MEAG MultiSmart-Fonds: Jahresbericht per 30.09.2017, Wertzuwachs von 1,14% im Rumpfgeschäftsjahr - Fondsanalyse


05.01.18 08:30
MEAG

München (www.fondscheck.de) - Ziel des MEAG MultiSmart-Fonds ist langfristig ein kontinuierlicher Wertzuwachs und Ertrag unabhängig von der Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte, so die Experten von MEAG.

Um dies zu erreichen, investiere der Fonds in Aktien europäischer Unternehmen und verfolge diversifizierte Strategien mit Derivaten. Wiederkehrende Verlaufsmuster der Anlageklassen Aktien, Rohstoffe (ohne Agrar und Lebendvieh) und Volatilität sollten so als Renditequelle systematisch genutzt werden. Die Umsetzung der Anlagepolitik erfolge insbesondere durch den Einsatz von Derivaten. Diese würden zur Absicherung als auch zur Renditeoptimierung eingesetzt.

Zu Beginn des Rumpfgeschäftsjahres (April 2017) sei an den europäischen Aktienmärkten angesichts der französischen Präsidentschaftswahlen Nervosität aufgekommen. Die Anspannung sei insbesondere vor dem ersten Wahlgang im April 2017 angestiegen, denn ein Sieg der populistischen Kandidatin Marine Le Pen schien nicht ausgeschlossen. Nach der Stichwahl sei durch den Erdrutschsieg des gemäßigten Kandidaten Emmanuel Macron ein deutliches Aufatmen an den Märkten erkennbar gewesen. Im weiteren Verlauf sei dann - angetrieben durch gute Analystenerwartungen - eine Aufwärtsbewegung an den europäischen Aktienmärkten gefolgt. Unterstützend auf die Aktienkurse hätten sich die die guten Konjunkturdaten für die Eurozone ausgewirkt. Im Sommer 2017 habe der Nordkorea-Konflikt temporär die Gemüter beunruhigt und vorübergehend für Kursrücksetzer gesorgt.

Im Berichtszeitraum habe der europäische EURO STOXX 50 stichtagsbezogen ein Plus von 3,5 Prozent verbucht. Die Rohstoffpreise hätten nach einem Rückgang bis Jahresmitte 2017, getrieben durch die Entwicklung des Ölpreises, einen deutlichen Anstieg verzeichnet. In der Berichtsperiode seien die beiden Rohstoffindices Bloomberg Commodity ex-Agriculture and Livestock bzw. Bloomberg Commodity ex-Agriculture and Livestock 5 Month Forward stichtagsbezogen, um 2,2 bzw. um 2,7 Prozent geklettert. Am US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 habe sich die "erwartete Schwankungsbreite", gemessen am Volatilitätsindex VIX im Berichtszeitraum in einer kleineren Bandbreite von etwa 9,4 bis 16,0 Punkten, bewegt. Ausgehend von 12,4 Punkten seien die Aktienmarktvolatilitäten im April 2017 auf den höchsten Stand des Rumpfgeschäftsjahres geklettert.

Einer der Haupttreiber hierfür sei die Präsidentschaftswahl in Frankreich und die Unsicherheit je nach Wahlausgang in Hinblick auf ein mögliches Auseinanderbrechen der Europäischen Union gewesen. Nach der Wahlentscheidung in Frankreich seien die Aktienmarktvolatilitäten kräftig gefallen und im weiteren Verlauf in einer engeren Spanne geschwankt. Anfang August 2017 sei es aufgrund des Nordkorea-Konfliktes erneut zu einem stärkeren Anstieg gekommen. Im Anschluss sei der Volatilitätsindex deutlich gefallen und habe zum Ultimo September 2017 etwas höher bei 9,51 Punkten notiert.

Der Fonds kombiniere drei verschiedene, sich ergänzende Derivatestrategien und nutze dabei systematisch wiederkehrende Verlaufsmuster der Anlageklassen Aktien, Rohstoffe (ohne Agrarwirtschaft und Lebendvieh) und Volatilität als Renditequellen. Volatilität sei ein Maß für die Schwankungsbreite eines zugrundeliegenden Indexes (hier - S&P 500). Häufig werde eine schwache Wertentwicklung einer Strategie durch eine positive Wertentwicklung der anderen Strategien überkompensiert, sodass sich die drei Strategien generell gut ergänzen würden. Der Fokus liege auf Vereinnahmung von Risikoprämien bei Aktien, Rohstoffen und Volatilität.

Bei der Aktienstrategie würden empirische Untersuchungen darauf hinweisen, dass ein längerfristiges Engagement in schwankungsärmeren Aktien eine Überrendite gegenüber anderen Titeln erwirtschaften könne. Um diese Überrendite zu vereinnahmen, sei im monatlichen Turnus ein Aktienportfolio auf Basis des EURO-STOXX 50-Index konstruiert worden, bei dem sich die Gewichtung der Einzeltitel umgekehrt proportional zu ihrer Schwankungsbreite berechne. Dieses Aktienportfolio sei durch den Einsatz von EURO-STOXX 50-Terminkontrakten abgesichert worden, um Marktneutralität zu erzielen.

