OFI Precious Metals Fund: Die Nachfrage nach Silber steigt - gerade in der Energiewende


09.09.20 14:00
OFI Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Die Nachfrage nach Silber steigt, so die Experten von OFI Asset Management.

So seien die ETF-Käufe auf Silber seit Anfang des Jahres schneller als die auf Gold gestiegen. Die Bestände hätten sich um 50% auf 900 Millionen Unzen erhöht, erkläre Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds (ISIN FR0011170182 / WKN A1J4GP) bei OFI Asset Management.

Silber habe zwar länger als Gold benötigt, um sich von der relativ schlechten Performance in den letzten Monaten wieder zu erholen. Die Nachfrage, insbesondere von der Industrie, die etwa 51% der Silberabnahme ausmache, sei zusammengebrochen. Aber auch die Angebotsseite habe durch die Pandemie gelitten. Der Großteil der Produktion komme aus Süd- und Mittelamerika, zwei Regionen, die von der Gesundheitskrise hart getroffen worden seien. Ende Mai hätten bis zu 66% der Produktionsanlagen ihren Betrieb eingestellt. Inzwischen normalisiere sich die Lage. Allerdings sei die Situation in einigen Ländern immer noch sehr unsicher.

Im aktuellen makroökonomischen Klima werde Silber wahrscheinlich weiterhin das Beste aus seinem Edelmetallstatus machen und sich wie Gold von der Aussicht auf niedrigere Realzinsen leiten lassen. Wenn der Preis jedoch noch höher steigen solle, müsse Silber, zum Beispiel in der Industrie, neue Wachstumsquellen finden.

Die Aussichten seien vielversprechend. Silber werde zunehmend in Technologien zur Energieumwandlung eingesetzt. Eine der Anwendungen sei die Elektromobilität. Silber sei ein ausgezeichnetes leitfähiges Element; es werde zwar nicht zur Herstellung von Batterien verwendet, aber zur Herstellung einzelner Zellen in Baugruppen oder für die Bordelektronik. Allein die Automobilindustrie habe heute einen jährlichen Bedarf von 40 Millionen Unzen, etwa 5% des gesamten Silberabbaus. Da das Elektroauto in den kommenden Jahren wohl einen Boom erleben werde, schaffe dies eine neue Nachfragequelle, die die Preise in die Höhe treiben werde.

Auch die Nachfrage nach Silber in Batterien zur Energiespeicherung könnte steigen - und in der Energieproduktion. Silber sei aufgrund seiner leitenden Eigenschaften ein wesentlicher Bestandteil in der Photovoltaikindustrie. Obwohl sich die Technologie weiterentwickelt habe und die pro Panel verwendete Silbermenge verringert worden sei, habe das Wachstum zu einer Verdoppelung der Nachfrage zwischen 2014 und 2019 geführt. Dieser Sektor allein werde 2020 über 12% der weltweiten Silberproduktion ausmachen. Da Pläne zur Weiterentwicklung der Technologie angekündigt worden seien, könnte der Anteil dieses Sektors am Silberverbrauch steigen und die Silberpreise weiter steigen lassen.

Die Weltbank mahnte kürzlich, dass wir beim Übergang zu elektrischen Technologien und erneuerbaren Energien Gefahr laufen, von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in eine Abhängigkeit von Metallen hineinrutschen, so die Experten von OFI Asset Management. Sie habe ein Szenario gezeigt, das mit einer globalen Erwärmung von weniger als 2°C die Nachfrage nach Silber auf etwas mehr als 300.000 Tonnen steigen könnte, d.h. auf mehr als die derzeitige Produktion von zehn Jahren. Und dies betreffe nur die Energieproduktion. Silber sei aber auch ein Metall, dessen Anwendungen sich weiter entwickeln könnten. Neue Batterietechnologien, die als "Festkörper-Lithium" bezeichnet würden - im Gegensatz zu den Lithium-Ionen-Batterien - würden beispielsweise den Einsatz von versilberten Graphitanoden erproben.

Das zukünftige Wachstumspotenzial für Silber sei entsprechend groß - vorausgesetzt, die Wirtschaft finde zu ihrem normalen Tempo zurück. Kurzfristig bleibe die Entwicklung des Edelmetalls aber eng mit dem Schicksal von Gold verbunden.

Der von Benjamin Louvet verwaltete UCITS-Fonds OFI Precious Metals investiere konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen fünf Prozent des Portfolios seien in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermögliche Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiere nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds sei in Euro währungsgesichert und börsentäglich liquide. (09.09.2020/fc/a/f)