Magna New Frontiers Fund: Engagement in Pakistan weiter gestutzt - Fondsanalyse


03.01.18 15:30
Charlemagne Capital

London (www.fondscheck.de) - Die durch das Nachwirken der Panama-Papiere entstandene politische Instabilität in Pakistan schreckt Aktieninvestoren weiterhin ab, so Stefan Böttcher, Fondsmanager des Magna New Frontiers Fund (ISIN IE00B68FF474 / WKN A1H7JG, R EUR; ISIN IE00B65LCL41 / WKN A1H7JK, N EUR) bei Charlemagne Capital.

Was den Markt am meisten zu belasten scheine, sei das Risiko einer Abwertung der Währung um bis zu 20%. Da 2018 allerdings Wahlen anstünden, sei die amtierende Regierungspartei wenig geneigt, an dieser politischen Maßnahme festzuhalten, da sie fürchte, damit Inflation zu importieren, was die Wähler ganz bestimmt abtrünnig machen würde.

Vor diesem Hintergrund an Befürchtungen für den Aktienmarkt habe Pakistan gerade Schulden in harter Währung und mit einmalig niedrigen Spreads im Umfang von 2,5 Mrd. US-Dollar aufgelegt. Die Experten würden meinen, dass die Abwertung bereits in den Markt eingepreist sei, der nach wie vor der günstigste in ihrem Anlageuniversum sei. Allerdings würden die Investoren erst dann zurückkehren, wenn die Abwertung geschehen sei bzw. nicht mehr als nötig angesehen werde. Die Experten hätten daher ihr Engagement in Pakistan weiter gestutzt und würden dort jetzt eine Position von 4% halten, da sie anderenorts Möglichkeiten mit unmittelbareren Katalysatoren sehen würden. Sie könnten sich aber durchaus vorstellen, dass irgendwann im Laufe von 2018 ihr Engagement in Pakistan um einiges höher ausfallen könnte.

Bei der anderen wichtigen Region, die momentan von politischer Instabilität geprägt sei, handele es sich um den Nahen Osten. Ein Großteil der dort wahrgenommenen Spannungen rühre daher, was sich 2018 als die beste Investmentgelegenheit entpuppen könnte: Die Reform- und Anti-Korruptionsinitiative in Saudi-Arabien. Was die Experten momentan in Saudi-Arabien verfolgen könnten, sei möglicherweise der Beginn einer mehrjährigen Reformstory mit dem ausgewiesenen Ziel, die Wirtschaft weg von der Abhängigkeit vom Öl zu diversifizieren. Die öffentlichen Absichtsbekundungen der Regierung seien ganz klar auf dieses Ziel ausgerichtet, aber wie die Experten häufig in vielen anderen Ländern hätten beobachten können, müsse hinter solchen Ambitionen auch die Bevölkerung stehen, die zumindest kurzfristig, die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen einer derartigen Reformanstrengung aushalten müsse.

Es müsse aber durchaus festgestellt werden, dass in den letzten zwei Jahren nicht alles ganz glatt gelaufen sei, vor allem was die Außenpolitik angehe. Es gebe Anzeichen, dass der andauernde Krieg im Jemen zu einem festgefahrenen Konflikt mutiere bzw. in einer Pattsituation ende. Die Blockade von Katar scheine keine konkreten Ergebnisse zu zeigen, und in Bezug auf den Libanon, der ohne einen offensichtlichen Gewinn daraus zu ziehen, destabilisiert worden sei, scheine es keine klare Strategie zu geben.

Aufbauend auf den drei Reformsäulen, auf die sich die Experten konzentrieren würden - Politik, Wirtschaft und Aktienmarkt - habe Saudi-Arabien ganz klar das Potenzial, auf viele Jahre hin eine Gelegenheit für Investoren zu werden. Die Frage, mit der sich die Experten derzeit herumschlagen würden, sei das richtige Timing. Lohnkürzungen und Abschaffung von Subventionen würden sich anfänglich äußerst negativ auf die verfügbaren Einkommen auswirken, was genau die Unternehmen außerhalb des Ölsektors betreffe, die die größten Nutznießer des langfristigen Wachstums einer Nicht-Öl-Volkswirtschaft sein würden.

Beim gegenwärtigen Reformkurs komme der Wendepunkt für die Ertragssituation dieser Unternehmen immer näher, und die Experten würden ständig an der Feinabstimmung ihrer Prognosen und Risikofaktoren arbeiten, um den optimalen Zeitpunkt für ein stärkeres Engagement festzulegen. Die Instabilität in Saudi-Arabien habe zu einem allgemein höheren Risikoaufschlag für Nahost-Märkte geführt, was sich negativ auf die Positionen des Fonds in den VAE und in Kuwait ausgewirkt habe. Die Experten seien der Auffassung, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen, in die sie investieren würden, weiterhin sehr stark bleiben würden, und die Experten würden jetzt einige der günstigsten Bewertungen seit einigen Jahren in der Region sehen.

Die Beteiligungen des Fonds in Vietnam würden vor einem zunehmend positiven wirtschaftlichen Hintergrund weiterhin sehr gut abschneiden. Der Aktienmarkt erlebt eine Phase der raschen Expansion, und die IPO-Pipeline ist wahrscheinlich so stark und gut gefüllt, wie wir es so noch nie erlebt haben, so die Experten von Charlemagne Capital. Der begrenzte Zugang für ausländische Investoren zu diesen Gelegenheiten stelle weiterhin eine gute Renditequelle für den Fonds dar. Vietnam mache jetzt 16% des Fonds-Portfolios aus und mit dem jüngsten Börsengang bald noch mehr.

Der November sei von Top-down-makroökonomischer und politischer Instabilität geprägt gewesen, die weiterhin mehr wiege als die fundamentale Bewertung des Fonds-Portfolios, das mit einem für die nächsten zwölf Monate erwarteten KGV von 11,1 gehandelt werde, und das bei einem erwarteten Ertragszuwachs im mittleren zweistelligen Bereich. Die sich bietenden Chancen und die Pipeline an neuen investierbaren Ideen seien wahrscheinlich so breit und anhaltend, wie kaum zuvor in der Geschichte des Fonds.

Wenn wir uns anschauen, in welche Märkte man in den letzten Jahren nicht investieren konnte, kann man feststellen, dass inzwischen Argentinien, Pakistan, Ägypten und Nigeria wieder in unserem möglichen Anlageuniversum zu finden sind, so die Experten von Charlemagne Capital. Dazu komme, dass auf lange Sicht immer mehr für Saudi-Arabien spreche, und selbst Simbabwe könnte in ein paar Monaten wieder investierbar sein. Außerdem, werde die Einführung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente II die Bandbreite von Sell-Side-Research weiter einschränken, was ideale Bedingungen für die Bottom-up-Analysen und Finanzmodelle der Experten zum Aufspüren neuer Gelegenheiten biete. (Ausgabe vom 22.12.2017) (03.01.2018/fc/a/f)






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