Nordea hebt Kauflimit beim Stable Return auf


01.12.17 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das für Alt-Anleger geltende Zeichnungslimit von täglich einer Million Euro ist wieder aufgehoben. Über die neuen Regeln in Bezug auf das Soft-Close des Fonds sprach "FONDS professionell ONLINE" mit Deutschland-Geschäftsführer Dan Sauer.

Anfang September 2016 habe die skandinavische Nordea AM einen sogenannten "Soft-Close" für ihren Mischfonds-Bestseller Nordea Stable Return verhängt. Das Prestigeportfolio sei mit einem Volumen von mehr als 18 Milliarden Euro an seine Kapazitätsgrenze gestoßen, habe es damals geheißen. Wegen des hohen Anlegerzuspruchs würden seither keine neuen Mittel für den Fonds mehr angenommen. Bestehende Investoren könnten zwar unverändert Anteile zeichnen oder verkaufen, und auch laufende Sparpläne seien von dem Schritt nicht betroffen. Allerdings habe sich das Nordea-Management Anfang Oktober 2016 gezwungen gesehen, die täglich handelbaren Anteilsvolumina auf eine Million Euro pro "Alt-Investor" zu begrenzen.

Mit dem täglichen Zeichnungslimit von einer Million Euro sei nun offenbar Schluss, wie aus einer Mitteilung des Asset Managers an die Anteilsinhaber, die "FONDS professionell" vorliege, herauszulesen sei. Das bedeute konkret: Alt-Anleger könnten ab Anfang Dezember wieder unlimitiert Anteile an dem Fonds erwerben. Für Neu-Anleger bleibe der Soft-Close indes bis auf Weiteres gültig.

Die Redaktion habe dazu mit Dan Sauer gesprochen, Geschäftsführer von Nordea Fonds Service, und gleich auch noch die Gelegenheit genutzt, dem Deutschland-Chef zur wenig zufriedenstellenden Performanceentwicklung des Fonds auf den Zahn zu fühlen.

Herr Sauer, stimmt es, dass die im Oktober vergangenen Jahres im Zusammenhang mit dem Soft-Close des Fonds eingeführte Beschränkung auf täglich handelbare Anteilsvolumina in Höhe von einer Million Euro pro "Alt-Investor" wieder aufgehoben wurde?

Dan Sauer: Das ist korrekt. Nordea hat beschlossen, mit Wirkung vom 1. Dezember 2017 das tägliche Zeichnungslimit von einer Million Euro aufzuheben. Das verwaltete Vermögen befindet sich mit aktuell 17,5 Milliarden Euro auf einem Stand, der diese Maßnahme rechtfertigt. Nordea behält sich zukünftig weiterhin vor, nach eigenem Ermessen Maßnahmen zum Schutz des Anlagekonzeptes und der Investoren zu ergreifen, sollte der Fonds ein zu starkes Wachstum verzeichnen.

Dieser Beschluss hat aber keine Auswirkungen auf das Soft-Closure, das seit dem 7. September 2016 besteht, richtig?

Sauer: Exakt. Infolgedessen nimmt der Nordea Stable Return Fund weiterhin keine Zeichnungen neuer Anleger an.

Mancher Fondsvermittler kommt derzeit beim Blick auf die unterdurchschnittliche Wertentwicklung des Nordea Stable Return Fund zu dem Ergebnis: Ziel nicht erreicht! Stimmen Sie zu?

Sauer: Nein, wir haben ein ganz anderes Bild. Die Mehrheit unserer Kunden ist hochzufrieden mit dem Ansatz und dem Ergebnis des Nordea Stable Return. Wenn der konservativste Baustein bei knapp drei Prozent liegt, dann hat der Anleger im derzeitigen Niedrigzinsumfeld keinen Grund zur Beanstandung. Noch wichtiger für die Kunden ist die Gewissheit, einen konservativen Mischfonds zu haben, der den Schutz des investierten Kapitals anstrebt. Bei den aktuellen Höchstständen an den Märkten ist dies für unseren Kunden von überragender Bedeutung. Aber Sie spielen gegebenenfalls auf Investoren an, zu denen wir keinen Kontakt haben, beziehungsweise die mit dem Ansatz nicht so vertraut sind und kurz vor der Einführung des Soft-Close im September 2016 investiert haben.

