Janus Henderson Emerging Markets Fund: Langfristiger Anlageansatz - Fondsanalyse


02.05.18 14:00
Janus Henderson Investors

London (www.fondscheck.de) - Glen Finegan, Manager des Janus Henderson Emerging Markets Fund und Leiter Global Emerging Market Equities bei Janus Henderson Investors, gibt Einblick in die neusten Entwicklungen der Emerging Market Equities All-Cap Strategie von Janus Henderson.

Dabei gehe er neben dem Ausblick für die Anlageklasse auch auf die Performance, die Anlageaktivitäten und Positionierung des Portfolios ein.

Sorgen über hohe Aktienmarktbewertungen und die Politik der US-Notenbank, über einen potenziellen Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die wachsenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hätten im Quartal einen Anstieg der Volatilität und Kursrückgänge an den globalen Aktienmärkten bewirkt. Insgesamt hätten Schwellenländeraktien ebenfalls nachgegeben (gemessen in Pfund Sterling um 2,2%), wobei die Märkte in den Philippinen, Polen und Indonesien zu den Schlusslichtern gezählt hätten. Brasilien, Pakistan und Ägypten hätten dagegen zu den Spitzenreitern gehört.

Die besten Anlagechancen würden sich nach Erachten der Experten durch eine gezielte Titelauswahl nach dem Bottom-up-Ansatz und mit einem langfristigen Anlagehorizont bei der Bewertung von Unternehmen aufspüren lassen. Außerdem bedürfe es bei Anlagen in Schwellenländern entsprechender Überzeugungen. Die Experten würden nicht einfach in Indexschwergewichte investieren, sondern ein auf ihren Anlageüberzeugungen basierendes Portfolio der besten Ideen mit angemessen bewerteten Qualitätsunternehmen anstreben.

Grundvoraussetzung für eine Branchenführerschaft seien ein tiefes Verständnis der Risiken und das Ausnutzen von Schwankungen durch eine entsprechende Kapitalallokation. Firmenchefs und Führungskräfte müssten zwei Dinge beherrschen: Sie müssten das Unternehmen so managen, dass es einen möglichst großen nachhaltigen Wettbewerbsvorsprung und möglichst hohe Gewinne erziele. Und sie müssten das durch diese Gewinne erwirtschaftete Kapital so investieren, dass der künftige Erfolg ihres Unternehmens gesichert sei. Bei Aktivitäten in Schwellenländern seien die Chancen und Risiken für einen Erfolg bzw. Misserfolg bei der Kapitalallokation oftmals erheblich höher.

Den größeren Teil ihrer Zeit würden die Experten daher den Analysen von Management und Geschäftsmodell widmen, um den Werdegang eines Unternehmens verstehen und die Kompetenzen im Bereich der Kapitalallokation beurteilen zu können.

Die Geschäftszahlen der von ihnen gehaltenen brasilianischen Unternehmen wie etwa Duratex würden zunehmend auf eine zyklische Erholung hindeuten. Duratex habe sich in der Sparte Holzprodukte auf die Herstellung und den Vertrieb von Fertig-Parkett und Laminatböden und in der Deca-Sparte auf Badezimmer-Ausstattung und Armaturen spezialisiert. Bradesco, die führende brasilianische Geschäfts- und Privatkunden-Bank, habe mit ihrer beharrlichen Kapitalallokation einen positiven Beitrag zum Portfolioertrag geliefert. Die Unsicherheit angesichts der bevorstehenden Wahlen dämpfe nun jedoch die Bewertung.

Der südafrikanische Verpackungsspezialist Tiger Brands habe im Berichtszeitraum deutliche Kursverluste hinnehmen müssen. Auslöser seien Sorgen über die Tiger Brands-Tochter Enterprise Foods gewesen, die unter dem Listeriose-Ausbruch in Südafrika gelitten habe. Der Anteil des Fleischgeschäfts von Enterprise Foods am Gewinn von Tiger Brands betrage allerdings weniger als 5%.

Die Experten hätten den Bewertungsrückgang genutzt, um ihre Position auf Tiger Brands aufzustocken. Als langfristig orientierter Anleger seien sie von der zugrunde liegenden Qualität der Unternehmensführung, des Geschäftsmodells und der Finanzkennzahlen überzeugt und hätten ihren Bestand daher aufgestockt. Auch für gute Unternehmen könne es schon mal schlecht laufen. Die Reaktion des Unternehmens zeige nach Erachten der Experten aber, dass die Firmenleitung in der Lage sei, eine schwierige Krise professionell, transparent, schnell und entschlossen zu meistern. Aber die Krise sei noch nicht beendet und werde Tiger höchstwahrscheinlich teuer zu stehen kommen und seinem Ansehen bei Kunden schaden. Die Experten würden gleichwohl davon ausgehen, dass Tiger Brands gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen und vom steigenden Konsum der Verbraucher auf dem afrikanischen Kontinent profitieren werde.

