Jupiter Asia Pacific Income Fonds: Die wachsende Dividendenkultur asiatischer Tech-Firmen - Fondsanalyse


06.03.18 10:00
Jupiter AM

London (www.fondscheck.de) - Im asiatischen Technologiesektor galt einst, dass lieber in das Wachstum von Marktanteilen investiert wird, statt Aktionäre mit Dividenden zu belohnen, so Jason Pidcock, Fondsmanager des Jupiter Asia Pacific Income SICAV (ISIN LU0231116830 / WKN A0HF9R) bei Jupiter Asset Management.

Mittlerweile hätten sich aber asiatische Tech-Unternehmen einen zunehmend guten Ruf als solide Dividendenzahler erworben.

Als Jason Pidcock 1993 zum ersten Mal in Dividendentitel in Asien investiert habe, habe es nicht viele Technologieunternehmen gegeben, die Dividenden gezahlt hätten. Heute gebe es einige. Mehrere Entwicklungen hätten dazu beigetragen: Eine Finanzkrise, verbesserte Unternehmensbilanzen und ein größeres Verständnis, welche Vorteile es mit sich bringe, Aktionäre zu belohnen. All dies habe dazu beigetragen, dass sich eine respektable Dividendenkultur in der Region habe etablieren können.

Einige Länder seien dabei schneller vom Fleck gekommen als andere. In Taiwan hätten Technologieunternehmen ihre Dividenden zwischen Mitte bis Ende der 90er Jahre und Anfang der 2000er Jahre deutlich erhöht, wobei der Chip-Hersteller TSMC die Nase vorn gehabt habe. Viele dieser Unternehmen hätten gemeinsam große Netto-Cash-Positionen und Geschäftsmodelle gehabt, die den Höhen und Tiefen des Konjunkturzyklus hätten standhalten können. Viele seien auch ziemlich "liquide" gewesen, d.h., es sei relativ einfach gewesen, Aktien des Unternehmens zu kaufen und zu verkaufen.

TSMC habe auch bei rückläufigen Gewinnen im Jahr 2009 die Dividende konstant halten können, was unter anderem auf die sehr solide Bilanz und dominante Stellung im Halbleitermarkt zurückzuführen sei. TSMC demonstriere außerdem beeindruckend, welchen Einfluss man als Marktführer ausüben könne: TSMC habe mit seiner Dividendenpolitik ein klares Signal gesetzt, dass auch Aktionäre für ihr Investment belohnt werden müssten und erfahrungsgemäß würden kleinere Unternehmen oft dem Beispiel größerer Unternehmen in ihrem Sektor folgen.

Die Botschaft TSMCs sei von anderem taiwanesischen Technologieunternehmen wie Hon Hai, Mediatek und Delta Electronics nicht unbemerkt geblieben. Diese hätten entweder eine Dividendenausschüttungspolitik implementiert oder sie verbessert. Bis vor kurzem sei es oft so gewesen, dass asiatische Firmen Investitionen von Minderheitsaktionären begrüßt hätten, ohne wirklich Verständnis dafür zu haben, dass diese Investoren einen Anteil der zukünftigen Gewinne in Form von Dividenden erwarten würden.

Wenn man sich zum Beispiel Südkorea anschaue, wäre es vor vier Jahren unmöglich gewesen, ein Technologieunternehmen zu finden, das eine angemessene Dividende ausschütte. Die Entscheidung von Samsung Electronics, regelmäßiger und großzügiger Dividenden auszuschütten, sei eine Zäsur gewesen. Seitdem habe das Unternehmen seine Dividende ziemlich schnell erhöht. Ähnlich wie in Taiwan würden nun auch andere koreanische Technologieunternehmen beginnen, diesem Beispiel zu folgen.

Wo kein Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen könne, könnten Dividendenausschüttungsquoten anämisch bleiben. Indien sei ein typisches Beispiel dafür mit nur wenigen großen, börsennotierten Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen würden. Für manche Firmen spreche gegen Ausschüttungen ihre hohe Verschuldung, für andere erscheine es lohnenswerter, wenn man Gewinne reinvestiere. Wenn ein großer indischer Player endlich die Norm in dieser Angelegenheit setzen würde, könnten die Auszahlungsquoten auf breiter Front ansteigen - noch mehr sogar, als anderswo.

