MEAG EuroCorpRent-Fonds: Jahresbericht per 30.09.2017, Wertzuwachs von 1,26% - Fondsanalyse


04.01.18 09:30
MEAG

München (www.fondscheck.de) - Der MEAG EuroCorpRent A-Fonds (ISIN DE000A1W1825 / WKN A1W182) erwirbt auf Euro lautende Unternehmensanleihen, so die Experten von MEAG.

Die Anleihen müssten überwiegend eine gute bis sehr gute Qualität aufweisen ("Investment Grade Rating"). Anleihen mit einem Bonitätsrating unterhalb der Investmentgüte ("Non-Investment Grade Rating", d.h. eine geringere Einstufung als BBB-) könnten bis maximal 20 Prozent beigemischt werden. Bei der Auswahl der Titel stehe eine genaue Bonitätsprüfung im Vordergrund. Ziel sei ein attraktiver Wertzuwachs durch Anlage in europäische Unternehmensanleihen.

Im Herbst 2016 hätten sich die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen noch im negativen Bereich befunden. Im weiteren Verlauf sei aus vielfältigen Gründen ein Renditeanstieg dieser Papiere erfolgt. Zum einen hätten die Ankündigungen des neuen US-Präsidenten Trump für ein umfangreiches fiskalpolitisches Paket die Sorge vor einer höheren Staatsverschuldung in den USA entfacht. Zum anderen sei die Diskussion über eine mögliche vorzeitige Rückführung des Anleihekaufprogrammes der Europäischen Notenbank ("Tapering") Auslöser für diesen Renditeanstieg gewesen.

Auch die insgesamt drei getätigten Zinsanhebungen durch die US-amerikanische Zentralbank im Dezember 2016, März und Juni 2017 sowie die guten Konjunkturdaten für die Eurozone hätten dazu beigetragen, dass die Kurse zehnjähriger deutscher Staatsanleihen nachgegeben hätten. Für sporadische Unruhe hätten die französischen Präsidentschaftswahlen gesorgt. Die Anspannung sei insbesondere vor dem ersten Wahlgang im April 2017 angestiegen, denn ein Sieg der populistischen Kandidatin Marine Le Pen sei nicht ausgeschlossen gewesen. Aufgrund dessen hätten sich die Risikoprämien französischer und südeuropäischer Staatspapiere zehnjähriger Restlaufzeit gegenüber deutschen Staatspapieren gleicher Laufzeit erhöht.

Nach der Stichwahl sei an den Märkten durch den Erdrutschsieg des gemäßigten Kandidaten Emmanuel Macron ein deutliches Aufatmen erkennbar gewesen, sodass sich die Renditeaufschläge gegenüber deutschen Staatsanleihen verringert hätten. Hiervon sei ein deutliches Signal für Europa ausgegangen, insbesondere mit Blick auf den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. Daneben habe der sich zuspitzende Nordkorea-Konflikt die Marktagenda bestimmt und temporär die Gemüter beunruhigt. Im Geschäftsjahr hätten die deutschen zehnjährigen Bundeanleihen eine Aufwärtsbewegung um insgesamt 65 Basispunkte auf 0,46 Prozent verbucht.

Im Berichtszeitraum habe der Anteil an Unternehmensanleihen sowohl zu Beginn der Berichtsperiode als auch zum Berichtsstichtag bei rund 96 Prozent gelegen. Die verbleibenden rund 4 Prozent seien auf ABS-/MBS-Papiere (forderungs- und hypothekenbesicherte Wertpapiere) entfallen, welche das Fondsmanagement im Geschäftsjahr nach guter Entwicklung auf gut 2,8 Prozent ermäßigt habe, sowie Bankguthaben. Insbesondere über Nachranganleihen, Finanzwerte und kurze verzinsliche Wertpapiere aus dem hochverzinslichen Segment seien Kreditrisiken marktphasenabhängig gesteuert worden. Zum Ende der Berichtsphase seien riskantere Positionen zum Teil deutlich reduziert worden.

Branchenbezogen seien vor allem die Gewichte in den Sektoren Gesundheit, Industrie und Telekommunikation erhöht worden. In diesem Zusammenhang habe das Fondsmanagement unter anderem an attraktiven Neuemissionen teilgenommen. Innerhalb der Branchen Öl und Gas sowie Versorger habe das Fondsmanagement das niedrige Ölpreisniveau in der ersten Berichtshälfte für Zukäufe von Anleihen dieser Branchen genutzt. Mit dem graduellen Anstieg des Ölpreises seien im Berichtszeitraum anschließend Teilverkäufe einzelner Positionen erfolgt, um von dem zwischenzeitlich gestiegenen Kursniveau zu profitieren. Derivate seien zur effizienten Steuerung von Zinsrisiken eingesetzt worden.

