OFI Precious Metals Funds: Steigender Goldpreis - Alles hängt von der Inflation ab - Fondsanalyse


03.09.20 11:30
OFI Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Nach dem historisch einmaligen Einbruch von Angebot und Nachfrage für physisches Gold auf dem Gipfel der Corona-Krise erklimmt der Goldpreis mittlerweile ein Hoch nach dem anderen, so die Experten von OFI Asset Management.

Zuletzt habe eine Unze Gold 1.986,43 US-Dollar gekostet (Stand: 01.09.2020). Sollten Anleger jetzt noch einsteigen oder besser nicht? Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds (ISIN FR0011170182 / WKN A1J4GP) bei OFI Asset Management, erkläre, warum Gold gegenüber anderen Assetklassen heute attraktiv sei und unter welchen Umständen der Goldpreis in den kommenden Monaten weiter steigen könnte.

Es bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen den Realzinsen, insbesondere in den USA, und dem Goldpreis. Je niedriger die Realzinsen seien, desto höher steige der Goldpreis. Die Experten von OFI Asset Management würden davon ausgehen, dass die westlichen Zentralbanken das derzeitige niedrige Zinsniveau langfristig beibehalten würden, um die Schuldenlast der Staaten zu begrenzen. Es bleibe nur die Frage, wie sich die Inflation entwickeln werde, mit der die Realzinsen steigen oder fallen würden, und damit auch der Goldpreis.

Die Finanzkrise 2008 habe gezeigt, dass Inflation nicht zwangsläufig eintrete, nur weil die Geldpolitik extrem locker sei. Aufgrund der unzureichenden Kreditnachfrage sei die von den Zentralbanken zugeführte Liquidität im Finanzsystem geblieben und nicht in die Realwirtschaft gelangt, wodurch die Preise unter Kontrolle geblieben seien.

Diese jüngste Krise könnte jedoch ganz andere Folgen haben. Neben der Ausweitung der lockeren Geldpolitik habe die Pandemie die Regierungen insbesondere in den USA und Europa veranlasst, ihren Bürgern eine Vielzahl von Konjunktur- und fiskalpolitischen Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld, direkte Auszahlungen und finanzielle Hilfen zukommen zulassen, die nicht zurückbezahlt werden müssten. Der Staat zwinge insbesondere über staatlich besicherte Hilfskredite die Banken, Unternehmen Geld zu leihen. Das seien de facto Liquiditätsspritzen direkt in die Realwirtschaft, wovon die Regierungen angesichts ihres geringen geldpolitischen Spielraumes erneut Gebrauch machen könnten und so die Zustimmung der Zentralbanken zur Geldschöpfung umgehen würden.

Hinzu komme ein oft ignorierter Faktor, der die Inflation nach oben treiben könnte: Der Energie- und Klimawandel. Regierungsbehörden, insbesondere in Europa, würden in ihren Konjunkturplänen großen Wert auf die Energiewende legen, was die Strompreise bald in die Höhe treiben könnte. Die Kosten der Umwandlung alternativer Energieträger in elektrischen Strom würden zwar sinken, doch die Marktpreise seien nach wie vor hoch. Nach Angaben der französischen Energieregulierungskommission (CRE) würden die Kosten der Windenergie für EDF im Jahr 2021 bei 92,4 EUR/MWh liegen, während die Solarenergie 278,2 EUR/MWh kosten werde.

Die Schlussfolgerung: Anders als während der Finanzkrise sei es heute gut möglich, dass die Inflation in den nächsten Monaten steige. Wenn die Inflation auf 2,5 Prozent steigen und folglich die Realzinsen um einen Prozentpunkt sinken würden, könnte dies den Goldpreis auf einen neuen Höchststand von bis zu 2.400 US-Dollar pro Unze treiben. Wenn die Inflation aufgrund neuer Konjunkturprogramme noch weiter steigen sollte, dann wäre sogar ein noch höherer Goldpreis möglich.

Der von Benjamin Louvet verwaltete UCITS-Fonds OFI Precious Metals investiere konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen 5 Prozent des Portfolios seien in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermögliche Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiere nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds sei in Euro währungsgesichert und börsentäglich liquide. (03.09.2020/fc/a/f)