LBBW Multi Global R-Fonds: 10/2021-Bericht, Wertzuwachs von 1,1% - Fondsanalyse


23.11.21 11:16
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW Multi Global R ist ein defensiv ausgerichteter Wertpapier-Mischfonds, so die Experten von LBBW Asset Management.

Er könne weltweit in Wertpapiere, u.a. in verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Zertifikate sowie in Geldmarktinstrumente, Investmentanteile und sonstige Anlageinstrumente investieren. Hierbei betrage die maximale Quote für Investitionen in Aktien 30% des Fondsvermögens. Zur weiteren Diversifikation sei aktuell beabsichtigt, bis zu 10% in 1:1 Zertifikate auf Edelmetalle anzulegen. Die Investmentgesellschaft dürfe in Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Geldmarktinstrumente der Bundesrepublik Deutschland und deren Bundesländer mehr als 35% des Wertes des Sondervermögens anlegen.

Anfang Oktober hätten die stark steigenden Rohstoffpreise für reichlich Diskussionsstoff an den Kapitalmärkten gesorgt. An den Terminmärkten sei der Preis für niederländisches Gas seit Jahresanfang um ca. 518% gestiegen und habe Anfang Oktober seinen bisherigen Zenit erreicht. Während sich Rohöl der Sorte Brent im Oktober um rund 6,40% verteuert habe, habe die Rohölsorte WTI um ca. 10,10% ansteigen können. Die Energiepreise würden somit nicht nur dämpfend auf die Konjunkturerholung wirken, sondern würden zusätzlich die Inflationsraten erhöhen. Die Inflation sei in Deutschland auf 4,40% im Vorjahresvergleich gestiegen, während in den USA ein Wert von 5,40% im Vergleich zum Oktober des Vorjahres publiziert worden sei.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei ihrer Linie treu geblieben, sehe unverändert einen temporären Anstieg und gehe lediglich von einer länger als ursprünglich erwarteten Inflationsphase aus. Zudem sehe die EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, für das Jahr 2022 keine Zinserhöhungen. Aussagen zum Auslaufen des Anleihekaufprogramms "PEPP" hätten für stärkere Bewegungen bei den Zinsen der Peripherieländer der Eurozone wie beispielsweise Italien gesorgt. Die US-Zentralbank (FED) habe hingegen angekündigt, mit dem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik noch in diesem Jahr beginnen zu wollen.

Die im Oktober positiv angelaufene Berichtsaison und eine erste Entspannung bei den Lieferengpässen hätten sich in positiven Kursentwicklungen der Aktienmärkte widergespiegelt, auch wenn die Wachstumsdynamik etwas nachgelassen habe. Der DAX habe im Oktober um rund 3,51% zulegen können und den Monat mit 15.688 Punkten beendet. Noch besser hätten sich die europäischen Standardwerte entwickelt. Der EURO STOXX 50 habe um rund 5,33% zulegen können und sich den höchsten Ständen seit 2007 angenähert. Die breiten Indices auf US-Standardwerte seien um ca. 5,70% gestiegen, während die amerikanischen Technologieaktien sogar um ca. 7,16% hätten zulegen können. Die zuletzt schwachen asiatischen Märkte hätten an der Bewegung der weltweiten Aktienmärkte wieder besser partizipieren können.

Der japanische Markt sei im Oktober um rund 1,57% gestiegen, während die Aktien in Hongkong um rund 5,58% hätten zulegen können. In China habe sich im Fall "Evergrande" etwas Entspannung abgezeichnet, nachdem der in Schieflage geratene Immobilienentwickler zwei fällige Zinszahlungen aus Anleihen habe bedienen können. Es sei jedoch nicht von einer Trendumkehr zu sprechen, da sich bisher keine neuen Finanzierungsquellen ergeben hätten.

