M&G (Lux) Dynamic Allocation Fund: Mit europäischen Bankaktien steigende Zinsen nutzen - Fondsanalyse


07.05.18 11:30
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Die Zeit der extrem niedrigen Zinssätze neigt sich zumindest in den USA dem Ende zu. Juan Nevado, Fondsmanager des M&G (Lux) Dynamic Allocation Fund (ISIN LU1582988058 / WKN A2DX9U) von M&G Investments, erwartet, dass sich dadurch die Wechselbeziehungen zwischen den Anlageklassen verändern werden - mit deutlichen Auswirkungen für die Wirksamkeit bisheriger Diversifikationsstrategien.

"Die historischen Korrelationen könnten bald überholt sein", sage Nevado. "Bislang boten Staatsanleihen der etablierten Märkte einen gewissen Schutz, wenn die Aktienmärkte schwächelten. Zukünftig werden Anleger aber tiefer graben müssen, um ihre Portfolios gegen weitere Zinssteigerungen abzusichern."

Nach der langen Niedrigzinsphase überrasche es den Fondsmanager nicht, dass Veränderungen des Marktumfeldes zu beträchtlicher Volatilität führen und die Korrelationsmuster verzerren würden. "In den letzten Monaten entwickelten sich sowohl US-Aktien als auch US-Anleihen schwächer. Zudem ging zum ersten Mal seit 20 Jahren ein nennenswerter Anstieg des Volatilitätsindex VIX mit rückläufigen Kursen von US-Staatsanleihen einher - das heißt, dass im ersten Quartal 2018 US-Staatsanleihen nicht mehr den Schutz boten, an den sich viele Anleger gewöhnt haben", erläutere Nevado.

Hinzu komme, dass das Auseinanderdriften der weltweiten Zinsdynamik bedeutende Auswirkungen für Investoren habe, die ausländische Anlagen halten würden. So könnten europäische Anleger angesichts der höheren US-Zinssätze der Versuchung erliegen, lieber US-Staatsanleihen zu halten als "sichere" heimische Anlagen, deren Renditen aber negativ seien. "Doch geschenkt bekommen die Anleger an den Märkten nie etwas", warne Nevado.

Auf den aktuellen Niveaus würden die Kosten für die Absicherung von Währungsrisiken etwaige Renditedifferenzen weitgehend ausgleichen. In der zurückliegenden langen ähnlicher geldpolitischer Strategien in den Industrieländern seien auch die Wechselkurse der Hauptwährungen verhältnismäßig stabil geblieben. Mit einer divergierenden Zinspolitik dürfte sich dies jedoch ändern, glaube Nevado: "Sollte die Politik in den großen Volkswirtschaften weiter auseinanderdriften, müssen die Anleger unter Umständen sehr schnell auf stärkere Wechselkursbewegungen reagieren."

Juan Nevado plädiere deshalb dafür, Diversifikation nicht nur zwischen den Anlageklassen, sondern auch innerhalb der Aktien- beziehungsweise Anleihesegmente zu erzielen. Beispiel Banken: "Bankaktien aus ausgewählten Industrieländern können sowohl auf der Kredit- als auch auf der Einlagenseite von steigenden Zinssätzen profitieren, während andere Bereiche des Aktienmarktes unter Druck geraten", sage der Fondsmanager. In Europa seien Banken nach wie vor attraktiv bewertet - ein Vermächtnis der Krise in der Eurozone. Sie hätten zudem noch beträchtlichen Spielraum, um ähnliche Eigenschaften wie ihre US-Pendants an den Tag zu legen, falls die Geldpolitik in Europa jener in den USA folgen sollte, finde Nevado: "Mario Draghi hat zwar bekräftigt, dass die Zinsen im Euroraum frühestens Mitte 2019 steigen werden. Seine Aussagen sollte man dennoch nicht uneingeschränkt für bare Münze nehmen - hat die EZB doch schon mehrfach gezeigt, dass sie bereit ist, ihren Kurs zu ändern, wenn sie dies für notwendig hält."

Ob die US-Zinssätze indes die erwartete Entwicklung nehmen oder wann andere Industrieländer bei der wirtschaftlichen Erholung mit den USA gleichziehen würden, lasse sich nach Überzeugung Nevados unmöglich voraussagen. Wichtiger sei die Entwicklung der relativen Bewertungen, wenn die Anlegerstimmung hinsichtlich der Zinserwartungen umschlage: "Eine neue Zeit der Zinsdivergenz eröffnet neue Möglichkeiten. Anleger sollten bei der Suche nach höheren Renditen aber weiterhin vorsichtig vorgehen und zugleich Anlagen meiden, die Gewinner des Niedrigzinsumfelds gewesen sind." (07.05.2018/fc/a/f)





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