JOHCM Global Emerging Markets Opportunities Fund: Warum die Kehrtwende der US-Notenbank zuversichtlich stimmt


15.04.19 10:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - EM (Emerging Markets)-Aktien bieten wieder interessante Perspektiven. Diese Ansicht vertritt James Syme, Fondsmanager des JOHCM Global Emerging Markets Opportunities Fund von J O Hambro Capital Management.

"Nach fünf schwierigen Jahren glauben wir, dass sich dank der günstigeren Entwicklung der US-Geld­politik und der zum Teil äußerst interessanten Bewertungen erstklassige Gelegenheiten in den Schwel­lenländern eröffnen", sage der Experte. Ein maßgeblicher Faktor sei dabei die Abhängigkeit von den US-Zinsen und der Stärke des Dollar. Dies zeige sich normalerweise in Staaten mit Leistungsbilanz­defizit am deutlichsten. "So war es auch 2018: In den Ländern mit den schwächsten Leistungsbilanzen erlitten Währungen und Aktienmärkte die größten Einbrüche. Angesichts der Lockerung der Geldpolitik in den USA und der offensichtlichen Umkehrbewegung, die von der amerikanischen Notenbank (FED) vollzogen wird, hat sich seit Jahresbeginn auch die relative Performance der einzelnen Märkte verglichen mit 2018 großenteils ins Gegenteil verkehrt", sage Syme.

Einer der Sektoren, der sich seiner Einschätzung nach in den letzten Monaten deutlich verbessert habe, seien indische Immobilienfinanzierer. Ihre Aktien hätten 2018 unter erheblichem Druck gestanden. Schärfere regulatorische Anforderungen und starke Schwankungen am indischen Anleihemarkt hätten eine Reihe viel beachteter Firmenpleiten verursacht. In Anbetracht der weltweit knapperen Liquidität habe sich die indische Notenbank RBI (Reserve Bank of India) nicht in der Lage gesehen, die Zinsen zu senken - trotz des Rückgangs der Verbraucherpreisinflation auf zwei Prozent.

Seitdem die Aussichten für die globale Liquiditätsentwicklung wieder freundlicher geworden seien, bestehe die Chance, dass die RBI ihren Leitzins auch bei einer Erholung des Kreditwachstums in Indien senken werde. Anders als in den meisten anderen Schwellenländern habe es in den vergangenen zehn Jahren in Indien keinen wirklichen Kreditzyklus gegeben. Insofern könnte die aktuelle Belebung der Kreditvergabe durchaus von Dauer sein. In dem Land würden zudem jedes Jahr Finanzierungen für fünf bis zehn Millionen Wohnobjekte benötigt. "Einige der indischen Hypothekeninstitute zählen zu den besten Anlagemöglichkeiten, die sich derzeit in den Schwellenländern bieten", sage Syme.

Ebenfalls interessant seien laut Syme Immobilienaktien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und speziell aus Dubai. Durch die Kopplung ihrer Währung an den US-Dollar würden die VAE im Grunde die amerikanische Geldpolitik importieren. Vor diesem Hintergrund sei es zu einem Überangebot an Immobilienobjekten gekommen, wodurch die Preise ebenso wie die Kurse von Immobilienaktien erheblich unter Druck geraten seien. Durch die veränderte Haltung der amerikanischen FED verbessere sich die Liquiditätssituation in Dubai. "Wir gehen davon aus, dass die äußerst attraktiven Bewertungen der Immobilienaktien eine starke Performance dieser Titel ermöglichen werden", erkläre Syme.

Ausgesprochen hoch bewertet erscheinen für den Fondsmanager dagegen zurzeit brasilianische Aktien angesichts des nach wie vor schleppenden Wirtschaftswachstums, so die Experten von J O Hambro Capital Management. "Offenbar hegt der Markt sehr positive Erwartungen für die politische Entwicklung des Landes und rechnet mit einer Reform der Renten- und Sozialversicherung." Ganz anders sei die Situation in Mexiko, wo Aktien im langfristigen Vergleich eher billig erschienen, obwohl die mexikanische Wirtschaft relativ gut dasteht, so die Experten von J O Hambro Capital Management. "Die Marktteilnehmer beurteilen das politische Umfeld in dem Land demnach extrem negativ. Da wir weder in Brasilien noch in Mexiko revolutionäre politische Veränderungen erwarten, haben wir eine klare Präferenz für Mexiko. Auch hier richtet sich unser Interesse vornehmlich auf Bereiche, die von der Binnennachfrage abhängig sind."

Etwas anders lägen die Dinge in China. Dort sei die Geldpolitik in den letzten 18 Monaten ebenfalls deutlich restriktiver gewesen. Das sei zwar keine direkte Folge der Zinserhöhungen in den USA gewesen, doch die Stärke des US-Dollar setze den Chinesischen Renminbi unter Druck und schränke den Handlungsspielraum der People's Bank of China ein. Die Konjunkturindikatoren in der Volksrepublik würden nach wie vor ein nicht sehr erfreuliches Bild zeichnen. Zusätzliche stimulative Maßnahmen, am besten in Form einer Ankurbelung der Kreditnachfrage, könnten dafür sorgen, dass Chinas Wirtschaft wieder Fahrt aufnehme, meine Syme. Dieser Punkt könne jetzt erreicht sein.

"Die für Januar gemeldete Gesamtkreditnachfrage ("All-System Financing") sowohl im langfristigen Vergleich als auch gemessen an den Erwartungen war sehr hoch. China könnte insofern im Laufe dieses Jahres zu einem interessanten Revier für Anleger werden, auch wenn seine Börse nicht direkt von der Rückkehr der Fed zu einer vorsichtigeren Geldpolitik profitiert", sage der Experte. Wichtig sei in Anbetracht der gewaltigen Dimensionen des chinesischen Finanzsystems, dass die monatlichen Stimuli noch einige Zeit einen beträchtlichen Umfang haben müssten, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. (15.04.2019/fc/a/f)





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