Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained-Fonds: Donald Trump vs. China - Ein globales Tischtennisspiel


07.08.18 11:00
Jupiter AM

London (www.fondscheck.de) - Man könnte argumentieren, dass der aktuell diskutierte US-China-Handelskrieg mit dem Bruch der Bedingungen für einen chinesischen Telekommunikations-Ausrüstungshersteller begann: ZTE, so Ross Teverson, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Equity Unconstrained SICAV (ISIN LU1148012757 / WKN A12GH4, L USD ACC; ISIN LU1148013649 / WKN A12GH7, D USD ACC) bei Jupiter AM.

Aus der Sicht des Aktienmarkts sei das interessant. ZTE habe es versäumt, vier Mitarbeiter zu entlassen, die mit Nordkorea und dem Iran zu tun gehabt hätten. Es habe dazu geführt, dass das Unternehmen mit einem pauschalen Betriebsverbot für die USA überzogen worden sei. Die Aktien seien zunächst suspendiert worden und dann um 60 Prozent gefallen, als sie wieder an der Börse gelistet worden seien. Das veranschauliche, welche unbeabsichtigten Risiken in einem Portfolio lauern könnten und wie wichtig es sei, sich dieser Risiken stets bewusst zu sein.

Die Liste der Branchen in Trumps Schusslinie für Zölle reiche von Möbeln bis hin zu Turnschuhen, aber bisher hätten sich die Investoren vor allem auf zwei konzentriert: Autos und Stahl.

Der koreanische Automobilsektor sei noch mit keinen Sanktionen oder Zölle belegt worden. Trotzdem würden Investoren so tun, als ob das der Fall wäre, und dass deswegen koreanische Autos einen Teil ihrer Wettbewerbsfähigkeit in den USA und China verlieren würden. Dadurch habe der Sektor kürzlich etwa 30 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Der Technologiesektor sollte eigentlich in der Schusslinie stehen, sei aber bisher weitgehend außen vor geblieben. Es sei aber Teil der trumpschen Agenda, geistiges Eigentum besser zu schützen. Dessen Gefährdung habe in der Vergangenheit immer wieder die Stimmung belastet

Auf Indexebene habe sich der Konflikt unmittelbar auf den Shanghai Composite Index (Festland) ausgewirkt. Er habe weiter nachgegeben und seit Jahresbeginn 16 Prozent eingebüßt und liege 46 Prozent unter seinem Höchststand im Jahr 2015. Und das obwohl die meisten chinesischen Unternehmen ein ordentliches Gewinnwachstum aufweisen würden, erste Fortschritte bei der Bilanzverbesserung erzielt hätten und inländische chinesische Aktien in den MSCI Emerging Market Index aufgenommen würden. Darüber hinaus seien die Exporte im Juni stabil mit einem Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen, was allerdings vermutlich durch Hamsterkäufe im Vorfeld der Zollimplementierung unterstützt worden sei. Chinas Handelsüberschuss sei im Juni auf 41,6 Mrd. US-Dollar gestiegen, was einem Höchststand seit Dezember entspreche. Der überwiegende Teil davon gehe auf die USA zurück. Der Überschuss des Monats Juni gegenüber den USA sei mit 29 Mrd. US-Dollar der höchste gewesen, der je verzeichnet worden sei.

Dennoch könne China bei den Handelssanktionen nicht mit den USA mithalten. Das Reich der Mitte könne den USA das Leben aber schwer machen, da China US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar besitze. Würden diese verkauft, wäre das sehr unangenehm für die Finanzmärkte.

In naher Zukunft würden die Sorgen um den Handelskrieg wahrscheinlich weiter bestehen bleiben, aber die größten Belastungen durch den Konflikt würden weiterhin auf die Stahl- oder Automobilhersteller zukommen. Indem sich Anleger auf Bottom-up-Chancen konzentrieren und gleichzeitig sicherstellen würden, dass sie in den Schwellenländern diversifiziert aufgestellt seien, dürfte die Volatilität durch politisches Risikos begrenzen. Auch wenn die kurzfristige politische Unsicherheit anhalte, sei der substanzielle Strukturwandel positiv, wodurch sich viele Chancen ergeben würden. Beispiele für Bereiche, in denen nach Meinung der Experten ein langfristiger Strukturwandel stattfinden werde, sei die finanzielle Inklusion breiter Bevölkerungsteile und die Tourismus-Branche. Gerade Letzterer werde immer noch oft übersehen, obwohl dessen Strukturwandel wahrscheinlich zu jahrzehntelangem Wachstum führen werde.

Während politische Schnellschüsse die Stimmung stark belasten könnten, würden die Experten im Markt viele attraktive Chancen sehen, die Investoren ihrer Meinung nach nachhaltig und langfristig erwirtschaften könnten. (07.08.2018/fc/a/f)





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