M&G (Lux) Sustainable Allocation Fund: Müssen ESG-Anleger auf Staatsanleihen verzichten? - Fondsanalyse


11.06.19 13:30
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Bei nachhaltigen Anleihen stehen Investoren derzeit Schlange, so die Experten von M&G Investments.

Erst kürzlich sei den Niederlanden ihr erster Green Bond praktisch aus den Händen gerissen worden. Auch die deutsche Regierung prüfe die Einführung einer grünen Bundesanleihe, deren Erlöse in umweltfreundliche Projekte fließen würden. Aus Anlegersicht weitaus bedeutender seien jedoch herkömmliche Staatsanleihen, die nach wie vor den größten Anteil des Rentenmarktes ausmachen würden. Würden diese einer Analyse nach den Kriterien Umwelt, Soziales und Governance (ESG) ebenfalls standhalten?

Maria Municchi, Fondsmanagerin des M&G (Lux) Sustainable Allocation Fund, erläutere, dass allein aufgrund der vielfältigen Aufgaben eines Staates keine Regierung in der Lage sein dürfte, strenge ESG-Standards zu erfüllen. Offensichtliche Beispiele seien Verteidigungsausgaben und in manchen Ländern die starke Förderung fossiler Brennstoffe. Gleichzeitig diene aber oft sogar ein größerer Anteil des Staatshaushaltes dazu, den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern. Das sei etwa in den USA der Fall, die zwar mit 12 Prozent ihres Haushaltes den höchsten Verteidigungsetat weltweit hätten, dennoch aber den größten Teil ihrer Staatsausgaben für soziale Zwecke einsetzten. Aus ethischen Gründen auf US-Treasuries zu verzichten, sei deshalb nicht angemessen, so Municchi: "Wir müssen vielmehr prüfen, ob der Nettoeffekt der Staatsausgaben positiv ist."

Die Fondsmanagerin empfehle daher bei der ESG-Beurteilung von Staaten einen unvoreingenommenen Blick. Die von MSCI angewandte Methode zur Bestimmung von ESG-Ratings von Staaten könne etwa dazu genutzt werden, das Ausmaß an Korruption, Rechtsstaatlichkeit und der Wahrung der Menschenrechte zu bestimmen, einem wichtigen Element der Governance.

"Eine Beurteilung von Märkten, in denen weniger Daten verfügbar sind, kann allerdings schwierig sein, so dass Anleger auch qualitative Aspekte hinzuziehen müssen", sage Municchi. Aktuelles Beispiel sei die Bewertung dreier Emittenten aus Schwellenländern: "Kolumbien, Indonesien und Ägypten könnten aus Renditesicht recht attraktiv sein. Doch wenn ESG-Aspekte berücksichtigt werden, trifft dies auf zwei Länder deutlich weniger zu."

So sei Kolumbien im Nachhaltigkeitsbereich eine wichtige Adresse auf internationaler Ebene und habe die Entwicklung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen aktiv und progressiv unterstützt. Im Gegensatz dazu besitze Indonesien zwar insgesamt ein ESG-Rating mit "BB" von MSCI und könne attraktive Fundamentaldaten vorweisen. Allerdings setze sich das Land nur ungenügend für den Umweltschutz in der Palmölproduktion sowie für andere Maßnahmen zum Umweltschutz auf nationaler und internationaler Ebene ein.

In Ägypten wiederum sei die soziale Governance nicht ESG-konform. Organisationen wie Freedom House - eine NGO aus den USA, die die Entwicklung von Demokratie und Freiheit messe und überprüfe - hätten Ägypten als eines der unfreiesten Länder der Welt eingestuft. Für nachhaltig orientierte Anleger könnten kolumbianische Staatsanleihen daher durchaus interessant sein, indonesische und ägyptische Titel derzeit jedoch weniger. Municchis Fazit: "Staatsanleihen sind unter ESG-Gesichtspunkten zwar schwieriger zu beurteilen als Unternehmen, doch als eine der wichtigsten Anlageklassen dürfen wir sie nicht ignorieren - sowohl mit Blick auf die Vielfalt der Anlagemöglichkeiten als auch einer verantwortlichen Titelauswahl."

Der M&G (Lux) Sustainable Allocation Fund investiere in eine diversifizierte Palette von Anlageklassen auf der ganzen Welt, einschließlich der Schwellenländer, und bevorzuge dabei Unternehmen und Regierungen, die hohe ESG-Standards einhalten würden. Ziel sei ein Gesamtertrag als Kombination aus Erträgen und Kapitalwachstum von 4 bis 8% über einen Zeitraum von fünf Jahren. (11.06.2019/fc/a/f)





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