Magna Eastern European Fund: Beteiligung an der VakifBank abgestoßen


04.12.19 13:00
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Julian Mayo, Fondsmanager bei Fiera Capital (ehemals Charlemagne Capital), gibt einen Einblick, wie sich osteuropäische Aktienmärkte im Kalendermonat Oktober entwickelten und wie der von ihm gemanagte Magna Eastern European Fund abschneiden konnte, so die Experten von Fiera Capital.

Die osteuropäischen Märkte hätten den zweiten Monat in Folge zugelegt, im Anschluss an Entwicklungen auf den globalen Märkten, wo der Appetit auf Risiko wieder zugenommen habe, nachdem Extremrisiken durch eine positive Richtung bei den Handelsverhandlungen zwischen den USA und China abgeflaut seien. Eine relativ lebhafte Ertragsberichtsaison habe ebenfalls geholfen, sowohl global betrachtet als auch für die Region Osteuropa.

Die Geldpolitik sei weiter gelockert worden: Die FED habe ihre dritte Zinssenkung um 25 Basispunkte vollzogen, und die Zentralbanken Russlands und der Türkei hätten ihre Zinsen mehr gesenkt, als erwartet worden sei. Vor diesem Hintergrund habe sich Russland als führend in der Region erwiesen, was auch durch die Ertragslage mitgetragen worden sei und weiteren besseren Aussichten für Dividenden. Die Türkei sei hinterhergehinkt, da die grenzüberschreitende Operation in Nordsyrien stark von den USA und europäischen Staaten verurteilt worden sei, und das Schreckgespenst von Sanktionen in vielen Köpfen aufgetaucht sei.

Das Goldbergbauunternehmen Polymetal sei der Titel im Portfolio gewesen, der im Oktober die beste Performance an den Tag gelegt habe. Das Unternehmen habe ein Handels-Update für das 3. Quartal bekannt gegeben, aus dem ein starkes Ansteigen der Produktion hervorgehe. Außerdem seien die Produktionsaussichten für das ganze Jahr nach oben revidiert worden. Zu diesem positiven Update sei noch dazu gekommen, dass die Silberpreise diesen Monat stark angezogen seien, um 7%, was ein weiterer Katalysator für die gute Performance der Aktie gewesen sei.

Die Fondsbeteiligung am griechischen Kreditinstitut Alpha Bank habe auch gut abgeschnitten, da der griechische Markt insgesamt durch die Verabschiedung des Entwicklungsgesetzes im griechischen Parlament angehoben worden sei. Ziel dieses Entwicklungsgesetzes sei es, die Verfahren für Investoren zu vereinfachen, vor allem was Auflagen für Umwelt, Stadtplanung und Raumplanung angehe; dabei sollten übermäßige bürokratische Prozesse abgebaut und die Verfahren allgemein beschleunigt werden. Da jetzt Ruhe in die Politik eingekehrt sei und eine marktfreundliche Regierung im Amt sei, die auch über eine klare Mehrheit im Parlament verfüge, sei das Umfeld in Griechenland jetzt sichtlich wachstumsfreundlicher und daher auch positiver für Aktien.

Auch der Kupferbergbauer KAZ Minerals habe ein Handelsupdate zum 3. Quartal bekannt gegeben, was dabei geholfen habe, dass die Aktie ihren starken Erholungskurz habe fortsetzten können. Im Update sei signalisiert worden, dass das Unternehmen im Plan liege, seine Vorgaben zu erfüllen, wobei vor allem starke Fördervolumen bei Gold und Silber eine Rolle gespielt hätten. Für die Experten sei KAZ Minerals weiterhin eine der besten Möglichkeiten, um auf das große Strukturdefizit bei Kupfer im nächsten Jahrzehnt zu setzen. Die Margen und Renditen des Unternehmens seien die besten des Sektors, und das Unternehmen könne eine starke Bilanz bei zwei Projekten auf der grünen Wiese vorweisen, die sich im ersten Quartil der Kostenkurve befinden würden, früher und günstiger als geplant hätten abgeschlossen werden können und das Potenzial hätten, die Fördermenge im nächsten Jahrzehnt fast zu verdoppeln.

