gekommen, Aluminium auf 34,4 Prozent, Zink auf 33,3 Prozent und Nickel auf 28,9 Prozent. "Insgesamt verdeutlichen diese Zahlen, dass sich die Weltkonjunktur grundsätzlich in einer guten Verfassung befindet", meine Siegel. Die Kapazitätsauslastungen seien gut, die Kreditvergabe profitiere vom niedrigen Zinsniveau. Nach Ansicht von ETF Securities würden die Industriemetalle die "Star-Performer" des neuen Jahres sein. "Sie werden wahrscheinlich am meisten von dem sich verbessernden Wachstum in den Emerging Markets profitieren, außerdem wird das Angebotsdefizit auch 2018 anhalten." In der ersten Handelswoche dieses Jahres hätten sich Anleger dem Emittenten zufolge aber von Industriemetall-ETCs (ISIN DE000A0KRKG7 / WKN A0KRKG) getrennt. (10.01.2018/fc/a/e)





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