Erweiterte Funktionen

Quartals-Bilanz: Bei diesen Fondsgruppen klingeln die Kassen


03.10.17 10:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Raus aus US-Aktien! So lautete offensichtlich das Credo vieler Investoren - und zwar nicht nur in den vergangenen Monaten, so die Experten von "FONDS professionell".

Laut der Mittelzu- und -abfluss-Statistik des Fondsdatenlieferanten Mountain View stünden Anlagevehikel, die auf nordamerikanische Aktien setzen würden, bereits seit dem Jahr 2015 eher auf der Verkaufsliste der Anleger. Satte 42 Milliarden Euro hätten Geldgeber demnach seither aus dieser Anlageklasse abgezogen. Daran hätten auch die verheißungsvollen Wahlversprechen des neuen US-Präsidenten Donald Trump nicht viel geändert.

Das sei insofern ungewöhnlich, als Amerikas Leitindices wie Dow Jones, S&P 500 sowie die Nasdaq-Barommeter auf oder nahe ihrer historischer Höchststände notieren würden. Normalerweise würden die meisten Investoren keineswegs antizyklisch agieren: Nach starken Anstiegen werde gekauft und nach massiven Verlusten verkauft. Dass US-Papiere trotz der Rally so unbeliebt seien, spreche also eher für sie. Allerdings seien amerikanische Anteilscheine derzeit im historischen Vergleich auch schon reichlich hoch bewertet.

Immer mehr Fondsprofis würden daher Euroland-Aktienfonds für die bessere Alternative halten. So etwa Marc-Oliver Lux von der Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner: "Europa könnte endlich den Schwung bekommen, um den sich die Europäische Zentralbank mit ihrer expansiven Geldpolitik seit Jahren vergeblich bemüht." Das zeige sich übrigens auch in der Statistik von Mountain View: Seit Jahresbeginn hätten Anleger über vier Milliarden Euro in diese Fondsgruppe gesteckt. Das seien im Jahresvergleich die höchsten Zuflüsse seit Beginn der Mountain-View-Aufzeichnungen im Jahr 2008.

"FONDS professionell ONLINE" habe sich angesehen, wie sich die Zuflüsse der wichtigsten Fondskategorien seit Jahresbeginn entwickelt hätten.

Aktienfonds Emerging Markets:

Einen leichten Rücksetzer hätten Schwellenländer-Aktienfonds im August zwar hinnehmen müssen, im September habe die Fondskategorie aber schon wieder über eine Milliarde Euro eingesammelt. Damit gehe die jüngste Erfolgsstory der Emerging-Market-Geldtöpfe wohl in die nächste Runde. Seit Jahresbeginn hätten sie über acht Milliarden Euro eingesammelt.

Aktienfonds Euroland:

Ähnlich sehe es auch bei Euroland-Aktienfonds aus. Vom Januar abgesehen, dürften sich die Anlagevehikel über kontinuierliche Mittelzuflüsse freuen. Im September hätten sie mit einem Plus von über einer Milliarde Euro sogar die höchsten Zuflüsse seit Oktober 2015 verzeichnet. Über das ganze Jahr hinweg hätten Investoren damit knapp vier Milliarden Euro in Euroland-Aktienfonds angelegt.

Aktienfonds Europa:

In den Sommermonaten habe sich der Himmel über Europa-Aktienfonds zwar etwas aufgehellt. Allerdings hätten die Mittelzuflüsse nicht recht lang angehalten. Die vergangenen zwei Monate hätten Anleger schon wieder Gelder aus der Fondskategorie abgezogen. Ein Minus von knapp zwei Milliarden Euro stehe hier seit Jahresbeginn zu Buche.

Aktienfonds Nordamerika:

Noch weniger Vertrauen hätten Anleger derzeit in nordamerikanische Aktienfonds. Über zehn Milliarden Euro hätten sie aus der Fondsgruppe seit Jahresbeginn abgezogen. Leichte Zuflüsse habe es nur im Januar und Juli gegeben - die seien aber verschwindend klein gewesen.

Aktienfonds global:

Insgesamt hätten globale Aktienfonds bislang ein durchaus positives Jahr hinter sich. Immerhin hätten sie Gelder in Höhe von knapp 13 Milliarden Euro einsammeln können. In den vergangenen beiden Monaten hätten Investoren aber insgesamt 1,7 Milliarden Euro aus der Fondskategorie abgezogen.

Aktienfonds gesamt:

Nachdem Anleger aus Aktienfonds im August insgesamt 3,4 Milliarden Euro abgezogen hätten, habe es im September schon wieder etwas besser ausgesehen. Knapp drei Milliarden Euro hätten Anleger in die Fondsklasse investiert. Über das ganze Jahr hinweg seien immerhin 7,5 Milliarden Euro in Aktienfonds geflossen.

Anleihenfonds Unternehmen:

Auch Fondsmanager, die einen Unternehmens-Anleihenfonds steuern würden, dürften wenig zu meckern haben. Immerhin hätten sie mit ihren Anlagevehikeln seit Jahresbeginn knapp zehn Milliarden Euro vereinnahmt. Allerdings sei der Geldstrom in den letzten drei Monaten etwas abgeflaut.

Anleihenfonds gemischt:

Noch besser würden bislang aber gemischte Anleihenfonds bilanzieren. 68 Milliarden Euro hätten Anleger seit Jahresbeginn in diese Fondsgruppe investiert. Besonders hoch sei das Plus im Mai und Juni ausgefallen, als den gemischten Bondfonds jeweils mehr als zehn Milliarden Euro zugeflossen seien.

Anleihenfonds gesamt:

Dank der guten Ergebnisse bei gemischten Anleihenfonds hätten Rentenfonds in den ersten drei Quartalen insgesamt knapp 91 Milliarden Euro einsammeln können. Im September seien die Zuströme in Vergleich zu den vorangehenden Monaten mit knapp vier Milliarden Euro aber vergleichsweise moderat ausgefallen.

Mischfonds:

Gemischte Portfolios würden zu den Lieblingen der Anleger zählen, hätten aber mit rund 45 Milliarden Euro nicht ganz so viel Geld einsammeln können wie Anleihenfonds. Die Zuflüsse würden sich seit Jahresanfang aber auf einem konstanten Niveau zwischen vier bis 5,5 Milliarden Euro bewegen. (Analyse vom 02.10.2017) (03.10.2017/fc/a/f)