LBBW Aktien Deutschland-Fonds: 10/2021-Bericht, Wertsteigerung von 2,8% - Fondsanalyse


10.11.21 11:07
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW Aktien Deutschland Fonds (ISIN DE0008484650 / WKN 848465) investiert überwiegend in Aktien, deren Emittenten ihren Sitz in Deutschland haben, so die Experten von LBBW Asset Management.

Derzeit liege der Anlageschwerpunkt des Fonds in deutschen Blue Chips (Standardwerte). Aussichtsreiche Aktien mit mittlerem und kleinerem Börsenwert (Mid- und Small-Caps) könnten beigemischt werden. Bei der Titelauswahl stehe die Analyse der Ertragschancen, der Wachstumsstärke und der Stabilität der Bilanzstrukturen im Vordergrund.

Anfang Oktober hätten die stark steigenden Rohstoffpreise für reichlich Diskussionsstoff an den Kapitalmärkten gesorgt. An den Terminmärkten sei der Preis für niederländisches Gas seit Jahresanfang um ca. 518% gestiegen und habe Anfang Oktober seinen bisherigen Zenit erreicht. Während sich Rohöl der Sorte Brent im Oktober um rund 6,40% verteuert habe, habe die Rohölsorte WTI um ca. 10,10% ansteigen können. Die Energiepreise würden somit nicht nur dämpfend auf die Konjunkturerholung wirken, sondern würden zusätzlich die Inflationsraten erhöhen. Die Inflation sei in Deutschland auf 4,40% im Vorjahresvergleich gestiegen, während in den USA ein Wert von 5,40% im Vergleich zum Oktober des Vorjahres publiziert worden sei.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei ihrer Linie treu geblieben, sehe unverändert einen temporären Anstieg und gehe lediglich von einer länger als ursprünglich erwarteten Inflationsphase aus. Zudem sehe die EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, für das Jahr 2022 keine Zinserhöhungen. Aussagen zum Auslaufen des Anleihekaufprogramms "PEPP" hätten für stärkere Bewegungen bei den Zinsen der Peripherieländer der Eurozone wie beispielsweise Italien gesorgt. Die US-Zentralbank (FED) habe hingegen angekündigt, mit dem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik noch in diesem Jahr beginnen zu wollen.

Die im Oktober positiv angelaufene Berichtsaison und eine erste Entspannung bei den Lieferengpässen hätten sich in positiven Kursentwicklungen der Aktienmärkte widergespiegelt, auch wenn die Wachstumsdynamik etwas nachgelassen habe. Der DAX habe im Oktober um rund 3,51% zulegen können und den Monat mit 15.688 Punkten beendet. Noch besser hätten sich die europäischen Standardwerte entwickelt. Der EURO STOXX 50 habe um rund 5,33% zulegen können und sich den höchsten Ständen seit 2007 angenähert. Die breiten Indices auf US-Standardwerte seien um ca. 5,70% gestiegen, während die amerikanischen Technologieaktien sogar um ca. 7,16% hätten zulegen können. Die zuletzt schwachen asiatischen Märkte hätten an der Bewegung der weltweiten Aktienmärkte wieder besser partizipieren können.

Der japanische Markt sei im Oktober um rund 1,57% gestiegen, während die Aktien in Hongkong um rund 5,58% hätten zulegen können. In China habe sich im Fall "Evergrande" etwas Entspannung abgezeichnet, nachdem der in Schieflage geratene Immobilienentwickler zwei fällige Zinszahlungen aus Anleihen habe bedienen können. Es sei jedoch nicht von einer Trendumkehr zu sprechen, da sich bisher keine neuen Finanzierungsquellen ergeben hätten.

Der Renditeanstieg am Zinsmarkt habe sich im Oktober weiter fortgesetzt. Die Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen seien zum Monatsultimo auf rund -0,11% angestiegen. Die Renditen für 10-jährige US Staatsanleihen hätten den Oktober bei ca. 1,55% beendet. In Großbritannien seien die kurzfristigen Zinsen stark angestiegen, nachdem eine Zinserhöhung der Britischen Zentralbank (Bank of England) erwartet worden sei. Die langfristigen Zinsen hätten nachgegeben, was zu einer deutlichen Verflachung der Renditekurve geführt habe. Der US-Dollar habe zum Euro leicht zugelegt und stehe zum Monatsende bei 1,1558 US-Dollar je Euro. Der Goldpreis habe im Oktober ebenfalls zulegen können und sei um ca. 1,27% angestiegen.

Die EZB halte an ihrem aktuellen Weltbild fest und sorge weiterhin für ein günstiges Finanzierungsumfeld, was im Hinblick auf die Verschuldung der Peripherieländer essenziell erscheine. Während die Corona-Lage weiterhin eine Quelle der Unsicherheit darstelle, könnten eine positiv verlaufende Berichtsaison, die fortgesetzte Entspannung bei den Lieferengpässen sowie die negative Realverzinsung weiterhin die weltweiten Aktienmärkte unterstützen.

Trotz aufkommender Inflationssorgen und globaler Lieferkettenproblematik hätten sich die Aktienmärkte im Oktober positiv entwickelt. Der LBBW Aktien Deutschland habe im abgelaufenen Monat um gute 2,75% zulegen können. Insbesondere die Finanzbranche und der Technologiesektor seien stark gefragt gewesen. Dagegen seien die defensiven Telekommunikations- und Versorgungssektoren weniger gesucht gewesen. Bei den Einzeltiteln im Fonds habe Infineon den Kursanstieg weiter fortsetzen können und ein neues Jahreshoch erreicht. Auch KION habe von einem starken Quartalsergebnis profitiert und den Ausblick für dieses Jahr erhöht. Die Aktie habe darauf deutlich zweistellig zugelegt. Die Deutsche Telekom habe unter einer Platzierung eines ihrer Großaktionäre, Softbank, am Anfang des Monats gelitten und sich seitdem nicht mehr entscheidend erholt.

Da generell die Berichtssaison für das dritte Quartal im vollen Gange gewesen sei, seien viele Kursentwicklungen dadurch beeinflusst worden. Unter dem Strich seien die Ergebnisse bisher mehrheitlich besser ausgefallen als von den Analysten erwartet. Der Fonds sei weiterhin nahezu voll investiert gewesen. (Stand vom 29.10.2021) (10.11.2021/fc/a/f)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
188,707 € 191,93 € -3,223 € -1,68% 30.11./09:02
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008484650 848465 203,50 € 166,83 €