Monega Mikrofinanz & Impact Fonds: Impact Investing ist wichtiger denn je


02.10.20 11:30
Monega

Köln (www.fondscheck.de) - Katharine Trimpop, Leiterin Vertrieb & Marketing Publikumsfonds sowie Nachhaltigkeitsexpertin bei der Monega KAG, erläutert, warum Impact Investing gerade jetzt unverzichtbar ist und wie Anleger profitieren.

Die Corona-Krise hat unsere globalisierte Welt in den letzten Monaten schlagartig verändert, so die Experten von Monega. Vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer habe es wirtschaftlich hart getroffen. Wie hierzulande kam es in diesen Ländern zu großen Einschränkungen oder kompletten Lockdowns, so die Experten von Monega. Um so wichtiger sei es, die in diesen Regionen ansässigen Kleinstunternehmer und Unternehmen mit lebensnotwendigen Krediten weiter zu versorgen. Stillhalteabkommen zwischen Investoren und Mikrofinanzinstituten würden hierfür eine geeignete Grundlage darstellen. Durch eine enge Liquiditäts- und Risikokontrolle der MFIs sowie die gerade in Krisenzeiten hohe Zahlungsmoral der Endkreditnehmer würden Mikrofinanzinvestments eine attraktive Anlageklasse bleiben - mit großer Wirkung.

Die Corona-Pandemie habe in nur wenigen Wochen unsere gesamte Weltwirtschaft in die Knie gezwungen, so die Experten von Monega. Dabei treffe es die Schwächsten, wie so oft, am härtesten: Bereits vor Ausbruch des Virus hätten 44 Prozent der am wenigsten entwickelten Länder mit den geringsten Einkommen vor einer Schuldenkrise gestanden. Durch COVID-19 habe sich ihre Lage noch einmal deutlich verschlechtert. Rund 90 Milliarden US-Dollar hätten Investoren im Marz 2020 an Investments aus Schwellenländern abgezogen. Zudem würden Experten damit rechnen, dass die offizielle Entwicklungshilfe für 2021 um 25 Milliarden US-Dollar zurückgehen werde. Dies habe eine halbe Milliarde mehr Menschen in extremer Armut bedeuten können.

In diesen schwierigen Zeiten hätten Mikrofinanzkredite eine wichtige Funktion, denn sie würden einkommensschwachen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern schon mit kleinen Beträgen die Möglichkeit geben, aus der Armut auszubrechen, ihre Familien zu versorgen und ihren Kindern Zugang zu Bildung zu verschaffen. Der Schlüssel zur Mikrofinanzierung seien so genannte Mikrofinanzinstitute (MFIs). MFIs würden Mikrodarlehen vergeben, deren Laufzeit häufig nur wenige Monate - z.B. von der Saat bis zum Verkauf der Ernte - abdecke. Oft sei die Vergabe von Mikrokrediten auch z.B. an die erfolgreiche Teilnahme an Bildungsmaßnahmen gebunden. Besonders wichtig für die Kreditnehmer sei zudem, dass MFIs teilweise Zugang zu Sparkonten anbieten würden, sodass die Einnahmen aus der Unternehmung nicht mehr unter dem Kopfkissen aufbewahrt werden müssen. In der Regel hätten MFIs keinen Zugang zu den klassischen Finanzmärkten in ihren Ländern und können sich dort nicht wirtschaftlich mit Geld versorgen. Sie seien deshalb auf entwicklungspolitische Gelder oder auf Darlehen von z.B. Mikrofinanzfonds angewiesen.

Um die MFIs gerade in der jetzigen Krisensituation zu unterstützen, seien in den letzten Wochen und Monaten verschiedene bilaterale Stillhalteabkommen zwischen Investoren und MFIs verabschiedet sowie Moratorien großer Investorengruppen etabliert worden. Diese sollten helfen, den MFIs mehr Liquiditäts- und Planungsspielraum zu geben, weil Zins- und Tilgungsforderungen während des Krisenzeitraums ausgesetzt werden könnten. Denn in vielen Fällen, in denen die lokalen Regulierungsbehörden während der Krisenzeit eine Stundung für Tilgungs- und Zinszahlungen der Kreditnehmer erklärt hätten, würden die MFIs selbst auch keine Zins- und Kapitalzahlungen von den Endkreditnehmern erhalten. Solche Abkommen zwischen Investorengruppen und MFIs würden jedoch nur mit laufender Überprüfung und Kontrolle der Liquiditätssituation der MFIs und entsprechender Risikoabwägung geschlossen.

Auch Developing World Markets (DWM), der Fonds- und Investmentmanager des Monega Mikrofinanz & Impact Fonds, gehöre zu den Unterzeichnern eines branchenweiten so genannten Memorandum of Understanding (MOU). Dieses Memorandum wichtiger Investoren stelle deutlich heraus, dass infolge der Krise viele der Kreditnehmer der MFIs eine Umschuldung oder Umstrukturierung der Finanzierungen benötigen würden. Allerdings habe die Vergangenheit gezeigt, dass gerade Kleinstunternehmer und kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) in Krisen sehr widerstandsfähig seien und die MFIs somit ebenfalls eine hohe Resilienz aufweisen würden.

