LBBW Nachhaltigkeit Renten R-Fonds: 08/2021-Bericht, Wertverlust von 0,3% - Fondsanalyse


06.10.21 09:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen.

Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Im August hätten die Diskussionen zur Drosselung der Anleihekäufe der US-Zentralbank (FED) in den USA zu den marktbeherrschenden Themen gehört. Mit dem Jackson Hole-Symposium, einem von der FED organisierten Treffen zum geldpolitischen Austausch in der letzten Augustwoche, habe dies den bisherigen Höhepunkt erreicht. Der Markt habe sich die Frage gestellt, wann und in welchem Umfang die Anleihekäufe der FED von derzeit 120 Mrd. US-Dollar pro Monat zurückgefahren würden. Nach den Aussagen von US-Zentralbankchef Jerome Powell solle das Anleihekaufprogramm im 4. Quartal dieses Jahres reduziert werden. Zur Entscheidungsfindung würden vor allem die Entwicklungen auf dem US-Arbeitsmarkt und die Ausbreitung der Corona-Delta-Variante genau beobachtet.

Nach wie vor seien hohe Inflationsdaten in Form des Verbraucherpreisindex von 3,9% in Deutschland sowie 3,0% in der EU veröffentlicht worden. In Verbindung mit einer sich erholenden Wirtschaft, die zum Jahresende wieder auf Vor-Corona-Niveau liegen soll, werden erste Stimmen innerhalb der Europäischen Zentralbank laut, auch hierzulande die Geldpolitik schrittweise zu normalisieren, so die Experten von LBBW Asset Management.

Trotz der Aussicht auf weniger Geldmittelzuflüsse der Europäischen Zentralbank hätten die Aktienmärkte mehrheitlich zulegen und neue Allzeithochs erreichen können. Der DAX habe ca. 1,87% gewonnen und auf 15.835,09 Punkte zugelegt. Der EURO STOXX 50 habe ca. 2,62% höher bei 4.196,41 Punkten schließen können. Auch die US-Börsen hätten trotz der in der Vergangenheit schwächeren Sommermonate positiv überzeugen können. Während die Standardwerte in der Breite um ca. 2,90% hätten zulegen können, hätten sich die Technologiewerte um rund 4,16% nach oben entwickelt. Die Berichtssaison, welche im August ihren Höhepunkt erreicht habe, könne als überaus positiv bezeichnet werden. Über 90% der berichtenden Unternehmen hätten mit der Umsatz- und Gewinnentwicklung positiv überraschen können. Die asiatischen Märkte hätten sich durchwachsen gezeigt. Während der japanische Aktienmarkt ca. 2,95% habe hinzugewinnen können, hätten chinesische Werte im Monatsrückblick an Wert verloren.

Angetrieben durch höhere Inflationsdaten und Diskussionen rund um die Geldpolitik, hätten die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihe angezogen und seien von -0,461% auf -0,383% angestiegen. Das kurzzeitige Niveau von -0,5% habe sich als stärkerer Widerstand herausgestellt und im Monatsverlauf nicht unterschritten werden können. Auch in den USA hätten die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen etwas angezogen. Der US-Dollar habe gegenüber dem Euro im August um 0,51% leicht aufgewertet und zum Monatsultimo bei 1,1809 US-Dollar notiert.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im August einen negativen monatlichen Gesamtertrag in Höhe von -0,5% ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2021 liege der Index dennoch weiter leicht im Plus (um rund 0,3%). Die Risikoprämien seien zwar nur minimal gestiegen, jedoch habe ein Renditeanstieg im August für den negativen Gesamtertrag gesorgt.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten im August hingegen einen positiven Gesamtertrag ausgewiesen. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe mit ca. 0,3% im Plus gelegen. Seit Oktober 2020 habe der Index damit in jedem Monat eine positive Wertentwicklung ausweisen können. Auf Gesamtjahressicht sei 2021 bereits ein Zuwachs von 3,7% zu verzeichnen. Die Risikoprämien im August seien gesunken und die Sensitivität gegenüber Renditenanstiegen bei Staatsanleihen sei geringer als bei Anleihen höherer Schuldnerqualität. Somit habe in Summe erneut ein positiver Ertrag im abgelaufenen Monat erzielt werden können.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat August im Zuge eines Rückgangs am Rentenmarkt durch einen Anstieg der Zinsen einen moderaten Kursrückgang verzeichnet. Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer habe inklusive Absicherungsmaßnahmen bei rund 5,2 Jahren gelegen. Den Schwerpunkt hätten Anlagen im sieben- bis zehnjährigen Laufzeitenband gebildet. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gehabt, gefolgt von Pfandbriefen und Staatsanleihen. Zum Monatswechsel sei das zulässige, nachhaltige Anlageuniversum unverändert geblieben. (Stand vom 31.08.2021) (06.10.2021/fc/a/f)





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