LuxTopic-Fonds: Brexit und seine Folgen


10.02.20 12:30
Robert Beer Investment

Weiden (www.fondscheck.de) - Mehr als drei Jahre bestimmten die Ereignisse rund um den Brexit die Schlagzeilen, teilweise war es ein theaterreifes Spektakel, so die Experten von Robert Beer Investment.

Seit Ende Januar sei der Brexit nun aber vollzogen. Es sei sehr bedauerlich, dass die Briten die EU verlassen würden.

Was ändere sich nun und was nicht? Das Wichtigste werde sich nicht ändern, Briten und Deutsche würden sich weiterhin gut verstehen, Freundschaften pflegen, sich gegenseitig besuchen und Geschäfte machen.

London bleibe der wichtigste Finanzplatz außerhalb der USA. Großbritannien werde mit der EU Verträge schließen und nach komplizierten Verhandlungen wie eh und je Handel treiben. Mit den USA als starken Partner werde Großbritannien seine Wünsche durchsetzen. Die Briten seien befreit von Verpflichtungen und erdrückenden Regularien aus Brüssel. Ein weiterer enormer Vorteil für die Briten sei natürlich, dass sie ihre eigene Währung behalten und keine europäische Gesamthaftung übernommen hätten.

Aus deutscher Sicht falle Großbritannien leider als zweitgrößter Nettozahler der EU weg. Aber deutsche Politiker hätten schon betont, dass Deutschland künftig mehr Verantwortung übernehmen müsse und das auch gerne mache. Was nichts anderes heiße, dass der deutsche Steuerzahler mehr gefordert sei. Die EU verliere ein Mitglied, welches so viel Wirtschaftskraft auf die Waage bringe wie die 19 kleinsten Mitglieder der EU zusammen. Entscheidend sei dabei, dass die "Nordländer" in der EU deutlich an Gewicht verlieren würden, was wichtige Abstimmungen zu Lasten Deutschlands entscheidend beeinflussen könne. Prof. Dr. Hans-Werner Sinn habe dringende öffentliche Appelle an Angela Merkel und die Bundesregierung gerichtet, mit einem Entgegenkommen der EU für den Verbleib Großbritanniens zu kämpfen. Vergeblich.

Und was sei nach dem Brexit an den Börsen passiert? Monatelang sei heraufbeschworen worden, dass es Kurseinbrüche geben werde. Und in Wirklichkeit? Es habe nicht die geringste Reaktion der Märkte gegeben, ja es sei gar nicht beachtet worden, weil es schon neue, viel aktuellere und wichtigere Themen gebe.

Zu Jahresbeginn habe die Börsenwelt vielversprechend ausgesehen. Die Konjunktur in Europa schien die Talsohle zu verlassen, so die Experten von Robert Beer Investment. Die Weltkonjunktur sei unter der Führung der starken amerikanischen Lokomotive wieder angezogen. Die Notenbanken hätten eine weiterhin kräftig expansive Geldpolitik signalisiert. Der erste Teil des Handelsdeals zwischen USA und China sei von Donald Trump auf den Weg gebracht worden, nachdem der Konflikt zwischen den beiden Großmächten die Märkte lang Zeit immer wieder verunsichert habe.

Anfang Januar hätten die Experten an dieser Stelle geschrieben: "Da sich die Stimmung der Anleger gerade deutlich ins Positive bewegt, sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen, denn diese Sorglosigkeit macht die Märkte anfällig für temporäre Korrekturen. Auslöser kann es viele geben, wie die letzten Tage gezeigt haben. Daher ist eine risikoadjustierte Vorgehensweise angebracht."

Dann sei plötzlich das Störfeuer aus dem Iran gekommen, was schnell abgearbeitet worden sei und inzwischen kaum noch jemanden interessiere. Auch das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump sei schnell abgehakt worden.

Das neue Thema laute nun "Coronavirus". In der Börsenwelt sei das ein sogenanntes "Black Swan" Ereignis. Etwas markantes, was niemand auf der Agenda gehabt habe. Die weltweiten Mobilitätseinschränkungen hätten eine neue Dimension. Die weitere Entwicklung, die Dauer der Krise und die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen seien schwer abzuschätzen. Als Vergleich diene häufig die SARS-Epidemie 2003. Wobei China vor 17 Jahren bei weitem nicht die wirtschaftliche Bedeutung gehabt habe wie heute.

Die Börsen seien nach einer heftigen Reaktion nach unten schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen, mit der Überlegung, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann die Epidemie eingedämmt werde, Medikamente zur Verfügung stünden und die Krise versiege. Die chinesische Führung habe immense Summen in die Märkte gepumpt und deutlich gemacht, dass sie sich einer Wirtschaftskrise mit aller Macht entgegenstellen werde.

Die Märkte würden zwar realisieren, dass es in der Folge durchaus eine kleine wirtschaftliche Delle geben werde, die aber sehr schnell wieder aufgeholt sein sollte. Für den Fall, dass sich die Märkte jedoch irren würden, die Krise länger dauern und die Auswirkungen gravierender sein sollten, könne es an den Börsen jedoch auch schnell wieder nach unten gehen. Es bleibe wie immer spannend.

Daher würden sich die Experten mit ihrer risikoadjustierten Strategie sehr wohl gerade im aktuellen Umfeld fühlen.

Die Anleger sollten wie immer deutliche Rückschläge zum langfristigen Vermögensaufbau nutzen.

Am 07.02.2020 hätten die Fonds der Experten LuxTopic - Flex und LuxTopic - Aktien Europa B neue historische Höchststände erreicht. (10.02.2020/fc/a/f)





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