Robeco European Conservative Equities-Fonds: Bei defensiven Europa-Aktien sind Branchen bedeutender als Länder


03.06.19 10:22
ROBECO

Rotterdam (www.fondscheck.de) - Quantitative Strategien müssen nicht zwangsläufig eine Blackbox sein; Jan Sytze Mosselaar, Portfoliomanager bei ROBECO, zeigt anhand seines Robeco European Conservative Equities-Fonds transparent und nachvollziehbar auf, welche Modelle zur Aktienauswahl beitragen und welche Faktoren der Portfoliokonstruktion eine Rolle spielen

Gegner quantitativer Anlagestrategien würden diese häufig als Blackbox bezeichnen - aufgrund der komplexen Mechanismen, auf die sie sich stützen würden. Dies möge zwar manchmal stimmen, treffe aber keineswegs immer zu. Unsere Conservative Equities-Strategie, ein Investmentansatz für Low Volatility-Aktien, ist ein passendes Beispiel dafür, so die Experten von ROBECO.

Anhand ihres einfachen und transparenten, nach dem Bottom-Up-Prinzip arbeitenden Ranking- Ansatzes würden die Experten von ROBECO ihren Kunden jede einzelne Position oder Transaktion erläutern. Dasselbe gelte für die sich daraus ergebenden Länder- oder Branchengewichtungen.

Umgekehrt liefere das Ergebnis des Modells auch zu jedem Zeitpunkt ein Bild der relativen Attraktivität von Ländern und Branchen aus der Bottom-Up-Perspektive. Dies stelle eine Ergänzung der zahlreichen Top-Down-Analysen dar, die fundamental ausgerichtete Analysten und Ökonomen vornähmen. Tatsächlich helfe diese Art der Analyse dabei, die Kluft zwischen Factor Investing und traditionelleren, länder- und branchenbasierten Allokationsansätzen zu überbrücken.

Zur Veranschaulichung hätten die Experten von ROBECO kürzlich das aus 1.200 Aktien bestehende Anlageuniversum ihres European Conservative Equities-Fonds eingehender analysiert. Die zugrunde liegende Strategie sei ein aktiver Ansatz für Low-Volatility-Investing auf der Grundlage von hochwertigem Research. Die Titelauswahl folge einem Multifaktor-Modell, um europäische Aktien mit niedrigem absolutem Risiko und geringer Eintrittswahrscheinlichkeit von Problemsituationen sowie interessantem Aufwärtspotenzial auszuwählen.

Die Experten von ROBECO würden in punkto Risiko mehrdimensional vorgehen. Dabei würden sie Ertragsfaktoren wie Value und Momentum einbeziehen, um Aktien mit niedrigem Risiko zu vermeiden, die teuer seien oder einen negativen Kurstrend aufweisen würden. Die Experten würden die Auswahl von Aktien anhand nur eines Risikomaßes, wie zum Beispiel Volatilität oder Beta, für nicht ausreichend halten. Denn dabei ignoriere man Informationen, die andere Faktoren und Variablen liefern würden.

Es überrasche nicht, dass defensive Branchen wie Versorger, Immobilien und Basiskonsum im Hinblick auf die vom Modell berücksichtigten verschiedenen Faktoren gut abschneiden würden. Allerdings seien Basiskonsumwerte nach wie vor relativ teuer und deshalb weniger interessant als Aktien aus anderen Sektoren. Gleichzeitig seien die zyklischen Bereiche Informationstechnologie, Grundstoffe, Nicht- Basiskonsum und Industrie für Anleger eindeutig weniger attraktiv.

Klar erkennbar sei zudem der Value-Charakter der Sektoren Finanzen und Energie, ebenso die Wachstums-Charakteristik der Branchen Informationstechnologie und Gesundheit, die tendenziell eine höhere Bewertung und eine geringere Dividendenrendite aufweisen würden. Der Finanzsektor erweise sich als besonderer Fall: Zum einen enthalte er Banken mit hohem Beta wie die großkapitalisierten Universalbanken im Euroraum und zum anderen Low Risk-Finanztitel wie zum Beispiel Rückversicherer und dividendenstarke Low Beta-Banken in Skandinavien und der Schweiz.

Im Hinblick auf die Länder weist die Schweiz trotz relativ hoher Bewertungen auf Basis unseres Bottom Up-Ansatzes das beste Länder-Ranking auf, so Experten von ROBECO. Dies sei vor allem eine Folge der niedrigen Volatilität von Schweizer Aktien. Großbritannien erweise sich als relativ wenig korreliert mit dem übrigen europäischen Markt und als interessant aus der Dividendenperspektive. Allerdings sei die Volatilität britischer Aktien im Schnitt hoch.

Der stark zyklische deutsche Markt schneide beim Beta schwach und beim Momentum negativ ab, weise aber ein durchschnittliches Bewertungsniveau auf. Riskanter sei das Profil des italienischen Marktes, der von einem hohen Anteil schwankungsanfälliger Banken charakterisiert sei. Das überdurchschnittliche Beta der Märkte in Spanien und Frankreich sei hauptsächlich auf den High Beta-Charakter der dort vertretenen Großbanken zurückzuführen.

Insgesamt ergebe sich, dass in Europa die Branchen eine größere Rolle spielen würden als die Länder, was angesichts der Integration der europäischen Volkswirtschaften nicht verwundere. Beispielsweise werde die Charakteristik einer britischen Bankaktie stärker derjenigen einer französischen Bankaktie ähneln als der eines britischen Telekommunikationswerts. (03.06.2019/fc/a/f)





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