M&G (Lux) Optimal Income Fund: Vom Ab- zum Aufschwung - Die T-förmige Rezession


11.11.20 11:30
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Richard Woolnough, Fondsmanager des M&G (Lux) Optimal Income Fund bei M&G Investments, zieht eine Bilanz zur aktuellen Rezession in den USA und weltweit und blickt schon mal ins nächste Jahr.

Die Rezession des Jahres 2020 sei eine direkte Folge der weltweiten staatlichen Maßnahmen mit dem Ziel, die Bevölkerung vor dem Virusausbruch zu schützen. Diese Politik habe das Wachstum der Weltwirtschaft drastisch reduziert, wenn auch auf ganz andere Weise als in früheren Rezessionen.

Die wichtigste Rolle habe in der aktuellen Rezession der Dienstleistungssektor und nicht die Industrie gespielt. Das sei keine Überraschung. Der Konsum von Dienstleistungen erfordere menschliche Interaktion und gerade die werde derzeit eingeschränkt. Diese "Handelsbarrieren" für den Dienstleistungssektor als Grund für den Konjunktureinbruch würden sich auf das BIP sehr deutlich auswirken. Glücklicherweise hätten die Regierungen rund um den Globus hervorragend reagiert. Es fand und findet ein enormer Vermögenstransfer vom öffentlichen zum privaten Sektor statt, so die Experten von M&G Investments. Durch diese beiden Faktoren unterscheide sich die aktuelle Rezession erheblich von früheren Abschwungphasen. Die Rezession in den USA beispielsweise sehe ungewöhnlich aus.

Es zeige sich, wie effektiv der öffentliche Sektor die wirtschaftlichen Folgen der Bekämpfung des Virusausbruchs gemildert habe. Auch die US-Notenbank sei im Vergleich zu früheren Rezessionen optimistisch geblieben, wie eine Analyse ihres zweimal pro Quartal erscheinenden Konjunkturberichts zeige.

Der Einbruch des BIP in vielen Teilen der Welt sei dennoch heftig. Mit Blick auf sein Ausmaß sollten wir vielleicht eher von einer Depression als von einer Rezession sprechen, so die Experten von M&G Investments. Als Depression gelte nach allgemeinem Verständnis ein Einbruch des BIP um mindestens 10% innerhalb von zwei Jahren. In diesem Jahr sei das BIP auf annualisierter Basis bereits um mehr als 10% gesunken. Die Experten von M&G Investments stellen sich die Frage, ob wir uns bei langfristiger Betrachtung in einer Depression befänden.

Die Wahrscheinlichkeit einer Depression lasse sich einfach diagnostizieren: Sie hänge davon ab, inwieweit die staatlichen Interventionen im Dienstleistungssektor verringert würden. Wann das geschehe, ergebe sich wahrscheinlich aus der Impfstoffentwicklung und Krankenhausversorgung sowie aus saisonalen Effekten und der Kraft des Virus. Bei den ersten beiden Faktoren würden derzeit Fortschritte erzielt. Wie bei ähnlichen Pandemien in der Vergangenheit liege die Vermutung nahe, dass das Virus schließlich ein natürliches Ende finden werde, unterstützt durch die Maßnahmen zu seiner Eindämmung und Kontrolle.

Post-Covid werde die Wirtschaft wohl einen Boom erleben, wenn die Einschränkungen aufgehoben würden. Im Gegensatz zu früheren Rezessionen sei die Finanzlage der Verbraucher insgesamt weniger stark belastet worden, als man erwarten könnte. Dank staatlicher Einkommensbeihilfen habe sie sich in den USA in einigen Fällen sogar verbessert. Zu Beginn des Jahres 2021 werde der BIP-Einbruch des Vorjahres allmählich kompensiert, und auch die staatlich verordneten Handelsbarrieren würden hoffentlich aufgehoben. Angesichts der enormen Schuldenlast und des geringen Interesses an staatlichen Sparmaßnahmen sei es zudem unwahrscheinlich, dass Regierungen und Zentralbanken die Finanzierungsbedingungen verschärfen oder der Kontrolle von Haushaltsdefiziten und Inflation einen ähnlich hohen Stellenwert beimessen würden wie in der Vergangenheit. In Verbindung mit einem überraschend robusten privaten Sektor, der sich konsumfreudig zeige und über hohe Ersparnisse verfüge, dürfte dieses Umfeld kurzfristig zu einem starken Konjunkturaufschwung führen. Eine Depression sei daher unwahrscheinlich.

Eine interessante Frage sei, ob das reale BIP wieder auf das vor der Rezession erreichte Niveau steigen werde. Richard Woolnough von M&G Investments denke, dass dies in den ersten sechs Monaten nach Änderung der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virusausbruchs der Fall sein werde. Die überschüssigen Ersparnisse, eine ungehemmte Konsumfreude und das fehlende Interesse an einer raschen Einführung staatlicher Sparmaßnahmen würden ein hohes Wirtschaftswachstum und Verbraucherausgaben auf Rekordniveau erwarten lassen.

In den letzten Jahren sei oft der Wunsch geäußert worden, das ständige Auf und Ab der Wirtschaft endgültig zu beseitigen. Doch diesmal sollte man hoffen, dass der Zyklus einen raschen Übergang vom Ab- zum Aufschwung erlebe: Eine T-förmige Rezession. (11.11.2020/fc/a/f)






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