Türkische Banken hätten diesen Monat zu den Titeln im Portfolio gehört, die hinterhergehinkt seien. Trotz der ordentlichen Zinssenkung, die dem Sektor hätte zugutekommen müssen, da die Finanzierungskosten fallen würden und es bei Fälligkeiten günstige Diskrepanzen geben müsste, seien die Aktien stark unter Druck gekommen, als die Ereignisse in Nordsyrien zu lauteren Forderungen nach Sanktionen gegen türkische Finanzinstitute geführt hätten, vor allem gegen Banken im Staatsbesitz. Die Probleme für Banken im Staatsbesitz seien noch weiter erschwert worden, da das US-Justizministerium Anklage gegen das staatliche Kreditinstitut Halkbank wegen angeblicher Teilhabe an einem milliardenschweren Sanktionenvermeidungsprogramm mit dem Iran erhoben habe.

Die Experten würden zwar keine Aktien an der Halkbank halten, hätten nach diesen Ereignissen jetzt aber ihre Beteiligung an der VakifBank, einer quasi-Staatsbank, abgestoßen. Die Experten seien nach wie vor der Auffassung, dass im Umfeld einer abwertenden Türkischen Lira, Banken mit starker Finanzierungsbasis in der Lira, wie die VakifBank, am ehesten profitieren würden, was der Grund gewesen sei, warum die Experten überhaupt bei der Bank engagiert gewesen seien. Mit dem steigenden Druck auf staatliche Banken in Bezug auf Direktkredite und aufgrund der geopolitischen Probleme, seien die Experten jetzt allerdings der Auffassung, dass die Risiken in Bezug auf staatliche Banken in der Türkei beträchtlich gestiegen seien.

Mit dem Blick nach vorne, würden die Experten meinen, dass sich der russische Markt weiterhin gut entwickeln werde, da die Experten der Meinung seien, dass attraktive Bewertungen und immer besser werdende Dividendenausblicke hier weiterhin gute Investmentaussichten darstellen würden. Den starken fiskalischen Rahmen würden die Experten als weiteren positiven Faktor sehen, der dabei helfe, die Anfälligkeit des Marktes und der Wirtschaft auf die Ölpreise abzubauen und im gewissen Grad auch die Anfälligkeit auf Trends der Emerging Markets. Die Türkei müsste weiterhin von einem entgegenkommenden externen Umfeld profitieren, da die Lockerungstendenzen weltweit fortdauern würden.

Man müsse in der volatilen geopolitischen Situation allerdings aufpassen, dass die politischen Entscheidungsträger nicht allzu sehr die Hände in den Schoß legen würden, da der Schlüssel für eine langfristigere Neubewertung weiterhin in Reformen und orthodoxeren politischen Maßnahmen zu finden sei. Schlussendlich würden die Experten die drei mitteleuropäischen Märkte weiterhin quasi eingeklemmt im Kräftefeld eines Tauziehens sehen: Einerseits belaste die Flaute in der Eurozone, andererseits gebe es in vielen Märkten gute heimische Aussichten und potenzielle politische Anpassungsmaßnahmen.

Der Magna Eastern European Fund ziele auf Kapitalwachstum durch Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio von osteuropäischen (inklusive türkischen) Aktien ab. Der Magna Eastern European Fund sei ein Teilfonds des Magna Umbrella Fund plc.

Die Experten würden in Qualitäts-Unternehmen, mit starkem Management und nachhaltigen Wachstums-Aussichten investieren, die attraktiv bewertet seien. Ihr Investment-Ansatz folge einer auf ihrem Research basierenden bottom-up Einzeltitelauswahl. Dabei würden die Experten besonders nach vom Markt weniger gut verstandenen Gelegenheiten suchen. Regelmäßige Treffen mit dem Management seien für ihren Prozess unverzichtbar.

Das Ziel der Experten sei, Unternehmen zu finden, die ihnen langfristige eine attraktive Anlagemöglichkeit bieten würden. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Wachstums und die bewiesene Orientierung am Wohl der Anteilseigner stünden für die Experten dabei im Mittelpunkt. Der Grad der Überzeugung von einem Unternehmen spiegele sich in der Portfolio-Konstruktion. Die Experten seien sich der Zusammensetzung des Benchmark-Index bewusst, wenn sie allerdings einen Titel nicht mögen würden, würden sie ihn nicht halten, unabhängig vom Gewicht im Index.

Weitere Informationen finde man auf fieracapital.com (Ausgabe vom 03.12.2019) (04.12.2019/fc/a/f)





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