Bei der Volatilitätsstrategie strebe der MEAG MultiSmart eine Vereinnahmung von Risikoprämien an - sogenannten Rollgewinnen - und nutze dazu die Volatilitätsterminkurve des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500. Im Normalfall sei die Nachfrage nach länger laufenden Portfolioabsicherungen vonseiten großer Kapitalanleger hoch, dieser Nachfrage stehe ein überschaubares Angebot gegenüber. Diese Nachfragelücke könne der Fonds als Renditechance nutzen. Die Aktien- und Volatilitätsstrategien würden sich in Stressphasen in der Regel gegenläufig entwickeln.

Die Rohstoffstrategie sei hingegen weitestgehend unabhängig von den ersten beiden und hängt primär vom Angebot und Nachfrage auf den Rohstoffmärkten ab. Es werde auch hier darauf abgezielt Erträge in Form von Risikoprämien zu generieren, indem eine Verkauf-Position im Bloomberg Commodity ex-Agriculture and Livestock Index einer Kauf-Position im Bloomberg Commodity exAgriculture and Livestock 5 Month Forward Index entgegengestellt werde. Zwischen der Volatilitäts- und Rohstoffstrategie betrage das Ausgangsgewicht 50 Prozent. Diese Gleichgewichtung werde regelmäßig wiederhergestellt.

Der MEAG MultiSmart habe im vergangenen Rumpfgeschäftsjahr eine Wertentwicklung von 1,14 Prozent in der Anteilklasse A und 1,30 Prozent in der Anteilklasse I (Berechnung nach BVI-Methode) erzielt. Diese Wertsteigerung sei primär auf die deutlich positive Entwicklung der Volatilitätsstrategie zurückzuführen gewesen, Aktien- und Rohstoffstrategie hätten leicht positiv beigetragen.

Am 14. Dezember 2017 erfolge die Ausschüttung für das Rumpfgeschäftsjahr 2017 (03. April - 30. September 2017) an die Anleger. Je Anteil würden 0,77 Euro in der Anteilklasse A und 0,82 Euro in der Anteilklasse I ausgeschüttet.

Das Wachstumsumfeld, sinkende Arbeitslosenzahlen und anziehende Inflationsraten in der Eurozone sowie hohe Unternehmensgewinne böten Aktienkursen und Rohstoffpreisen einen Nährboden für weiteres Aufwärtspotenzial. Zudem seien europäische Titel im Verhältnis zu US-amerikanischen Aktien günstiger bewertet. Das weiterhin sehr niedrige Renditeumfeld auf den europäischen Anleihemärkten biete dem Anleger auch keine ernsthafte Alternative. Allerdings seien viele positive Nachrichten bereits in den Aktienkursen eingepreist und die Wachstumsdynamik habe jüngst etwas nachgelassen.

Sollte ferner die Europäische Einheitswährung gegenüber dem US-Dollar, wie im bisherigen Kalenderjahr 2017, weiterhin kräftig zulegen, könnten insbesondere die Kurse exportorientierter europäischer Unternehmen belastet werden. Dämpfend könnten sich geopolitische Ereignisse auswirken. In diesem Zusammenhang seien beispielsweise in Spanien das angestrebte Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens sowie die Eskalation des Nordkorea-Konfliktes hervorzuheben. Auch wenn das Kurspotenzial für europäische Aktien begrenzt zu sein scheine, könnten überraschende Konjunkturimpulse für eine Kursrally in den letzten Monaten des Kalenderjahres sorgen.

Grundsätzlich könnten Adressenausfallrisiken nicht ausgeschlossen werden. Da der MEAG MultiSmart keine Rentenpapiere im Bestand halte, sondern Aktieneinzeltitel und Derivate, seien die Auswirkungen im Berichtszeitraum gering gewesen.

Das Sondervermögen weise infolge der ausschließlichen Investition in Aktieneinzeltitel keine direkten Zinsänderungsrisiken auf.

Während des Berichtszeitraums habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken inne gehabt. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe zum Berichtsstichtag 3,67 Prozent betragen und sei somit als moderat einzustufen.

Alle Wertpapiere hätten im Berichtszeitraum auf Euro gelautet, sodass kein direktes Währungsrisiko bestanden habe.

Das Sondervermögen sei im Berichtszeitraum überwiegend in hochliquide europäische Aktien investiert gewesen. Alle Positionen seien handelbar gewesen, es habe sich ein sehr geringes Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Dies werde regelmäßig durch die Innenrevision überprüft.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften belaufe sich in der Anteilklasse A auf -63.964,24 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: realisierte Gewinne aus Derivaten (511.822,53 Euro), aus Aktien (15.455,96 Euro), aus Devisengeschäften (118,29 Euro) und aus Bezugsrechten (14,11 Euro); realisierte Verluste aus Derivaten (-582.351,12 Euro), aus Aktien (-4.536,54 Euro), aus Devisengeschäften (-4.459,79 Euro) sowie aus Bezugsrechten (-27,68 Euro).

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften belaufe sich in der Anteilklasse I auf -184.455,44 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: realisierte Gewinne aus Derivaten (1.477.458,81 Euro), aus Aktien (44.600,75 Euro), aus Devisengeschäften (340,91 Euro) und aus Bezugsrechten (40,74 Euro); realisierte Verluste aus Derivaten (-1.680.855,33 Euro), aus Aktien (-13.092,98 Euro), aus Devisengeschäften (-12.868,40 Euro) sowie aus Bezugsrechten (-79,94 Euro).

Der Fonds sei am 03. April 2017 aufgelegt worden. (Ausgabe vom 30.09.2017) (05.01.2018/fc/a/f)





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