Phaidros Funds: Bitcoin und die Reinkarnation eines archaischen Relikts - Fondsanalyse


09.11.17 13:00
EYB & WALLWITZ

München (www.fondscheck.de) - Der praktische Nutzen von Bitcoins sei gering, so Dr. Georg Graf von Wallwitz, Fondsmanager der Phaidros Funds (Balanced: ISIN LU0295585748 / WKN A0MN91; Conservative: ISIN LU0504448563 / WKN A1CXCB; Fallen Angels: ISIN LU0872913917 / WKN A1KBEL) und Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH. In seinem aktuellen Börsenblatt skizziert er die Geschichte der Bitcoins und zieht eine Parallele zum Gold des digitalen Zeitalters:

Als Bitcoins am 3. Januar 2009 zu existieren begonnen hätten, sei die Finanzwelt in heller Aufruhr gewesen. Nicht wegen der Bitcoins, sondern weil die Institutionen der Wall Street einen massiven Vertrauensverlust provoziert hätten, dem die Zentralbanken mit einer kräftigen Zinssenkung und der Ausweitung ihrer Bilanzen hätten begegnen müssen. In dieser Phase der großen Vertrauenskrise in die bestehenden Institutionen habe ein Kryptograph unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto die Bitcoins geschaffen.

Mit seinen Eigenschaften seien Bitcoins so etwas wie das Gold des digitalen Zeitalters: sie würden eine gewisse Sehnsucht nach finanzieller Unabhängigkeit vom staatlich überwachten System erfüllen, böten einen Schutz vor Inflation und die Bewertung finde ausschließlich aufgrund von Spekulation statt. Und so störe es im Grunde niemanden, dass man damit nicht einkaufen könne.

Bitcoins würden allerdings niemals eine Währung werden. Denn eine solche müsse zum Einkauf taugen - nicht nur zum Handel auf dem Bildschirm - und zur Wertaufbewahrung. Keines der beiden Kriterien würden die Bitcoins erfüllen. Sie seien zu volatil und würden nicht für die reale Güterwelt taugen.

Wo stehe man also jetzt bei den Bitcoins? Gewiss würden sich dieselben Argumente, die für Gold sprechen würden, auch für Bitcoins anführen lassen. Aber es gelte ebenso für Bitcoins das Diktum von John Meynard Keynes, wonach es sich bei Gold um ein "archaisches Relikt" handle, also um ein im Wesentlichen emotionales Asset, das einem aufgeklärten Investor immer fremd bleibe. Dr. Georg Graf von Wallwitz wisse nicht, wer heute noch in Bitcoin investiere, aber er tippe auf Weltuntergangspropheten, Spekulanten, Drogendealer und Anarchisten. Aber letztlich sei das nicht relevant, denn Währungen würden immer ein gewisses Glaubenselement in sich tragen. Wer an den Wert bedruckten Papiers glauben könne, könne prinzipiell auch an den Wert einer Zahl auf dem Bildschirm glauben.

So gehe der Experte davon aus, dass der Bitcoin bleiben werde, auch wenn ihn niemand wirklich brauchen könne. Als Spekulationsobjekt eigne er sich allemal, und die dahinterstehende Technik sei genial.

Und dennoch werde der Experte die Finger davon lassen. Bitcoins seien sehr anfällig für eine Blasenbildung: Die Kryptowährung sei eine neue "Story". Bislang habe niemand einen Verlust damit gemacht, denn es gehe eigentlich immer nur nach oben. Die einfachen Gewinne würden die Spekulanten an den Wahrheitsgehalt ihrer Story glauben lassen. Dies seien die klassischen Elemente, aus denen Blasen geboren würden. Der Anstieg der Bitcoins von fast 0 auf 7.400 USD innerhalb weniger Jahre sollte klugen Investoren zu denken geben.

Bitcoins sind also nichts für Leute wie uns, so Dr. Georg Graf von Wallwitz. Aber die Entwicklung stehe noch ganz am Anfang. Es werde sich lohnen, sie zu verfolgen. Und sei es nur als Barometer für den Risikoappetit des Marktes. Denn solange die Bitcoins so weiterlaufen würden, müsse man sich über die Bewertungen und Trends am Aktienmarkt keine großen Sorgen machen. (09.11.2017/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
155,223 € 155,854 € -0,631 € -0,40% 17.11./17:31
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0295585748 A0MN91 157,75 € 141,33 €
Werte im Artikel