Interessante Unterscheidung. Aber Fakt ist doch, dass Sie von den Topseller-Listen der Pools verschwunden sind und eher mit Rückgaben zu tun haben. Spricht das nicht für eine Enttäuschung der Vermittler?

Sauer: Bei einem Produkt, das so lange zu den Blockbustern gehört hat und immer oben auf den Verkaufslisten stand, ist die Zahl der Investoren so groß, dass ich nicht jedem hier gerecht werden kann. In einem derartigen Produkt gibt es immer Anleger, die aufgrund von Performance-Erwägungen oder Modeerscheinungen schnell ihre Position wechseln. Zu Unrecht: Denn der Fonds ist wie viele Mitbewerber zum Timen nicht geeignet. Manche Anleger denken zu kurzfristig und schauen auf ein Jahr, wobei der Investitionszeitraum mindestens drei Jahre betragen sollte. Zudem ist der Vergleichsmaßstab oft verschoben und es mangelt an Erfahrung.

Was meinen Sie damit konkret?

Sauer: Wenn man die Entwicklung in positiven Märkten mit anderen ähnlich konservativen Lösungen vergleicht, dann steigt der Stable Return schneller als die Mitbewerber. Konkret entwickelte sich der Fonds mit 2,26 Prozent im laufenden Jahr, während die defensiven Peers mit 0,24 Prozent deutlich zurückblieben. Viele Markteilnehmer vergleichen das Fondskonzept aber mit den eher aggressiveren "traditionellen Peers" die mit 5,59 Prozent deutlich besser abgeschnitten haben. Von daher dürfte die Enttäuschung bei manchem Anleger rühren. Unser Fonds trägt aber die Stabilität als Ziel in seinem Namen. Und im laufenden Jahr ist der Stable Return weniger gefallen als beide Vergleichsgruppen. Und wenn Sie auf drei Jahre schauen, die mehr Turbulenzen beinhalten als nur 2017, dann ist der Drawdown im Stabel Return nur halb so groß wie bei den konservativen Vergleichsfonds. Und um den Vergleich von Äpfel und Birnen im steigenden Markt fortzuführen: Der Verlust beträgt "nur" ein Drittel der traditionellen, also aggressiveren Peergroup.

Wie stellen Sie den Fonds in Bezug auf die ab Anfang kommenden Jahres geltenden neuen Steuerregeln ein?

Sauer: Damit für in Deutschland steuerpflichtige Anteilsinhaber eine Möglichkeit geschaffen wird, von den relevanten und einzelfallabhängigen Neuregelungen des Investmentsteuergesetzes ab dem 1. Januar 2018 profitieren zu können, wird eine Klarstellung in der Anlagepolitik des Teilfonds im geplanten Januar-Prospekt angestrebt. Diese angestrebte Klarstellung zielt darauf ab, dass stets ein Viertel des Gesamtvermögens des Teilfonds in Aktien investiert ist, die zum amtlichen Handel an einer Börse zugelassen oder auf einem organisierten Markt notiert sind.

Ist eine 25-Prozent-Klausel wirklich nötig oder eher den Erwartungen des Marktes geschuldet, weil das sozusagen alle so machen?

Sauer: Nein, es hat schlichtweg keinen Einfluss auf den Ansatz des Fonds. Wie Sie sehen, tun wir alles, um den Ansatz beziehungsweise die Investoren zu schützen. Die Regelung kann den Investoren eine steuerliche Erleichterung bringen. Aber ich möchte dringend davon abraten, sich in der Wahl von solchen Aspekten leiten zu lassen. In erste Linie sollte die Qualität des Fonds überzeugen.

Danke für das Gespräch. (01.12.2017/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
16,83 € 16,81 € 0,02 € +0,12% 28.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0227384020 A0HF3W 16,98 € 16,22 €