PEH EMPIRE-Fonds: Value vs. Growth - Auf diese Faktoren achtet Fondsmanager Martin Stürner


01.04.21 15:00
PEH Wertpapier

München (www.fondscheck.de) - Hinter dem Aktienmarkt liegt eine absolute Growth-Dekade - Wachstumswerte schlugen die Value-Konkurrenten meist deutlich, so die Experten von PEH Wertpapier.

Nun fange der Kapitalmarkt aber an zu rumoren. Gehe die Auseinandersetzung zwischen Value und Growth in eine andere Richtung? Was jetzt wichtig werde.

Wer derzeit täglich die Entwicklung seines Aktiendepots verfolge, dürfte hin und her gerissen sein von den jüngsten Entwicklungen. Denn an den Märkten würden Value und Growth miteinander ringen. Das sei in den vergangenen Jahren nicht immer so gewesen. Die gerade von institutionellen Investoren fast ausschließlich als Benchmark benutzten Russell-Indices würden beispielsweise in ihren Value- und Growth-Ausprägungen klarmachen, wie groß der Abstand zwischen den beiden Investmentstilen sei.

Während die von Warren Buffett so innig geliebten Value-Werte im Russell 1000 Value eine annualisierte 10-Jahres-Rendite von rund 10,65 Prozent erreicht hätten, habe im gleichen Zeitraum das Äquivalent namens Russell 1000 Growth jährlich einen durchschnittlichen Satz von etwa 16 Prozent nach vorne gemacht. Auch die MSCI-Indices würden die deutliche Outperformance der Growth-Werte zeigen.

In den vergangenen Wochen und Monaten habe sich das Blatt aber gewendet - plötzlich seien die klassischen Value-Branchen hervorgetreten. Banken, Energiekonzerne, Konsumgüter und Industriewerte seien plötzlich wieder gefragt gewesen. Gleichzeitig hätten einige Finanzdienstleister auf die sinkende Korrelation zwischen Aktien hingewiesen, was heiße, dass deren Entwicklungen inzwischen deutlich voneinander abweichen würden. Gleichzeitig würden die Streuungen und damit die Unterschiede zwischen den Maximal- und Minimalrenditen einzelner Aktien auseinanderdriften. Das mache das Umfeld am Aktienmarkt für Fondsmanager und Investoren nicht unbedingt einfacher - auf welche Faktoren achte die Börse also in einer Transformationsphase von der Growth-Ära hin zu einem Value-Aufleben?

1. Welche makroökonomischen Faktoren entscheidend seien

Auslöser für die zuletzt mitunter erratischen Bewegungen an den Kapitalmärkten seien die langsam, aber stetig ansteigenden Renditen der US-Treasuries gewesen. Denn der Weg sei damit nicht weit zu einem bisher verlässlichen Mantra: Bei höheren Zinsen würden klassischerweise Value-Titel profitieren. "Die deutliche Bewegung im amerikanischen Zinsmarkt führte dazu, dass es viele Gewinnmitnahmen bei Aktien gab", bestätige auch Martin Stürner, Vorstand bei der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE, merke aber gleichzeitig an: "Steigende Zinsen wären inzwischen nicht mehr unbedingt schlecht für Growth-Werte. Gerade im Tech-Bereich sind die Firmen nicht mehr fremdfinanziert, sondern eher regelrechte Cashmaschinen." Um Entwicklungen, wie die Aktienmärkte sie gerade durchleben würden, trotzdem frühzeitig zu erkennen, setze Stürner auf eine tagesaktuelle Analyse von einem Score, der sich aus den Bereichen Makro, Mikro und Sentiment zusammensetze.

Eine Prognose möchte Stürner deshalb nicht abgeben, vielmehr verlasse er sich auf die Signale seines quantitativen Modells. Ein entscheidender Faktor, der dabei neben den Zinsen wichtig werden dürfte, sei laut vielen Marktbeobachtern auch die ebenfalls seit Anfang des Jahres anspringende Inflation, die ebenfalls eher für Substanzwerte spreche. Und auch die makroökonomischen Entwicklungen würden in diesem Wirkungsfeld eine Rolle spielen - zwar habe der IWF seine Prognose zum Wirtschaftswachstum erhöht, gleichzeitig würden aber noch viele Länder mit der Corona-Pandemie und Lockdowns kämpfen.

2. Was die Unternehmensdaten verraten würden

So heftig die Unternehmen auch noch im ersten Halbjahr 2020 getroffen worden seien, die Erholung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sei schnell von Statten gegangen. Viele Unternehmen hätten ihre vorher noch gekürzten Prognosen übertroffen, und gerade die Growth-Werte hätten mit stabilen Cashflows und Gewinnen überzeugt. Unternehmen aus Value-Sektoren, die schon vor der Pandemie fundamental schlechter dagestanden hätten, hätten ihre Fundamentaldaten seitdem nicht signifikant verbessern können - auf Mikro-Ebene gebe es deshalb wenig Bewegung. Solange sich das nicht ändere, scheine auch eine langfristige Rotation von Growth in Value unwahrscheinlich.

"Unser Mikro-Score zeigt bisher keine Veränderung an, weil die realen Fundamentaldaten der Value-Werte die letzte Marktbewegung nicht unterstützen können", meine Stürner mit Blick auf die noch immer gute und mit den Zahlen aus dem vierten Quartal 2020 eher noch verbesserte Lage von Growth-Werten - etwa aus dem Tech-Bereich. Der Rücksetzer in der Bewertung könnte also wohlmöglich eher als Kaufchance taugen.

3. Warum auch das Sentiment entscheidend sei

"Während noch immer Lockdowns und hohe Fallzahlen auf der Marktstimmung lasten, zeigt sich ein gewisser Risikoappetit unter Anlegern - angetrieben durch die Aussicht auf diverse Hilfspakete durch die Politik", habe etwa Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades analysiert. Gleichzeitig würden aber auch Bedenken wegen der Corona-Pandemie, heiß gelaufener Märkte und der makroökonomischen Entwicklungen bleiben.

So habe sich etwa der renommierte Fear & Greed Index von CNN reichlich unentschlossen gezeigt und sei zwischen Gier und Angst hin und her geschossen. Allein seit Jahresbeginn habe er ein halbes Dutzend Mal die Seiten gewechselt. Value oder Growth - so richtig wolle sich noch niemand festlegen. Sollte es aber so weit kommen, könnte das Auswirkungen haben. "Auch wir haben in unseren Scores gesehen, dass das Sentiment der Marktteilnehmer wichtiger wird und die Märkte berührt", erkläre Stürner mit Blick auf seinen Sentiment-Score. Die aktuellen Verwerfungen würden ihm aber keine Sorgen machen: "Sollte sich wirklich ein Trendumschwung ergeben, werden wir das in unseren Scores erkennen und entsprechend reagieren." (01.04.2021/fc/a/f)





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