Zu den Verlustbringern hätten das in Australien notierte Unternehmen Newcrest, das in Australien, Papua Neuguinea, in der Elfenbeinküste und Indonesien Goldminen betreibe, sowie PZ Cussons gezählt. Der Konsumgüterkonzern sei mit seinen Marken in Afrika und in Ländern wie Indonesien und Thailand präsent.

Die Experten würden weiterhin nach Unternehmen mit langfristig orientierten Eigentümern suchen, die ihr Vermögen in die gleichen Eigenkapitalinstrumente investieren würden, die auch anderen Anlegern zugänglich seien. So könnten sie ziemlich sicher sein, dass sie gemeinsame Interessen verfolgen würden.

Die Experten hätten eine neue Position auf Vinda International (Textil und Körperpflege) eröffnet, das seinen Hauptsitz in China habe und dort auch tätig sei. Der Gründer und Vorsitzende des Unternehmens halte nach wie vor eine große Beteiligung an Vinda. Mehrheitseigentümer sei Essity, der internationale, in Familienbesitz befindliche Spezialist für Hygienepapier aus Schweden. Den Experten würden die langfristige Orientierung der Eigentümer, das voraussichtlich anhaltende Wachstum des chinesischen Marktes für Hygienepapier und Körperpflegeprodukte sowie das Potenzial für einen Anstieg des freien Cashflows und der Erträge bei gleichzeitig attraktiver Bewertung gefallen.

Ebenfalls in das Portfolio aufgenommen worden sei die südafrikanische Holdinggesellschaft Remgro, die von der Familie Rupert kontrolliert werde und seit Langem risikobewusst Cashflows und Kapitalwachstum generiere. Zu Remgro würden über 30 (börsennotierte und andere) Beteiligungsgesellschaften gehören, die hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent tätig seien. Die Experten würden die aktuelle Bewertung und der Fokus des Unternehmens auf einer effizienten, langfristig orientierten Kapitalallokation überzeugen.

Im Berichtszeitraum seien der Ausblick der Experten und auch ihre Anlagestrategie weitgehend unverändert geblieben. Seit einiger Zeit würden die Experten nun schon betonen, dass sie viele Qualitätsunternehmen in Asien für zu hoch bewertet halten würden. Das schlage sich natürlich auch in der aktuellen Positionierung der Strategie nieder.

Das Portfolio investiere verstärkt in börsennotierte Unternehmen aus Brasilien, Chile und Südafrika, die besonders unter dem Rohstoffpreisverfall gelitten hätten. Der damit einhergehende Konjunkturschock habe schwächere Währungen und attraktivere Bewertungen nach sich gezogen. Er könnte die Regierungen aber auch zwingen, die staatlichen Führungsstrukturen zu verbessern. So habe die aufstrebende Mittelschicht Südafrikas vom regierenden ANC 2016 unmissverständlich gefordert, stärker gegen Korruption vorzugehen und mehr für bessere Lebensbedingungen zu tun. Nach der Wahl von Cyril Ramaphosa zum Präsidenten würden die Experten eine Aufhellung des Geschäftsklimas in Afrika beobachten. Deshalb dürften sich die privaten Investitionen nach einer langen Phase der Stagnation wieder erholen.

Die Experten seien nach wie vor nur in begrenztem Umfang bei chinesischen Aktien engagiert. Dies habe mit der großen Zahl staatlich kontrollierter Betriebe zu tun, bei denen fraglich sei, ob ihre Interessen mit denen der Minderheitsaktionäre übereinstimmen würden. Da die Regierung den Schulden den Kampf angesagt habe, bestehe ein erhebliches Risiko, dass große chinesische Unternehmen mit guter Kapitalausstattung gezwungen würden, sich in den "Dienst des Staates zu stellen", statt sich auf nachhaltiges Wachstum und darauf zu konzentrieren, die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen. In den letzten zwölf Monaten habe es bereits einige fragliche Kapitalallokationsentscheidungen führender chinesischer Internetunternehmen gegeben. China halte für langfristig orientierte Anleger, die Wert auf einen hohen absoluten Ertrag legen würden, nur wenige Anlagechancen bereit. Das Team der Experten erstelle jedoch eine Beobachtungsliste mit interessanten Unternehmen, die am Markt für A-Aktien notieren würden. Aber aufgrund der aktuell hohen Bewertungen seien die Experten bislang noch nicht investiert.

Die Experten würden nach wie vor glauben, dass sie keine Kompromisse bei der Qualität machen würden, an ihrer langfristigen Perspektive festhalten und eine strikte Bewertungsdisziplin verfolgen sollten. Die derzeit hohe Risikobereitschaft in Bezug auf Schwellenländer würden sie zwar bedenklich finden. Langfristig würden sie die Chancen für Aktienanleger in der Anlageklasse jedoch unverändert optimistisch beurteilen. Hintergrund seien die günstigen demografischen Entwicklungen wie etwa Bevölkerungswachstum und das Aufkommen einer Mittelschicht in einigen Entwicklungsländern. (Ausgabe vom 24.04.2018) (02.05.2018/fc/a/f)





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