Legg Mason Martin Currie European Absolute Alpha Fund: Der diesjährige Juni wird die Erwartungen mehr als erfüllen


05.06.19 10:15
Legg Mason

Baltimore (www.fondscheck.de) - Äußert vorsichtig sind derzeit die Experten der Legg Mason-Tochtergesellschaft Martin Currie mit Blick auf Europa.

"Der Juni ist historisch betrachtet schon immer der schlechteste Monat im Jahr für die europäischen Aktienmärkte. Und wenn man sich das aktuelle Geschehen anschaut, wird der diesjährige Juni die Erwartungen mehr als erfüllen", sage Michael Browne, Fondsmanager des Legg Mason Martin Currie European Absolute Alpha Fund. Sein Kollege und Co-Fondsmanager, Steve Frost, ergänze: "Wir bleiben derzeit äußerst vorsichtig, weil das Abwärtsrisiko und somit auch die Chancen im Short-Buch für uns zunehmen."

Mit "aktuellem Geschehen" würden die beiden erfahrenen europäischen Aktienfondsmanager natürlich auch die erneuten politischen Turbulenzen in Großbritannien meinen. Zwar sei bereits absehbar gewesen, dass Theresa May irgendwann zurücktreten würde, als es ihr nicht gelungen sei, bei den allgemeinen Wahlen 2017 die Mehrheit zu gewinnen. Schließlich habe sie versucht, ohne Abgeordnetenmandat eine Antwort auf das vielleicht schwierigste politische Dilemma Großbritanniens der letzten fünfzig Jahr zu finden. Dennoch sei mit ihrem Rücktritt nun noch immer ungewiss, wie es weiterginge.

"Wer auch immer die Nachfolge von May antritt, muss zunächst für einen Konsens im britischen Parlament sorgen", sage Browne. "Ob die EU eine solche Lösung dann jedoch annimmt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Gelingt es einer neuen britischen Führung nicht, einen Konsens herbeizuführen oder lehnt die EU einen solchen ab, ist der einzige Weg zurück zum Wähler - entweder in Form allgemeiner Wahlen oder, wenn auch unwahrscheinlicher, eines erneuten Referendums."

Die Aussichten auf einen harten Brexit hätten sich damit wohl erhöht, darüber sei sich der Markt bewusst. "Unter diesen Umständen würde die Wahrscheinlichkeit eines Sieges für die Labour Partei steigen - und die wird allgemeinhin als unternehmens-, schulden- und damit marktfreundlich wahrgenommen", ergänze Frost. Unter solchen Umständen sei es eigentlich nur logisch, dass sich das Britische Pfund abschwäche und die verschiedenen Anlageklassen das Risiko einpreisen würden. Doch weit gefehlt, sage Frost: "Wir befinden uns in einer politisch chaotischen Phase mit viel Ungewissheit. Das Abwärtsrisiko ist deutlich. Doch eingepreist wird es erst, wenn die Konservativen ihren neuen Parteivorsitz benennen."

Währenddessen würden die Ergebnisse der Europawahl dramatischer wirken als sie eigentlich seien. Alle hätten mit einem Siegeszug der Nationalisten gerechnet, der jedoch - bis auf Italien - ausgeblieben sei. "Die Mitte-Rechts-Parteien wurden bei der Europawahl geschwächt. Dafür stehen ihnen nun starke Grüne und Liberale zur Seite, die sogar noch deutlicher für eine europäische Integration sind", glaube Browne. "Es wird vermutlich einen Kampf um die Spitzenpositionen geben, wahrscheinlich ist jedoch, dass die an eindeutig pro-europäische Politiker gehen, denen ein umsetzbarer Konsens gelingen dürfte." Interessant sei indessen die Besetzung des EZB-Chefs. Würde der bisherige Bundesbankpräsident Jens Weidmann berufen, könnte das zu Unsicherheit bis hin zur Besorgnis führen, würden die beiden Europa-Experten der Legg Mason-Tochterfirma glauben. Zittern dürften dann vor allem italienische Schuldner sowie die Bankenbranche.

Forst und Browne würden nun also abwarten, bis sich der politische Staub über Europa gelegt habe. Sie würden glauben, insbesondere nach der Europawahl würde man sich schnell wieder auf die eigentlich dringlichen Aufgaben konzentrieren. Schließlich gäbe es einen deutlichen Abschwung in der Industrie, allen voran in der Fertigung, von dem viele glauben würden, er hänge mit dem Handelskrieg zwischen den USA und China zusammen.

Die beiden Europafondsmanager würden jedoch auch zeigen, dass dieser Abschwung bereits in der zweiten Hälfte 2018 und damit vor dem Konflikt begonnen habe. "Sollte sich das Schwächeln der Industrie bis auf den Service-Sektor ausdehnen, könnte der wirtschaftliche Abschwung deutlich stärker als bisher ausfallen. Das wiederum würde den politischen Druck in den hochverschuldeten europäischen Ländern erhöhen, mit entsprechender Fiskalpolitik zu antworten, was die EU ihrerseits ablehnen würde", führe Browne aus und Frost ergänzt: "In einem solchen Szenario steht die EZB unter Druck, ihre quantitative Lockerung zu erneuern, wovon Deutschland nicht begeistert wäre." Das Risiko einer deutlichen Rezession wie wir sie 2008/2009 erlebt haben, sei aktuell jedoch nicht groß, so die Experten von Legg Mason. Vermutlich befinden wir uns bereits in einer milden Variante, so die Experten von Legg Mason. Das Risiko, diese milde Rezession mit politischen Fehlern - egal ob monetär, steuerpolitisch oder auf Bankenebene - zu vertiefen, sei hingegen real. "Erst wenn die Märkte sich substanziell zurückziehen, gibt es wieder Einstiegsgelegenheiten", schließe Browne ab. (05.06.2019/fc/a/f)






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