ODDO BHF Polaris Balanced Fonds: Welche Aktien von einem dauerhaften Ende der Corona-Maßnahmen profitieren können


16.07.21 13:00
ODDO BHF Asset Management

Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Tilo Wannow, Portfoliomanager des ODDO BHF Polaris Balanced Fonds (ISIN LU1781769358 / WKN A2JEN8) von ODDO BHF Asset Management, sieht allerorten Hoffnung auf ein dauerhaftes Ende der Lockdowns.

Er erläutere in einem aktuellen Marktkommentar, welche Aktien und Branchen aktuell noch von den Lockerungen profitieren könnten:

"Der Sommer 2021 ist einer der gemischten Gefühle: Die Impfkampagnen in vielen Ländern sind vorangeschritten, viele Einschränkungen konnten inzwischen gelockert werden, Wirtschaft und Konsumenten atmen auf. An den Aktienmärkten haben gerade zu Beginn des Jahres die Profiteure der Wiederöffnung stark profitiert. Ungetrübt ist die Zuversicht jedoch nicht. Neue, ansteckendere Virusvarianten drohen die Öffnungsschritte zu verlangsamen, ein Wettrennen zwischen Impffortschritt und dem Ausbreiten der sogenannten Delta-Variante ist in vollem Gange. Aktuell erscheint jedoch aufgrund des guten Schutzes von Impfungen gegen schwerere Krankheitsverläufe eine weitere Öffnung restlicher Wirtschaftsbereiche vorrangig auf der politischen Agenda zu stehen. Welche Aktien könnten noch profitieren?

Die größten Gewinner der Lockerungsmaßnahmen sind die großen Verlierer der davor geltenden Mobilitäts- und Kontakteinschränkungen. Die größten Gewinnsprünge nach Ende der Lockdowns findet man in Branchen wie der zivilen Luftfahrt, dem stationären Einzelhandel und der Reise- und Freizeitindustrie (inkl. Restaurants/Catering). In diesen Bereichen ist eine Rückkehr zu Vorkrisenniveaus möglich, teilweise sogar ein Nachholverhalten bei Konsumenten zu sehen. Unternehmen, die gestärkt durch die Krise kommen, wie die US-Buchungsplattform Booking.com, könnten ihre Marktstellung sogar weiter ausbauen.

Mindestens genauso interessant sollten Unternehmen sein, die indirekt von Lockerungsmaßnahmen profitieren. Oftmals sind dies Zulieferer für Unternehmen aus den oben genannten Branchen. Brauereiunternehmen zum Beispiel verdienen mit dem Vor-Ort-Konsum in Bars, Sportstätten etc. eine höhere Marge als mit dem krisenstabilen Verkauf im Supermarkt. Ähnliches gilt z.B. für die Anbieter von Süßwaren und Snacks. Die Magnum-Eisprodukte von Unilever werden häufig in Kinos, Freibädern und generell unterwegs konsumiert. Hier bietet sich entsprechendes Erholungspotenzial. Auch bei anderen Konsumgüterfirmen wie der amerikanischen Church & Dwight (Trockenshampoos) oder L'Oréal (Make-up) schlummern Teilbereiche, die nach Aufhebung von Restriktionen profitieren werden. Auch viele Medizintechnikunternehmen, deren Produkte aufgrund verschobener Operationen zuletzt weniger nachgefragt wurden, können einen wahren Nachholboom erleben. Diese Beispiele zeigen, dass es lohnend sein könnte, auf die versteckten Gewinner einer Normalisierung zu setzen.

Die Aktienmärkte haben bereits ein gutes Stück an Normalisierung eingepreist. Auf die offensichtlichen Gewinner zu setzen könnte somit Enttäuschungspotenzial bieten. Zumal nicht alle Branchen zwangsläufig zu ihrem Vorkrisenniveau zurückkehren müssen. Strukturelle Entwicklungen wie der Online-Handel, der digitale Zahlungsverkehr oder Home-Office-Modelle sprechen für eine dauerhaft veränderte Normalität nach der Krise. Indirekte oder versteckte Profiteure vom Ende der Restriktionen bieten vor diesem Hintergrund ein vermutlich besseres Chance-Risikoprofil." (16.07.2021/fc/a/f)