Jupiter Dynamic Bond SICAV-Fonds: Jetzt die Portfolioqualität erhöhen - Fondsanalyse


13.11.17 15:00
Jupiter AM

London (www.fondscheck.de) - Die langfristigen Fundamentaldaten dürften die Zinsen in den USA noch für längere Zeit niedrig halten - auch wenn es in den nächsten Monaten zu einer weiteren Zinserhöhung und Reduzierung der FED-Bilanz kommen sollte, so Ariel Bezalel, Fondsmanager des Jupiter Dynamic Bond SICAV (ISIN LU0459992896 / WKN A0YC40) bei Jupiter AM.

Kürzlich seien Details über die Pläne der FED bekannt geworden, ihre Bilanz vor Ende des Jahres zu reduzieren. Die Ankündigung der FED zur geplanten "quantitativen Straffung" sei von den Märkten weitgehend eingepreist worden, die materiellen Auswirkungen dieser Reduzierung würden jedoch abzuwarten bleiben. Es sei schwierig, dessen Auswirkungen genau vorherzusagen, sofern sie tatsächlich eintreffen würden. Wir gehen jedoch davon aus, dass wir es mit Deflation zu tun bekommen werden mitsamt negativen Folgen für die Wirtschaft, so die Experten von Jupiter AM. Risikoaktiva, die von der quantitativen Lockerung profitiert hätten, dürften ebenfalls betroffen sein.

Ökonomen der FED würden interessanterweise allmählich die Gültigkeit der Phillips-Kurve hinterfragen, sprich die inverse Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, insbesondere da die Inflationszahlen weiter hinter den Erwartungen zurückbleiben würden. Die Experten würden in den Zinserhöhungen lediglich einen Nebenschauplatz der abflachenden Zinskurve sehen: Festzustellen sei, dass sich die Zinskurve während des zweiten Quartals 2017 deutlich abgeflacht habe. Der Renditeabstand zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen sei im Juni auf 80 Basispunkte gefallen und habe damit nur knapp über dem Tiefststand von Oktober 2016 nach der Finanzkrise gelegen. Grundsätzlich würden die Experten glauben, dass diese abflachende Zinsdynamik auf schwaches Wachstum und nachlassenden Inflationsdruck zurückzuführen sei.

Letztendlich würden sich aber die langfristigen Fundamentaldaten durchsetzen. Eine alternde Bevölkerung, die weltweite Überschuldung und die Disruption durch neue Technologien würden die Zinsen auf längere Zeit niedrig halten. Dieses Umfeld mache qualitativ hochwertige Staatsanleihen zur attraktiven Anlageklasse. Ende Februar hätten die Experten die Gesamtduration ihres Jupiter Dynamic Bond SICAV Portfolios auf rund drei Jahre erhöht, indem sie das Engagement in 10-jährigen und 30-jährigen US-Staatsanleihen verstärkt und die Duration der australischen Staatsanleihe-Positionen verlängert hätten. Im zweiten Quartal hätten die Experten die Position der längerfristigen US-Staatsanleihen aufgestockt und die Short-Positionen in deutschen Bundesanleihen reduziert, wodurch sich die Gesamtduration auf etwa vier Jahre erhöht habe.

Einige konsumorientierte Sektoren in den USA würden bereits jetzt unter den nach wie vor schwachen Wirtschaftsdaten leiden, was insbesondere bei den Verkaufszahlen von Fahrzeugen zu beobachten sei. Hierbei handele es sich um einen wichtigen Sektor der US-Wirtschaft, der 3 Prozent des Gesamt-BIP ausmache und gleichzeitig der größte Exportsektor des Landes sei. Dies könnte sich zu einem Dominoeffekt auf die gesamte US-Wirtschaft entwickeln.

Hinzu komme, dass US-Banken ihre Kreditvergabestandards verschärfen würden und die Lohnentwicklung zuletzt enttäuscht habe. Dadurch würden die Verbraucher in den USA weiter unter Druck geraten. Außerdem grassiere eine Vielzahl politischer Bedenken: Insbesondere bezüglich der Geopolitik und der legislativen Durchsetzungskraft der Trump-Regierung.

In Europa könnte es aufgrund der anhaltend starken Fundamentaldaten in der Eurozone auf einen geldpolitisch strafferen Ansatz hinauslaufen. Europäische und britische Banken hätten im Jahresverlauf die beste Performance im Fonds erzielt. Die Gründe hierfür seien zahlreich: Erfreuliche Geschäftsergebnisse, positive Stresstests, anhaltende Restrukturierungsprozesse, eine positive Stimmung bezüglich der Rekapitalisierungsmaßnahmen italienischer und spanischer Banken sowie die allgemeine Markterwartung, dass die Zinsen mittelfristig steigen dürften. Die Experten würden daher weiterhin Bankwerte im Portfolio bevorzugen. Allerdings hätten sie sich im Juli zu Gewinnmitnahmen bei einigen der Coco-Anleihen entschlossen, die zu Höchstkursen gehandelt worden seien.

Die Schwellenländerpositionen hätten sich allgemein gut entwickelt und von einem schwächeren US-Dollar profitiert. Die Experten seien weiterhin in dieser Region aktiv und hätten an Neuemissionen aus Weißrussland, Russland, Argentinien, der Türkei, Griechenland und Nigeria partizipiert. Im Jahresverlauf hätten die Experten bei Positionen in Argentinien, Mexiko und Russland Gewinne mitgenommen und gleichzeitig ihr Engagement in Indien aufgestockt. Das dortige niedrige Inflationsniveau von unter 2 Prozent erhöhe die Wahrscheinlichkeit auf weitere Zinssenkungen durch die Reserve Bank of India.

Bereits im August habe die Indisiche Zentralbank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 6 Prozent gesenkt, den niedrigsten Satz seit sechs Jahren. Indische Staats- und Unternehmensanleihen seien nach Ansicht der Experten weiterhin ein Lichtblick unter den Schwellenländeranleihen. Trotz einer kurzfristigen Währungsschwäche sei die langfristige wirtschaftliche und politische Lage in Indien günstig und biete attraktive Renditechancen.

Andernorts hätten Indonesien, Brasilien, Russland und erst kürzlich Südafrika die Zinsen gesenkt. Dies habe hauptsächlich am unterdurchschnittlichen Wachstum und einem langfristigen Inflationsrückgang gelegen. Für Anleihekurse sollten das positive Nachrichten sein.

Für die nächsten Monate würden die Experten ihre vorsichtige und selektive Einstellung für das Portfolio beibehalten, insbesondere angesichts der Risiken, die von einer quantitativen Straffung ausgehen würden. Die nächsten zwölf Monate könnten für Anleger etwas ungemütlicher werden: Die Zentralbanken würden jetzt versuchen, den sprichwörtlichen "Punch Bowl" der Liquidität zurückzunehmen. Vor diesem Hintergrund hätten die Experten die Qualität des Portfolios erhöht und seine High-Yield-Gewichtung sowie sein Beta reduziert. (13.11.2017/fc/a/f)





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