OYSTER Japan Opportunities Fonds: Japanische Aktien verdienen mehr Aufmerksamkeit


04.04.19 13:00
SYZ Asset Management

Genf (www.fondscheck.de) - 2018 floss eine Rekordsumme an ausländischen Kapitalströmen aus dem japanischen Aktienmarkt, doch diese Kapitalflucht ist kein neues Phänomen: Schon seit Jahrzehnten lassen Vermögensverwalter weltweit japanische Aktien links liegen, so Joël Le Saux, Portfolio Manager des OYSTER Japan Opportunities bei SYZ Asset Management.

Es sei eins der hartnäckigsten Rätsel in der Vermögensverwaltung: Warum würden Fondsselektoren eine Untergewichtung in der Anlageklasse halten, die am wenigsten mit den wichtigsten großen globalen Märkten korreliere?

Ein - vielleicht pragmatischer - Grund, weshalb Anleger in Japan untergewichtet seien, sei: "Westliche" Anleger würden den Markt oft als peripher betrachten, da er in globalen Indices viel weniger Gewicht habe als die USA oder Europa. Doch Japan sei auch zum Opfer des Home Market Bias der Anleger geworden. Denn das Land sei sehr weit von den globalen Kapitalmarktzentren der Industrieländer entfernt und werde von global investierenden Anlegern oft übersehen, die sich in der Regel mehr für Schwellenländer interessieren würden. Diese hätten ein höheres Beta - die Kurse der Titel aus diesen Regionen würden stärker als ihr Index schwanken und seien somit risikoreicher, würden aber auch hohe Gewinne verheißen. Insbesondere China ziehe die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf sich - zuungunsten anderer Regionen.

Doch japanische Aktien seien als Anlageklasse ein wirkungsvolles Instrument der Risikostreuung. Mit einer Korrelation von 0,66 zu den USA und 0,70 zu Europa weise Japan eine geringe Korrelation zu anderen Aktienmärkten auf. Und so unfassbar das klingen möge: Aber Schwellenländer seien mit einer Korrelation von 0,79 den europäischen Märkten näher als Japan. In dieser Hinsicht steche Japan für Vermögensverwalter weltweit als überragend diversifizierendes Element heraus.

Diese geringere Korrelation entstehe zum großen Teil durch die Währung. Der Japanische Yen sei sehr risikoavers - er zähle zu den defensiven Währungen, die im Gegensatz zu vielen anderen Währungen aufwerten würden, wenn Märkte schwanken würden. Aufgrund dieser Eigenschaft sollte der Japanische Yen einen festen Platz in jeder globalen Vermögensallokation haben. Auch europäische Anleger und Vermögensverwalter sollten Japan in ihren Portfolios daher nicht vernachlässigen. So würden sie ihre Allokationen in Titeln der europäischen Kernländer diversifizieren, und damit faktisch dem Euro, da der Großteil ihrer Investments auf die Gemeinschaftswährung laute. Global gesehen stelle die Tokioter Börse Kabutocho eine gute Diversifizierungsquelle dar, mit der Anleger potenziellen Risiken in Europa begegnen könnten, wie etwa dem Brexit und der politischen Instabilität in Italien und Frankreich.

Trotz seiner Lage sei Japan zudem nicht so stark den stürmischen Marktschwankungen ausgesetzt, die oft die Schwellenländer Asiens heimsuchen würden. Dafür gebe es mehrere Gründe. Zunächst hätten japanische Firmen insgesamt ein sehr geringes Engagement in China. Tatsächlich würden in China die beliebtesten Smartphone-Marken aus dem eigenen Markt und die beliebtesten ausländischen Autos aus Deutschland stammen. Obwohl China der größte Markt für Kraftfahrzeuge weltweit sei, sei dort nur jedes zehnte verkaufte Auto ein Toyota.

Dennoch belaste die chinesische Konjunkturverlangsamung einige zyklische Sektoren. Hierzu würden Robotik, Fabrikautomatisierung und Rohstoffe wie Stahl zählen. In ihrem Portfolio würden die Experten von SYZ Asset Management aus diesem Grund nur drei der fünfzig im japanischen Unternehmen halten, die im Nikkei China Related Index vertreten seien, einschließlich Toyota. Der Nikkei China Related Index liste jene großen japanischen Unternehmen, die eine vergleichsweise hohe Verbindung mit China hätten.

Japanische Aktien seien derzeit günstig, und die Bewertungen würden bereits eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums sowie die Herabstufungen der Konsensprognosen bei den Unternehmensgewinnen berücksichtigen. Insbesondere das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) befinde sich auf einem Sechsjahrestief und liege bei etwa 1,1 - mit einem Rückgang von rund 15 Prozent seit dem letzten Sommer. Dieses niedrige KBV mache den japanischen Markt sehr attraktiv. Als Eigenkapitalrendite könnten Anleger jährliche Gewinne von mehr als 7 Prozent erwarten.

Unabhängig davon liege die Dividendenrendite bei etwa 2,5 Prozent. Hierbei könne man 1 weiteres Prozent für Aktienrückkäufe hinzurechnen. Denn viele Unternehmen, wie etwa Softbank und Sony, hätten in der laufenden Berichtssaison signifikante und unerwartete Aktienrückkaufprogramme angekündigt. Zusammen ergebe das eine Aktionärsrendite von über 3,5 Prozent.

Hinzu komme: Im Gegensatz zur Federal Reserve (FED) oder der Europäischen Zentralbank (EZB) könne man die zukünftigen Maßnahmen der Bank of Japan, die gerade im Stillstand-Modus sei, sehr gut voraussehen. Stabilität werde im Jahr 2019 Japans Vorteil im Vergleich zu anderen wichtigen Aktienmärkten sein.

Angesichts der anhaltenden Verlangsamung der Weltwirtschaft würden die Experten von SYZ Asset Management Inlandsunternehmen und multinationale Unternehmen bevorzugen, die auf die USA ausgerichtet seien. Attraktive Bewertungen und eine gute Prognosesicherheit würden ihrer Ansicht nach öffentliche Versorgungsunternehmen und Unternehmen im Bereich Infrastruktur bieten. Diese würden zudem kaum auf die Veränderungen des globalen Wirtschaftszyklus reagieren. Und wir mögen Unternehmen mit soliden Bilanzen, die gute Dividenden zahlen und gleichzeitig eine niedrige Ausschüttungsquote haben, um zukunftsfähige Zahlungen zu sichern, die Experten von SYZ Asset Management. Zudem würden sich die Experten immer freuen, wenn Unternehmen als i-Tüpfelchen eine Rückkaufoption bieten würden - denn Aktienrückkäufe könnten Aktienkursen zusätzlichen Auftrieb verleihen. (04.04.2019/fc/a/f)






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