Rohstoff-ETCs: Edelmetalle als Profiteur der neuen FED-Politik?


11.09.20 13:44
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - War es das mit der Goldpreisrally? Das fragen sich Anleger derzeit. Denn einerseits gilt die neue geldpolitische Strategie der US-Notenbank als weiteres Argument für Gold, andererseits könnte das schon eingepreist sein, so die Deutsche Börse AG.

Die FED habe angekündigt, in Zukunft nach Phasen zu niedriger Inflation auch Phasen mit höherer Inflation zuzulassen. "Das hat die Einschätzung am Markt zementiert, dass die Zinsen noch lange niedrig und der US-Dollar schwach bleiben wird", bemerke Nitesh Shah von WisdomTree. In einem Umfeld fallender Anleiherenditen, steigender Inflation und eines schwachen US-Dollars werde sich das Edelmetall voraussichtlich weiter gut entwickeln. "Gold, auch wenn es keinerlei Zinsen abwirft, steht immer noch besser da als viele Anleihen mit ihren negativen Renditen."

"Bei Edelmetallen ist die aktuelle Konsolidierung ein guter Zeitpunkt zur Verstärkung von Positionen", meine auch Chefanlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank. Diese rechne auf Sicht der nächsten Jahre mit fallenden oder sehr niedrigen Realzinsen und dadurch mit einem spürbar höheren Goldpreis. "Edelmetalle werden so zu einem großen Profiteur der Akzentverschiebung der US-Notenbank."

Auch nach Ansicht von Dora Borbély von der DekaBank spreche die neue FED-Strategie für eine noch länger anhaltende Phase expansiver US-Geldpolitik und stütze für sich genommen die längerfristigen Perspektiven des Goldpreises. "Das derzeitige hohe Preisniveau spiegelt allerdings schon einiges der Corona-bedingten Stützungsmaßnahmen wider." Daher halte die Bank an ihrer Prognose von mittelfristig nur moderaten Goldpreissteigerungen fest. Sie sehe den Goldpreis in sechs Monaten "nur" bei 1.970 und in zwölf Monaten bei 2.020 US-Dollar.

Der Goldpreis, der Anfang August auf ein neues Allzeithoch von 2.069 US-Dollar geklettert sei, habe sich auf dem hohen Niveau nicht halten können. Am Donnerstagmorgen liege der Preis bei 1.949 US-Dollar. Auch die hohen Zuflüsse in Gold-ETCs würden sich nicht fortsetzen. WisdomTree melde Nettoabflüsse für den August. Der Bestand von Xetra-Gold, der zuvor ein Rekordhoch erreicht habe, sei leicht zurückgegangen auf 222 Tonnen.

Im ETC-Handel an der Börse Frankfurt sei Xetra-Gold in den vergangenen vier Wochen wieder umsatzstärkster ETC gewesen. Viel um sei außerdem im Xtrackers Physical Gold mit und ohne Währungsabsicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G; ISIN DE000A1E0HR8 / WKN A1E0HR), im Invesco Physical Gold, im WisdomTree Physical Gold und im Amundi Physical Gold (ISIN FR0013416716 / WKN A2UJK0) gegangen.

Ein ähnliches Bild wie bei Gold zeige sich bei Silber: Der Preis, der in der Spitze auf 29,41 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit Anfang 2013 gestiegen sei, liege jetzt bei 27 US-Dollar. Allerdings sei das immer noch mehr als eine Preisverdopplung gegenüber dem März.

Silber-ETCs seien laut WisdomTree noch gesucht gewesen. Viel gehandelt worden seien an der Börse Frankfurt der WisdomTree Physical Silver und der Xtrackers Physical Silver mit und ohne Währungsabsicherung (ISIN DE000A1E0HS6 / WKN A1E0HS; ISIN DE000A1EK0J7 / WKN A1EK0J).

Viel Aufmerksamkeit errege derzeit der Ölpreis: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sei zuletzt kurzzeitig sogar unter 40 US-Dollar gefallen, vor zwei Wochen seien es noch mehr als 46 US-Dollar gewesen. "Aus unserer Sicht sind für den Ölpreisrückgang vor allem Nachfragesorgen verantwortlich", erläutere Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Die Nachfragedynamik in den USA und anderswo sei gerade zu dem Zeitpunkt zum Stillstand gekommen, als die OPEC und ihre Alliierten (OPEC+) ihre Produktion auszuweiten begonnen hätten. "Die freien Produktionskapazitäten und auch die Lagerbestände für Rohöl und Ölprodukte sind aktuell so hoch, dass ein stärkerer Preisanstieg unwahrscheinlich erscheint."

Laut WisdomTree hätten Öl-ETCs im August weiter auf den Abgabelisten gestanden. An der Börse Frankfurt seien sie in den vergangenen vier Wochen wieder reger gehandelt worden, vor allem der WisdomTree WTI Crude Oil, der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged und der BNPP WTI Oil.

Wieder hätten lediglich die Preise von Industriemetallen wie Kupfer angezogen. Kupfer sei derzeit so teuer wie zuletzt im Sommer 2018. "Nach unserer Einschätzung ist der Preis deutlich zu hoch geklettert", erkläre die Commerzbank. Der WisdomTree Copper habe den Preisanstieg ohnehin nicht mitgemacht. (Ausgabe vom 10.09.2020) (11.09.2020/fc/a/e)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
51,505 € 51,52 € -0,015 € -0,03% 25.09./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A0S9GB0 A0S9GB 56,22 € 41,74 €
Werte im Artikel
190,12 plus
+2,72%
18,59 plus
+2,57%
143,40 plus
+2,36%
2,77 plus
+1,92%
22,99 plus
+1,06%
12,34 plus
+1,01%
3,19 plus
+0,98%
64,06 plus
+0,18%
156,02 plus
+0,15%
155,53 plus
+0,15%
152,26 plus
+0,13%
51,51 minus
-0,03%
122,59 minus
-0,16%