Eine solche Widerstandsfähigkeit im aktuellen Pandemie-Umfeld zeichne sich bereits ab: Ende August hätten mehr als die Hälfte der MFIs im Portfolio des Monega Mikrofinanz & Impact Fonds, die zu Beginn der Corona-Krise Zahlungsaufschübe beantragt hätten, entweder ihre Stundungsvereinbarungen früher als geplant oder ganz aufgelöst. Den MFIs und damit den Endkreditnehmern jetzt zu helfen, sei außerordentlich wichtig, denn Letztere würden mit ihren Unternehmen voraussichtlich eine wichtige Grundlage für die soziale und wirtschaftliche Erholung in den betroffenen Regionen bilden. Daher sei die Unterstützung bei der finanziellen Eingliederung und Erhaltung insbesondere der starken MFIs, die in den letzten Jahren aufgebaut worden seien, von entscheidender Bedeutung.

Um eventuelle Ausfalle und Zahlungsstörungen bzw. Restrukturierungen bei den MFIs besser prognostizieren zu können, werde z.B. die kombinierte Kennziffer "PAR 30" und "R&R" (Portfolio at Risk über 30 Tage, restrukturiert und refinanziert) der MFIs laufend überwacht. Dabei handle es sich um eine Kennzahl, die angebe, welcher Prozentsatz des gesamten Kreditportfolios eines MFIs mehr als 30 Tage rückständig sei. Zusätzlich werde der Prozentsatz des Kreditportfolios eines MFIs berücksichtigt, der zwar keine Rückstande aufweise, aber umstrukturiert oder refinanziert worden sei, um die Rückzahlungskapazität besser einschätzen zu können.

Im Juli sei durch ein Darlehen über 1.500.000 EUR ein weiteres IFIN (Inclusive Financial Institution) in das Portfolio des Fonds aufgenommen und damit das Engagement in Afrika erweitert worden. Solche Investitionen in Afrika seien - ganz im Sinne des Credos des "Compact with Africa", der 2017 unter der deutschen G20-Ratsprasidentschaft ins Leben gerufen worden sei - "Partnerschaften auf Augenhohe". Das IFIN Fidelis Finance mit Sitz in Burkina Faso sei auf Bankgeschäfte zur Finanzierung der Produktionsausrüstung von KMUs spezialisiert. Fidelis Finance habe in den letzten zwanzig Jahren ein Angebot von Finanzdienstleistungen entwickelt, das an die Investitions- und Cash-Flow-Bedürfnisse (Betriebskapital) von Unternehmen angepasst sei und z.B. Leasing, Kredit, Leasing mit Kaufoption (LOA), langfristiges Leasing (LLD) und Factoring umfasse.

Auch der Gesetzgeber habe dieser sehr wirksamen Möglichkeit der direkten Unterstützung in Entwicklungs- und Schwellenländern Rechnung getragen und im Kapitalanlagegesetzbuch die Voraussetzungen geschaffen, dass Anlegern über Fondsanlagen eine Investition ermöglicht werde. Es sei definiert worden, dass Kredite von MFIs an einen einzelnen Darlehensnehmer bei mindestens 60 Prozent aller Kredite eines MFIs den Betrag von EUR 10.000 nicht überschreiten dürften. Insofern sei für Anleger ein verlässlicher, rechtlicher Rahmen für die Mikrofinanzanlage in Deutschland geschaffen worden. Anleger, die mit ihrem Investment neben einer Chance auf schwankungsarme finanzielle Erträge auch eine soziale Wirkung erzielen möchten, fänden in Mikrofinanzfonds eine interessante und zu herkömmlichen Investments nach den bisherigen Erfahrungen nahezu unkorrelierte Anlagealternative.

Allerdings seien auch Mikrofinanzfonds nicht vor Verlusten gefeit. Gerade in einer weltweiten und unvorhersehbaren Krise wie der jetzigen müssten auch Fonds, die bisher stetige Wertsteigerungen hätten vorweisen können, mit teilweise starken Kursverlusten rechnen. Denn in dem Moment, wo MFIs keine Zins- und Tilgungszahlungen leisten könnten, müsse der Kredit wertberichtigt werden - auch wenn gute Chancen bestünden, dass die Zahlungen später erfolgen würden. Die Länder, in denen Mikrofinanzfonds investieren würden, würden zwar unter der Pandemie leiden, teilweise sei aber bereits jetzt zu erkennen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen weniger stark seien als befürchtet, da z.B. das Durchschnittsalter in diesen Ländern - in Kenia betrage es 18 Jahre - sehr niedrig sei und Gesellschaften mit jungen Menschen von Corona vergleichsweise weniger betroffen seien als z.B. die deutlich älteren, westlichen Volkswirtschaften. (02.10.2020/fc/a/f)





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