Henderson Horizon Euroland Fund: Birgt Unsicherheit auch Chancen am Aktienmarkt? Fondsanalyse


02.11.17 09:00
Janus Henderson Investors

London (www.fondscheck.de) - Nach wie vor herrscht große Verunsicherung über die langfristigen Folgen der von den Briten mit dem Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016 getroffenen Entscheidung, aus der Europäische Union auszutreten, so Nick Sheridan, Manager des Henderson Horizon Euroland Fund bei Janus Henderson Investors.

Auch unter Ökonomen sei strittig, wie groß die Auswirkungen sein würden. Dennoch würden die Konsensschätzungen zum Wachstum in Großbritannien bislang weniger vernichtend ausfallen, als viele erwartet hätten. Schützenhilfe für die Insel komme von rekordniedrigen Zinsen. Sie würden die Kreditaufnahme erleichtern und zu vermehrten Konsumausgaben und Investitionen ermuntern. Über die Langzeitwirkung einer derart entgegenkommenden Geldpolitik werde sich die Bank von England (BoE) aber wohl noch Gedanken machen müssen.

Als Barometer der Lage im verarbeitenden Sektor würden die Einkaufsmanagerindices (PMI) gelten. Sie würden Aufschluss über Änderungen der Ausgabenpläne in Unternehmen, über deren Lagerbestände und Auftragsbücher sowie die Beschäftigungslage geben. Damit seien sie ein wichtiger Gradmesser der aktuellen Geschäftslage und ganz allgemein der Entwicklung in der Wirtschaft. Der von Markit erhobene PMI für das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum habe im Juni und August einen Stand von 57,4 Zähler erreicht. Das sei der höchste Wert seit sechs Jahren gewesen.

Momentan hätten wir es offenbar mit dem besten Wirtschaftsumfeld in Europa seit Jahren zu tun, wenngleich bei den Schätzungen die Folgen der Brexit-Verhandlungen bislang unberücksichtigt bleiben würden. Die Gespräche zwischen dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier und dem britischen Brexit-Minister David Davis befänden sich jedenfalls in einer entscheidenden Phase. Ein schlechter Deal könnte beiden Seiten schaden. Dennoch würden die Anleger bislang gelassen bleiben.

In der Marktvolatilität, das heiße dem Auf und Ab an einer Börse, finde die Stimmung der Anleger und ihr Vertrauen in die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung ihren Widerhall. In einem "stark volatilen" Markt, zu beobachten überlicherweise in Zeiten mit Unsicherheiten über den Konjunkturverlauf, komme es häufig zu dramatischen Kursschwankungen. Dagegen würden sich in Phasen mit geringer Marktvolatilität die Kurse vergleichsweise stetig und vorhersagbar ändern.

Der EURO STOXX 50 Volatility Index (VSTOXX) sei ein viel beachtetes Barometer der Unsicherheit an den europäischen Aktienmärkten. Deren Volatilität liege nach wie vor unter dem langjährigen Durchschnitt sowie weit unter den Werten während der Finanzkrise und der anschließenden Staatsschuldenkrise in Europa. Das sei zwar nicht zuletzt den starken Geschäftszahlen europäischer Unternehmen geschuldet. Aber es gebe auch Risiken, die Anleger im Auge behalten sollten.

An die Risiken einer höheren Verschuldung in einer Zeit mit dauerhaft niedrigen Zinsen hätten sie sich offenbar gewöhnt. Das könnte jedoch zum Problem werden, wenn die Anleihenrenditen wieder steigen würden. Damit wäre zu rechnen, wenn die Zinsen in Großbritannien und Europa anziehen würden oder die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Drosseln ihrer monatlichen Anleihenkäufe im Rahmen ihres quantitativen Lockerungsprogramms beginne. Höhere Schwankungen an den Märkten wären dann nicht auszuschließen, da Anleger womöglich die Konsequenzen für Unternehmen überdenken würden, die das billige Geld zu übermäßigem Schuldenmachen verleitet habe und die daher mit höheren Kosten für die Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten rechnen müssten.

Für Anleger mit einer langfristigen Portfoliostrategie sei Marktunsicherheit kein Grund zur Sorge. Sie biete ihnen vielmehr die Gelegenheit, in gute Unternehmen auf möglicherweise attraktivem Kursniveau zu investieren. Bis auf Weiteres dürfte die gegenwärtig niedrige Marktvolatilität es Anlegern jedoch ermöglichen, sich auf die besseren Fundamentaldaten der Unternehmen zu konzentrieren. Es habe lange gedauert: Aber endlich würden die Gewinne in Europa wieder steigen und in vielen Fällen wie erwartet oder sogar besser ausfallen. (Ausgabe vom 27.10.2017) (02.11.2017/fc/a/f)





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