Rohstoff-ETCs: Goldene Zeiten


06.06.19 15:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Edelmetalle und Öl bestimmen gegenwärtig das Bild am Markt für Exchange Traded Commodities, so die Deutsche Börse AG.

Mit Blick auf die vergangene Woche deckten sich Anleger querbeet mit Goldprodukten ein, wie Carsten Schröder von der Commerzbank informiere. Neben dem Klassiker Xetra-Gold griffen Investoren dem Commerzbank-Händler zufolge vermehrt zu ETFS Physical Swiss Gold- und ETFS Physical Gold-ETCs. Ebenso gefragt sei ein UBS-Goldprodukt mit Absicherung zum Schweizer Franken, das überwiegend in 12,5kg schweren Standardbarren investiert sei. Silber und breit aufgestellte Rohstoffkörbe sehe Schröder auf der Verliererseite. Anleger trennten sich zum Beispiel unterm Strich vom hauseigenen Commodity ex-Agriculture-Produkt und db Physical Silber (ISIN DE000A1E0HS6 / WKN A1E0HS).

Rick van Leeuwen spreche von einer generellen Tendenz hin zu Gold. "Seit Anfang des Jahres registrieren wir unterm Strich Positionierungen in Goldprodukten", beschreibe der IMC-Händler. Vergangene Woche habe die Nachfrage dann nochmals deutlich zugelegt. Investoren engagierten sich in Physical Gold-ETCs etwa von iShares und INVESCO (ISIN IE00B579F325 / WKN A1AA5X). "Wobei alle Gold-ETCs gesucht waren."

"Nach mehreren Wochen schwacher Performance erlebt Gold nun ein Comeback", bestätige Nitesh Shah von WisdomTree. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage verzeichne das Unternehmen mit 621 Millionen US-Dollar die höchsten wöchentlichen Zuflüsse in seine börsengehandelten Gold-ETCs seit 2007. Neben schärferen Tönen im Zollstreit und den Unruhen im Nahen Osten spiele die mögliche Lockerung der US-Geldpolitik Gold in die Karten. Der Präsident der Federal Reserve habe öffentlich bekundet, über Zinssenkungen nachzudenken. Thorsten Polleit von Degussa Goldhandel sehe in der Aussage die klare Botschaft, dass der US-Leitzins - aktuell liege der Satz in einem Band zwischen 2,25 und 2,5 Prozent - noch in diesem Jahr gesenkt werde. Die Maßnahme ziele vor allem auf das Abfedern möglicher Negativeffekte auf die heimische Wirtschaft durch den Handelsstreit mit China.

Gut 4,7 Prozent auf 1.336 US-Dollar pro Feinunze habe der Goldpreis auf Monatssicht zugelegt. Für Georgette Boele von der ABN AMRO sei diese Aufwärtsbewegung überwiegend der allgemeinen Dollarschwäche zu verdanken. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung gebe sich die Analystin optimistisch und sehe die Feinunze Gold zum Jahresende um 1.400 US-Dollar. Je niedriger die Zinsen, desto attraktiver erscheine Gold als zinsloser Vermögenswert. Zudem tue sich der US-Dollar mit einer Aufwertung im aktuell risikoscheuen Umfeld eher schwer. Finanzakteure fürchteten die Konsequenzen einer zunehmend launischen Handelspolitik vonseiten des US-Präsidenten. Hinzu komme die mögliche Unterstützung der chinesischen Wirtschaft vonseiten Pekings.

Öl-ETCs führe van Leeuwen einerseits auf der Abgabeseite. Mit der Auflösung von WTI Crude Oil-ETCs (ISIN DE000A0KRKN3 / WKN A0KRKN) hätten Investoren vergangene Woche einen guten Riecher bewiesen und zunächst ihre Gewinne eingestrichen. "Seit gestern sind die Käufer zurück." Die US-Sorte WTI habe seit Anfang Juni von knapp 60 auf 51 US-Dollar pro Barrel deutlich an Wert verloren. Überraschend um 6,8 Millionen auf 483,3 Millionen Barrel gestiegene Rohölbestände in den USA drückten nochmals auf die Rohölpreise. Eine Rolle spielten außerdem die möglichen Auswirkungen des Handelskonflikts auf die globale Konjunktur, was auf Sicht negativ auf die Ölnachfrage auswirken werde. Die OPEC-Bemühungen, weiter auf die Bremse bei der Ölförderung zu drücken, würden dabei tendenziell in den Hintergrund rücken. (06.06.2019/fc/a/e)





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