Jyske Invest Equities Low Volatility-Fonds: Gegen den Strom - Wie sicheres Anlegen vom Markt belohnt wird


08.05.19 14:30
Jyske Invest

Silkeborg (www.fondscheck.de) - Insgesamt 62 Prozent aller deutschen Bundesbürger, die 2018 Geld angelegt hatten, sind mit der Wertentwicklung ihrer Anlage bisher unzufrieden, so die Experten von Jyske Invest.

Das belege eine aktuelle Studie des Bundesverbands deutscher Banken. Die Gründe dafür lägen vor allem in der anhaltenden Niedrigzinsphase, doch an riskantere Anlagen, wie Aktien, würden sich die Deutschen immer noch nicht rantrauen. Eine Lösung für mehr Rendite bei dennoch geringerem Risiko würden Low Volatility Aktien bieten. "Ihre besondere Stärke liegt darin, dass sie sich in Abwärtsphasen besser entwickeln als der Gesamtmarkt", sage Claus Grøn Therp, Fondsmanager des Jyske Invest Equities Low Volatility. Daher seien sie insbesondere für risikoaverse Anleger interessant.

Vor allem mit Blick auf die politischen Entwicklungen, die vermehrt für Unsicherheit an den Märkten sorgen würden, würden Low Volatility Aktien ihre Stärken entfalten. Ein aktuelles Beispiel: Der Handelsstreit zwischen den USA und China. Nach Trumps Aussage, die Zölle für chinesische Waren von 10 auf 25 Prozent anzuheben, sei der deutsche Leitindex mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 12.174 Punkte in den Handel gestartet. Doch nicht alle Aktienkurse seien in dieser Situation abgerutscht.

Vor allem Versorger und Telekommunikationsunternehmen seien, wie sonst auch, stabil geblieben. Sie seien von den Auswirkungen des Handelsstreits nicht betroffen. Daher gewichte Claus Grøn Therp diese Branchen in seinem Fonds deutlich über. Ebenso achte der dänische Low Volatility Experte darauf, keine chinesischen sowie konjunkturabhängigen Aktien in sein Portfolio aufzunehmen - ganz im Gegensatz zum globalen Index MSCI World.

Bereits seit Oktober 2018 lasse sich hervorragend beobachten, wie Low Volatility Strategien funktionieren würden. Als die Aktienmärkte im Herbst vergangenen Jahres eingebrochen seien, seien die Verluste im Jyske Invest Equities Low Volatility deutlich geringer ausgefallen. Als dann 2019 die Stimmung an den Märkten wieder ins Positive gedreht und die Erholung eingesetzt habe, habe auch der Fonds zugelegt, aber nicht ganz so große Sprünge verzeichnen können wie der Gesamtmarkt. "Dies hat uns nicht überrascht. In stark steigenden Märkten hängt der Fonds grundsätzlich etwas hinterher. Zudem haben vor allem zyklische Sektoren wie IT deutlich zugelegt, der Sektor ist in unserem Fonds tendenziell untergewichtet", sage Claus Grøn Therp.

Strategien, die auf Aktien mit einer vergleichsweise niedrigen Volatilität setzen würden, würden ihre Stärke eher in Abwärtsphasen zeigen. "Hier erzielen sie in der Regel eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Wenn die Volatilität zurückkommt, ist man daher bei Low Volatility Aktien besser aufgehoben", sage Therp und erwarte, dass dies schon bald wieder der Fall sein werde. Er rechne in dem schon weit fortgeschrittenen Zyklus nicht damit, dass sich die derzeit gute Aktienmarktphase ungebremst fortsetze. Der größte Aktienmarkt, die USA, sei zwar durch gutes Wirtschaftswachstum gestützt, berge aber auch Risiken wie die hohen Defizite und die Unsicherheiten in Verbindung mit den Präsidentschaftswahlen 2020.

Ein erfolgreiches Timing von Stilfaktoren, wie zum Beispiel niedrige Volatilität, halte Therp jedoch für schwierig und auch gar nicht für notwendig: "Der Jyske Invest Equities Low Volatility bietet praktisch eine All-Wetter-Strategie für langfristig ausgerichtete Investoren. Denn ein Rückblick zeigt, dass schwankungsärmere Aktien langfristig den Markt schlagen." Ein Grund hierfür sei die sogenannte Low Volatility Anomalie.

Von Anomalie spreche man, da eigentlich langfristig das Eingehen eines höheren Risikos mit höheren Erträgen belohnt werde. Tatsächlich erziele aber auch die risikoärmere Low Volatility Strategie eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Therp sehe eine Erklärung hierfür darin, dass Low-Volatility-Strategien schwerpunktmäßig in marktführende Unternehmen mit einem stabilen Marktanteil investieren würden, die langfristig sichere Erträge erzielen und sich somit auch langfristig besser als der Markt entwickeln könnten.

Seit Auflegung des Fonds Ende 2013 hätten zudem niedrige Zinsen zur Outperformance der risikoärmeren Titel beigetragen. "Vor dem Hintergrund der weltweit gesunkenen Anleiherenditen wagen sich einige Anleiheinvestoren auf der Suche nach Rendite an den Aktienmarkt. Dort bevorzugen sie risikoreduzierte Strategien wie Low-Volatility-Ansätze", erkläre Therp. Da vorerst nicht mit stark steigenden Zinsen zu rechnen sei, dürfte das Interesse der Investoren anhalten.

Ein Risiko sehe Therp vielmehr in der rasanten Zunahme passiver Investments. Über ETFs lasse sich einfach und kostengünstig gezielt auf bestimmte Sektoren, Themen aber auch Faktoren setzen, dies könne die Marktdynamiken verändern. Durch schnelle, starke Kapitalzuflüsse und -abflüsse würden die Risiken zunehmen. "Das kann auch Low Volatility Aktien betreffen. Daher halten wir es für umso wichtiger, bei der Auswahl der Unternehmen nicht nur auf die Volatilität zu achten, sondern sich die einzelnen Unternehmen aus fundamentaler Perspektive anzuschauen. Aktive Strategien sind hier gegenüber passiven Ansätzen klar im Vorteil", so Therp.

Neben einer niedrigen Schwankungsbreite, gemessen an der 200-Tage-Durchschnitts-Volatilität, sollten die Unternehmen stabile Gewinnmargen aufweisen. Zudem würden die Jyske Fondsmanager darauf achten, wie stabil sich die Erträge entwickeln würden, und ob sie stark von gewissen wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig seien. "Wir sind zudem vorsichtig bei extrem beliebten Aktien. Gerade in Abwärtsmärkten bieten solche "Crowded Stocks" ein hohes Risiko, wenn zu viele Investoren auf einmal verkaufen wollen."

Viele attraktive schwankungsarme Aktien finde Therp in den Sektoren Basiskonsumgüter, Kommunikationsdienstleistungen und Gesundheit. Untergewichtet sei der Fonds grundsätzlich bei Finanzen und Technologie. Banken und Lebensversicherer würden im Portfolio gänzlich fehlen. "In einer Abwärtsphase verlieren viele Finanztitel meist überdurchschnittlich. Und das ist genau das, wonach wir nicht suchen", begründe Therp. Unternehmen aus dem Basiskonsumgüter-Sektor wie Nestlé oder Unilever hingegen hätten bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in Korrekturen relativ robust seien. (08.05.2019/fc/a/f)






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