Der MEAG EuroCorpRent habe im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung (BVI-Methode) von 1,26 Prozent seit Bildung dieser Anteilklasse A (2. Januar 2017) und 0,05 Prozent in der Anteilklasse I im Geschäftsjahr 2016/2017 erzielt. Als positiver Werttreiber habe sich das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank auf die Kursentwicklung diverser Unternehmensanleihen ausgewirkt. Die stark antizipierte positive Entwicklung der selektierten Finanzwerte habe darüber hinaus einen bedeutenden positiven Beitrag geliefert. Durch aktives Management sei das Risiko mit Disziplin strategisch sowie taktisch den Marktgegebenheiten angepasst worden. Negativ habe sich hingegen der leichte Zinsanstieg an einzelnen Rentenmärkten ausgewirkt.

Am 14. Dezember 2017 erfolge die Gesamtausschüttung an die Anleger für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/2017 und das Rumpfgeschäftsjahr 2017 für die Anteilklasse A (Auflage zum 02. Januar 2017). Je Anteil würden 0,31 Euro in der Anteilklasse A für das Rumpfgeschäftsjahr und 0,77 Euro in der Anteilklasse I ausgeschüttet.

Die Renditen zehnjähriger deutscher und US-amerikanischer Staatsanleihen sollten bei weiter anhaltendem Wachstum und höheren Inflationsraten ansteigen. Dabei sei der private Konsum sowohl in der Bundesrepublik als auch in der Eurozone eine wichtige Stütze für die Konjunktur gewesen. Weitere Diskussionen um ein Ende des Anleihekaufprogrammes könnten zudem einen weiteren Renditeanstieg verursachen. Eine mögliche Rückführung der expansiven Geldpolitik dürfte außerdem eine Ausdehnung der Renditeaufschläge von Staatspapieren der europäischen Peripherie bewirken.

Geopolitische sowie inländische Risiken könnten hingegen zu einer stärkeren Nachfrage nach den vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit führen. Nach dem schlechtesten Bundestagswahlergebnis seit der Weimarer Republik verzichte die SPD auf Regierungsverantwortung und gehe in die Opposition, sodass mit einer möglichen "Jamaika-Koalition" unruhige politische Zeiten anbrechen könnten. In Europa könnten Proteste gegen die französischen Arbeitsmarktreformen und in Spanien das angestrebte Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens einen stürmischen Herbst nach sich ziehen. Für turbulente Zeiten dürfte ferner auch eine Eskalation des Nordkorea-Konfliktes sorgen.

Das Fondsvermögen sei im Berichtszeitraum breit gestreut investiert gewesen, zudem habe bei der Auswahl der Einzeltitel immer die gute Qualität der Wertpapiere im Vordergrund gestanden. Die Anleihen hätten Ende September 2017 ein durchschnittliches Rating von BBB1 (internes MEAG Rating) gehabt. Mit einem Portfolioanteil von ca. 62 Prozent hätten Anleihen guter Bonität den Anlageschwerpunkt gebildet. Die Adressenausfallrisiken hätten demnach als moderat angesehen werden können.

Das Sondervermögen weise infolge der Investition in Rentenpapieren Zinsänderungsrisiken auf, die sich in Form von Kursänderungen in den einzelnen Anlagen niederschlagen würden. Die Zinssensitivität des Portfolios habe Ende September 5,47 (Modifed Duration mit Derivaten) betragen, d. h., das Zinsänderungsrisiko des Fonds sei als hoch eingeschätzt worden.

Während des Berichtszeitraumes habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken vor allem in Form von Zinsrisiken inne gehabt. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe in den vergangenen zwölf Monaten 2,31 Prozent betragen und sei somit als niedrig einzustufen gewesen.

Zum Berichtsstichtag habe der Investmentfonds keine offenen Währungspositionen ausgewiesen, alle Papiere hätten auf Euro gelautet, sodass keine Währungsrisiken vorhanden gewesen seien.

Um ein aktives Rentenportfoliomanagement durchführen zu können, sei im besonderen Maße Wert auf die Liquidität der einzelnen Positionen gelegt worden. Alle Papiere seien handelbar gewesen, es habe sich ein sehr geringes Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Dies werde regelmäßig durch die Innenrevision überprüft.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften in der Anteilklasse A belaufe sich auf 65.627,22 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: realisierte Gewinne aus verzinslichen Wertpapieren (89.481,27 Euro) sowie aus Derivaten (12.165,06 Euro); realisierte Verluste aus Derivaten (-20.272,14 Euro) und aus verzinslichen Wertpapieren (-15.746,97 Euro).

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften in der Anteilklasse I belaufe sich auf 927.789,20 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: realisierte Gewinne aus verzinslichen Wertpapieren (1.233.051,04 Euro) sowie aus Derivaten (334.698,75 Euro); realisierte Verluste aus verzinslichen Wertpapieren (-432.442,52 Euro) und aus Derivaten (-207.518,07 Euro).

Im Berichtszeitraum sei die Anteilklasse A des Fonds am 2. Januar 2017 gebildet worden. (Ausgabe vom 30.09.2017) (04.01.2018/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
54,46 € 54,32 € 0,14 € +0,26% 18.06./-
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A1W1825 A1W182 55,79 € 54,26 €