Das Muster sei in der Regel das gleiche: Die Dividendenquote nehme zu, erreiche ein Plateau, falle aber selten auf frühere Niveaus zurück. Derzeit schütte die Region Asien-Pazifik ohne japanische Unternehmen durchschnittlich rund 40 Prozent ihres Nettogewinns als Dividenden an Aktionäre aus. Bislang sei das Dividendenniveau nie wieder auf ein Level von vor Mitte 1990 zurückgegangen. Damals habe die durchschnittliche Ausschüttungsquote bei rund 30 Prozent gelegen.

Die steuerliche Behandlung von Dividenden könnte ein weiterer Grund für die großzügigeren Ausschüttungsquoten sein, die man in einigen asiatischen Ländern beobachte. Viele Firmen in Asien seien noch immer im Besitz von Mitgliedern der Familien, die sie einst gegründet hätten. Wenn diese Familienangehörigen in die Unternehmensführung involviert seien, sei für sie von Vorteil, Erträge über Dividenden zu erzielen, insbesondere in Ländern, in denen die Quellensteuer auf die Dividenden niedrig sei. In Hongkong beispielsweise gebe es keine Quellensteuer auf Dividenden, während in anderen Märkten ein Aktienrückkauf steuerlich günstiger sein könne. In Asien sei das nicht so, da Aktienrückkäufe hier weit weniger verbreitet seien als beispielsweise in Großbritannien oder den USA.

Die asiatische Finanzkrise von 1997 bis 1998 habe auch dazu beigetragen, Dividendenausschüttung attraktiver zu machen. Viele Gründerfamilien, die einige der größten asiatischen Großkonzerne besitzen würden, hätten in der Krise Geld verloren. Da sie erkannt hätten, dass sie ihr Vermögen hätten diversifizieren müssen, hätten viele von ihnen Geld über Dividendenausschüttungen aus ihren Unternehmen genommen, damit sie anderswo hätten investieren können. Als sie erkannt hätten, dass sich dieser Schritt im Allgemeinen positiv auf den Aktienkurs ihres Unternehmens ausgewirkt habe, habe er dazu beigetragen, eine Kultur der regelmäßigen Dividendenausschüttung zu etablieren - sehr zur Zufriedenheit der Minderheitsaktionäre. Tatsächlich seien die Aktionäre im Allgemeinen in Asien viel aktiver geworden, wenn es darum gehe, Unternehmen zu beeinflussen, sie für ihre Investitionen zu belohnen und weniger die jeweilige nationale Regierung.

Letztere seien in vielen börsennotierten Unternehmen bedeutende Aktionäre in der Region. Man solle den Fall China Mobile nehmen, bei dem die chinesische Regierung der größte Anteilseigner sei. Jahrelang habe das Unternehmen eine Ausschüttungsquote von 43 Prozent gehabt - ein eher niedriges Niveau in einer Region. Im Telekommunikationssektor würden in der Regel bis zu doppelt so viel Dividenden ausgeschüttet. Unter dem Druck der Regierung scheine sich die Quote jedoch zu erhöhen: Die Dividendenquote der Stammaktien sei im vergangenen Jahr auf 46 Prozent gestiegen, wobei zusätzlich eine Sonderdividende gezahlt worden sei. Ja, die Firma habe eine große Netto-Cash-Position gehabt, aber wenn eine Regierung nach höheren Einnahmen suche, um ihren Haushalt auszugleichen, könnten Firmen wie China Mobile unter Druck geraten, die Auszahlungen zu erhöhen.

Zwar wäre es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh zu sagen, dass alle asiatischen Technologieunternehmen zu hochverzinslichen Cash-Cows für einkommensstarke Investoren geworden seien. Doch der Betrag, der über Dividenden an die Aktionäre zurückgezahlt werde, dürfte sich in Zukunft weiter verbessern. (06.03.2018/fc/a/f)






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