M&G (Lux) Climate Solutions Fund: Die glorreichen Vier - Sonne, Wind, Gas und Wasserstoff


09.11.21 12:30
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Aktuell steigen die Preise stark an, da die Volkswirtschaften sich immer mehr öffnen, so Randeep Somel, Manager des M&G (Lux) Climate Solutions Fund (ISIN LU2226639461 / WKN A2QDX0, A EUR ACC; ISIN LU2226639545 / WKN A2QDX1, A EUR DIS) bei M&G Investments.

Besonders deutlich würden sich die Kraftstoffpreise erhöhen, vor allem bei Öl und Gas. Die Inflation in ganz Europa steige, was die Regierungen mit Blick auf den bevorstehenden Winter und die Möglichkeit eines weiteren Anstiegs der Gaspreise beunruhige.

Europa habe in den letzten Jahrzehnten seine Kapazitäten für die Stromerzeugung aus Kohle und Kernenergie reduziert und gleichzeitig die Kapazitäten für erneuerbare Energien erhöht. Damit sei dementsprechend auch die Abhängigkeit von Erdgas und erneuerbaren Energien gestiegen - was den aktuellen Preisanstieg befeuere. Solar- und Windenergie sind derzeit nicht in der Lage, Grundlaststrom zu liefern, d. h. einen garantierten, stetigen Stromfluss, so dass wir vom Gas abhängig sind, so die Experten von M&G Investments. Die hohen Gaspreise hätten den Fokus auf die umstrittene neue Pipeline Nord Stream 2 erhöht, die Gas von Russland nach Europa transportieren solle. Russland argumentiere, dass die Pipeline die einzige Möglichkeit biete, die Gaspreise zu senken, aber aus Sicht der USA werde die europäische Energieversogung damit sehr abhängig von Russland.

Gasspeicher seien nicht immer eine Quelle für den Grundlaststrom gewesen, seien jedoch inzwischen in die Energieinfrastruktur integriert worden. Was man jetzt brauche, seien mehr Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien, damit Speichermöglichkeiten, wie in Batterien, Teil einer längerfristigen Lösung würden. Die Erzeugung von Solar- und Windenergie gehe derzeit verloren, wenn man deren Energie gerade nicht benötige. Durch den Einbau von Speicherbatterien könne man die Energie für die Zeit auffangen, in der sie gebraucht werde.

Da die Kosten für Batterien weiter sinken würden, werde man wahrscheinlich mehr von dieser Technologie sehen. Die Hornsdale Power Reserve in Südaustralien, die 2017 die weltweit größte Anlage für Lithium-Ionen-Batterien gewesen sei, habe gezeigt, dass erneuerbare Energieerzeugung mit Batteriespeicherung Grundlaststrom liefern könne. Der größte Batteriespeicher Europas, das Minety-Projekt von Shell im Südwesten Englands, sei in diesem Jahr vollständig in Betrieb genommen worden. Auch die Energiespeicheranlage Ruien in Belgien solle noch in diesem Jahr folgen. Die Europäische Union werde in ihrem vor kurzem aufgelegten Innovationsfonds gezielt Mittel für Batteriespeicherprojekte bereitstellen.

Klar sei: Man müsse erstens das Tempo der Energiewende erhöhen. Und man brauche zweitens neben erneuerbaren Energiequellen auch sauberen Wasserstoff, um die fossilen Brennstoffe abzulösen. Denn es gebe einen hohen Anteil CO2-intensiver Produktion, bei der die Umstellung auf Elektrifizierung weder praktisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei. Teile des Industriesektors, wie die Stahl- und Zementherstellung, seien für etwa 16% der weltweiten Emissionen verantwortlich, und in diesen Bereichen gebe es keine praktikablen Wege zur Elektrifizierung.

Wir verfügen bereits heute über die Technologie zur Erzeugung von Wasserstoff aus CO2-freien erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie, so die Experten von M&G Investments. Die Elektrolyseure, die die erneuerbare Energie in Wasserstoff umwandeln würden, seien inzwischen so weit entwickelt, dass sie schnell hoch- und heruntergefahren werden könnten, um die erzeugte Energie zu nutzen, auch wenn die erneuerbaren Energiequellen nicht stetig Strom liefern würden. Die andere Seite der Technologie liege in der Brennstoffzelle. Hier werde der Wasserstoff dann wieder in eine nutzbare Energieform, z. B. Strom, umgewandelt.

Der Elektrolyseur und die Brennstoffzelle seien entscheidende Komponenten bei der Herstellung und Umwandlung von Wasserstoff. Es müsse aber eine komplette Lieferkette existieren, damit dieser Prozess funktioniere und wirtschaftlich rentabel sei. Diese reiche von den Erzeugern erneuerbarer Energien über die industriellen Gaspipelines und den Transport bis hin zu den Herstellern nachgelagerter Produkte, die Wasserstoff als Ersatz für fossile Brennstoffe verwenden würden.

Über die Versorgungsunternehmen für erneuerbare Energien, in die die Experten investieren würden, fließe Kapital in die Energiespeicherung und in sauberen Wasserstoff. Zwei Beispiele:

- Das an der dänischen Börse notierte Unternehmen Orsted betreibe zwei Projekte in Großbritannien, bei denen es neben seinen Offshore-Windparks auch Batterien einsetze. Zudem teste Orsted auch die Elektrolyseure von ITM Power in ihren Offshore-Windparks, um grünen Wasserstoff zu erzeugen.

- Der deutsche Industriegasriese Linde investiere in das Transportnetz, um die Verfügbarkeit von Wasserstoff als Alternative zu fossilen Brennstoffen zu verbessern. Die kontinuierlichen Investitionen und die Ausweitung dieser Technologien zeigen, dass die nächste Phase der Ökologisierung unseres Energienetzes in vollem Gange ist, so die Experten von M&G Investments.

Im weiteren Verlauf des Weltklimagipfels werde die CO2-Preisgestaltung von großer Bedeutung sein. Kein Land und keine Region werde sich auf die Festsetzung eines Preises für CO2-Emissionen einlassen, wenn es sich selbst einen Handelsnachteil zufüge. Wenn die COP26 zu einem Wendepunkt werden solle, müsse aber eine Diskussion genau darüber beginnen. (09.11.2021/fc/a/f)





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