LBBW Nachhaltigkeit Renten R-Fonds: 04/2020-Bericht, Wertzuwachs von 2,6% - Fondsanalyse


13.05.20 11:30
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen. Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Im April sei die Weltwirtschaft in eine Art künstliches Koma versetzt worden, in der Hoffnung so schlimmere Schäden verhindern zu können. Dies sei unter der Annahme geschehen, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt ohne größere Nebenwirkungen wieder "aufwecken" ließe. Dies sei ein gewagtes und beispielloses Experiment, dessen Ausgang noch unbekannt sei. Derweil würden die ökonomischen Verwerfungen im Zuge der Corona-Pandemie rund um den Globus immer stärker sichtbar. Die Schätzungen über die wirtschaftlichen Folgen hierzulande pendeln sich in der Größenordnung von -5,00% bis -7,50% im Vergleich zum Vorjahresbruttoinlandsprodukt ein, so die Experten von LBBW Asset Management.

Die Erwartung einer deutlichen Verlangsamung der Covid-19-Ausbreitung und die von Regierungen und Notenbanken weltweit auf den Weg gebrachten massiven Wirtschaftshilfen hätten zu deutlichen Kursanstiegen an den internationalen Kapitalmärkten geführt. Der DAX habe den Monat April mit einem Plus von 9,32% beendet. Das sei der größte Monatsgewinn seit fast fünf Jahren. Die Mischung aus stark nach unten revidierten Gewinnschätzungen und steigenden Kursen habe zu höheren Bewertungen von Unternehmen geführt. Diese nicht auf dem Unternehmenserfolg basierenden Anstiege würden jedoch zur Vorsicht mahnen.

Am deutschen Rentenmarkt sei es im April zu einem erneuten Zinsrückgang gekommen. Deutsche Staatsanleihen hätten zum Monatsschluss bei -0,58% notiert. Zu einem Zinsanstieg hingegen sei es bei den italienischen Staatsanleihen gekommen. Diese hätten im Monatsverlauf um 0,24% zugelegt und den Monat April bei 1,76% beendet.

Der Devisenmarkt habe sich unentschlossen präsentiert. Zuletzt sei der US-Dollarkurs zum Euro zwischen 1,08 und 1,09 gependelt.

Nach einem rekordverdächtig schwachen März für Euro-Unternehmensanleihen im Zuge der Corona-Pandemie sei es im April zu einer ausgeprägten Wertaufholung gekommen, vor allem da sich auch zyklischere Sektoren (wie z.B. die Autobranche) gut entwickelt hätten. Die avisierten Käufe von Unternehmensanleihen durch die EZB hätten zumindest die besseren Bonitäten gestützt (BBB- und aufwärts). Abnehmende Covid-19-Fallzahlen, verbunden mit der Hoffnung auf Lockerung der Beschränkungsmaßnahmen, hätten ebenfalls zu einer verbesserten Stimmung beigetragen und für sinkende Risikoprämien gesorgt. Ein gesunkenes Zinsniveau im Euroraum habe einen zusätzlichen Schub für die Wertentwicklung von Firmenanleihen bedeutet. Unternehmen mit soliden Bilanzen, insbesondere solche mit defensiven Geschäftsmodellen, erschienen dem Fondsmanagement im April aufgrund der Marktturbulenzen attraktiver, so die Experten von LBBW Asset Management.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen guter Kreditqualität (so genannte Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe eine monatliche Wertentwicklung von 3,3% erzielt. Nie zuvor sei ein höherer monatlicher Gesamtertrag erreicht worden. Die Wertentwicklung des bisherigen Gesamtjahres liege aufgrund des schwachen Vormonats dennoch mit -2,8% noch im negativen Bereich. Unternehmensanleihen schwächerer Bonität (BB+ und darunter) hätten ebenfalls eine deutliche Erholung im vergangenen Monat verzeichnen können. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe einen Gesamtertrag von 6,2% ausgewiesen. Allerdings sei der Gesamtertrag für Januar bis April mit -9,2% noch tief im roten Bereich geblieben.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat April, nach dem durch die Covid-19-Krise bedingten massiven Abverkauf im Vormonat, wieder deutlich an Wert zulegen können. Dies sei größtenteils auf Einengungen der Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen zurückzuführen. Aber auch der allgemeine Zinsrückgang habe hierbei eine wichtige Rolle gespielt. Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer sei im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben. Der Schwerpunkt der Anlagen habe im mittleren Laufzeitenband gelegen. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gebildet, gefolgt von Pfandbriefen. Auf Basis der Nachhaltigkeitskriterien seien keine weiteren Anleihen verkauft worden. (Stand vom 30.04.2020) (13.05.2020/fc/a/f)






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