Der Renditeanstieg am Zinsmarkt habe sich im Oktober weiter fortgesetzt. Die Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen seien zum Monatsultimo auf rund -0,11% angestiegen. Die Renditen für 10-jährige US Staatsanleihen hätten den Oktober bei ca. 1,55% beendet. In Großbritannien seien die kurzfristigen Zinsen stark angestiegen, nachdem eine Zinserhöhung der Britischen Zentralbank (Bank of England) erwartet worden sei. Die langfristigen Zinsen hätten nachgegeben, was zu einer deutlichen Verflachung der Renditekurve geführt habe. Der US-Dollar habe zum Euro leicht zugelegt und stehe zum Monatsende bei 1,1558 US-Dollar je Euro. Der Goldpreis habe im Oktober ebenfalls zulegen können und sei um ca. 1,27% angestiegen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Oktober einen negativen monatlichen Gesamtertrag in Höhe von ca. -0,4% ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2021 liege der Index damit um nahezu 1% im Minus. Die Risikoprämien seien allerdings erneut leicht gesunken, wie bereits im Vormonat. Verantwortlich für die schwache Wertentwicklung hätten sich somit die Bewegungen auf der Zinsseite gezeigt.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten im Oktober ebenfalls einen negativen Gesamtertrag ausgewiesen. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe dabei mit rund 0,5% im Minus gelegen. Die Sensitivität gegenüber dem Zinsanstieg sei zwar geringer als bei den Pendants mit höherer Schuldnerqualität, allerdings habe eine leichte Ausweitung der Risikoprämien belastet. Auf Gesamtjahressicht sei 2021 aber weiterhin ein Zuwachs von gut 3% zu verzeichnen.

Der Rohstoffmarkt habe den Monat Oktober - gemessen am Bloomberg Commodity ex-Agriculture and Livestock Index - insgesamt mit einem niedrigen, einstelligen Kursplus beendet. Dabei seien Gewinner und Verlierer in den drei von den Fonds der LBBW Asset Management abgebildeten Rohstoffsektoren gleichmäßig vertreten gewesen. Hervorzuheben sei der Energieträger Erdgas, welcher in den vergangenen Wochen den Rohstoffmarktmarkt maßgeblich beeinflusst habe. Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Gaslieferung nach Europa zu erhöhen und für ein stabiles Angebot bereitzustellen, hätten für leichte Einspannung gesorgt.

Der LBBW Multi Global (R-Tranche) habe im Monatsverlauf um rund 1,10% zugelegt. Auf Jahressicht liege der Fonds damit bei einer Wertsteigerung von ca. 4,96%. Im Anleiheteil des Portfolios habe das Portfoliomanagement einige Änderungen vorgenommen. Nachdem sich die Zinskurven im vergangenen Monat deutlich verflacht und sich insbesondere die kürzeren Zinsbindungen in Relation zu sehr langen Zinsbindungen vergünstigt hätten, habe das Portfoliomanagement entschieden, Anleihen mit längeren Laufzeiten zu reduzieren und in Anleihen mit kurzer Laufzeit umzuschichten. Damit solle die aktuelle Opportunität am Kapitalmarkt ausgenutzt werden. Zudem habe das Portfoliomanagement wieder aktiv an Neuemissionen teilgenommen. Um die Positionierung ausgewogen zu halten, seien dazu Anleihen mit relativ starken Kursgewinnen realisiert worden.

In der physischen Aktienquote des Fonds habe es einzelne Veränderungen gegeben. Beispielsweise habe das Fondsmanagement unter anderem die Aktie von dem Stahlkonzern ArcelorMittal, dem Informationsdienstleister Wolters Kluwer und dem Onlineversandhändler Amazon.com aufgenommen. Alle drei Sektoren seien in den letzten Monaten nicht im Fonds vertreten gewesen. Insgesamt sei der Multi Global damit etwas diversifizierter aufgestellt worden. Im Gegenzug habe das Portfoliomanagement auch Veränderungen in den Absicherungspositionen vorgenommen. Diese würden der Feinsteuerung des Risikoprofils dienen. Wie auch in den vergangenen Monaten sei der Fonds daher teilweise abgesichert geblieben. Die Gesamtquote an Aktien sei über den Monat hinweg relativ stabil geblieben.

Der Anteil an indirekten Edelmetallinvestitionen sei weitestgehend stabil um die 5% Marke gehalten worden und der Kassenbestand habe im üblichen Rahmen geschwankt. (Stand vom 29.10.2021) (23.11.2021/fc/a/f)






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