HESPER FUND - Global Solutions: 12/2021-Bericht, 2021 - ein wildes Jahr für Aktien - Fondsanalyse


11.01.22 10:30
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Das Jahr 2021 wird nach dem COVID-19-Schock, der die Weltwirtschaft im Jahr 2020 erschütterte, als das Jahr der "Großen Erholung" in Erinnerung bleiben, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum HESPER FUND - Global Solutions (ISIN LU1931806399 / WKN A2PED9, T-6 EUR Acc).

Trotz erheblicher Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie habe das Auftreten neuer Coronavirus-Varianten erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung und die Märkte gehabt. Die Delta- und Omikron-Varianten hätten nicht nur zu neuen Restriktionen geführt, sondern auch das Wirtschaftswachstum im dritten und vierten Quartal des Jahres gebremst - und noch immer herrsche große Unsicherheit über die Entwicklung der Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Für Ökonomen und Marktbeobachter sei 2021 auch das Jahr gewesen, in dem die Inflation ein Comeback gefeiert habe. Es sei noch offen, ob die derzeit hohen Inflationsraten allmählich zurückgehen würden, sobald die pandemiebedingten Beeinträchtigungen von Angebot und Nachfrage auf der Welt abgefedert seien, oder ob sich die Inflation verfestige und sich die langfristige Inflationsdynamik ändern werde. Es sei jedoch klar, dass ein Missverhältnis zwischen dem starken Aufschwung der Gesamtnachfrage (unterstützt durch beispiellose politische Stimuli) und einem beeinträchtigten Angebot derzeit das größte Abwärtsrisiko für das Wachstum und das wichtigste Aufwärtsrisiko für die Inflation darstelle.

Dank sehr akkommodierender monetärer und fiskalischer Bedingungen habe die Wall Street im Jahr 2021 einen sehr guten Lauf gehabt. Die US-amerikanischen Aktien hätten das dritte Jahr in Folge zweistellige Renditen erzielt und damit die Aktienmärkte der meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften mitgezogen. Der S&P 500-Index sei mit einer soliden Rendite von 26,9% der Spitzenreiter gewesen. In Europa sei der Blue-Chip-Index EURO STOXX 50 um 21% (12,7% in USD) gestiegen. 2021 sei auch das Jahr gewesen, in dem die US-Aktienmärkte den höchsten Stand in den letzten 26 Jahren erreicht hätten.

Der S&P 500 habe im vergangenen Jahr 70 Rekorde aufgestellt, die höchste Zahl seit 1995. Der Hype um die so genannten "Meme-Aktien", eine Rekordzahl von Börsengängen weltweit und ein Abschwung des chinesischen Aktienmarktes aufgrund einer strengen Regulierung und einer sich verlangsamenden Wirtschaft hätten ebenfalls zu einem ereignisreichen Jahr beigetragen. Die starke Aktienrotation habe jedoch die Aktienauswahl extrem schwierig gemacht. Es sei ausgesprochen anspruchsvoll gewesen, mit dem S&P 500 Schritt zu halten - während dieser, angeführt von einer Reihe sehr großer Unternehmen, nach oben geschossen sei, hätten einige Aktien unter der Oberfläche schwere Verluste erlitten.

Die Stärke des US-Dollar habe die Märkte überrascht, da er zu Beginn des Jahres nicht zu den Hauptempfehlungen der Marktkenner gehört habe. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Durchschnittswert der Wechselkurse zwischen dem US-Dollar und anderen wichtigen Weltwährungen darstelle, sei im Jahr 2021 um 6,6% angestiegen. Der Euro hingegen habe im Laufe des Jahres fast 8% gegenüber dem US-Dollar verloren.

Die Entwicklung der Renditen sei einem ähnlichen Muster gefolgt, da der Marktkonsens auf viel höhere Zinsen für Staatsanleihen hingedeutet habe, als tatsächlich erreicht worden seien. Trotz eines sehr starken Inflationsanstiegs und Unterbrechungen von Lieferketten seien die Renditen von Staatsanleihen im vergangenen Jahr kaum angestiegen, was für Anleger, Beobachter, politische Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit verwirrende Signale hinsichtlich des künftigen Wirtschaftswachstums ausgesandt habe.

Der Dezember sei für die Aktienmärkte weltweit ein guter Monat gewesen, auch wenn die Weihnachtsrally aufgrund des Omikron-Ausbruchs und der Inflationsängste nicht so stark ausgefallen sei wie erwartet. Die meisten Aktienmärkte hätten im Laufe des Monats positive Renditen verzeichnet und auf Jahressicht starke Gewinne erzielt. Wie schon während des überwiegenden Teils des Jahres sei es schwierig gewesen, mit dem S&P 500 Schritt zu halten, da der Index das Jahr in der Nähe eines Rekordhochs beendet habe.

Im Dezember hätten die wichtigsten US-Aktienindices geschwankt, aber die meisten hätten den Monat im Plus beendet und seien nicht weit von ihren Allzeithochs entfernt gewesen. Im Monatsverlauf sei der S&P 500 um 4,4% gestiegen, der Dow Jones Industrial Average (DIJA) habe um 5,4% zugelegt und die Small Caps, gemessen am Russell 2000 Index, seien um 2,1% gestiegen. Der technologiegewichtete NASDAQ Composite sei hinterhergehinkt und nur um 0,7% gestiegen. Allerdings habe er einige Tage des starken Ausverkaufs im Technologiebereich im Dezember überwinden können.

In Europa seien die Aktienmärkte der Stimmung in den USA gefolgt. Der EURO STOXX 50-Index für große Unternehmen sei um 5,8% gestiegen (in US-Dollar gerechnet ein Plus von 6,4%), während der FTSE 100 in Großbritannien um 4,6% (in US-Dollar gerechnet 6,7%) zugelegt habe. Trotz des starken Schweizer Franken habe der Swiss Market Index mit einem Anstieg von 5,9% (6,6% in US-Dollar) im Berichtsmonat sehr gut abgeschnitten.

Die asiatischen Märkte hätten sich uneinheitlich entwickelt, wobei der Shanghai Shenzhen CSI 300-Index um 2,2% zugelegt habe (+2,5% in US-Dollar). Der Hang-Seng-Index in Hongkong sei um 0,3% inmitten eines regulatorischen Durchgreifens und geopolitischer Spannungen gesunken. In Japan sei der Blue-Chip-Index Nikkei 225 um 3,5% (1,3% in US-Dollar) gestiegen.

Die Märkte in den Schwellenländern seien im Laufe des Monats besonders volatil gewesen, da viele Zentralbanken - z.B. in den meisten osteuropäischen Ländern und in Brasilien - die Zinssätze weiterhin aggressiv angehoben hätten, um der höheren Inflation zu begegnen.

Die Türkei habe in den letzten Wochen des Monats die Aufmerksamkeit der Presse und der Devisenmärkte auf sich gezogen, da Erdogans Vorstoß für niedrigere Zinssätze die Türkische Lira zunächst in einen freien Fall und dann in eine wilde Kehrtwende versetzt habe, als die Regierung wechselkursgeschützte Lira-Termineinlagen eingeführt habe, um Einleger in der heimischen Währung anzuziehen. Dieser Versuch sei jedoch weitgehend nach hinten los gegangen, da die Kreditkosten weiter gestiegen seien und die Lira in der letzten Woche des Jahres schnell und stetig abgewertet habe.

In Chile habe die Politik ebenfalls einen hohen Tribut von den heimischen Märkten gefordert. Chilenische Vermögenswerte seien abgestürzt, nachdem der gewählte linke Präsident Boric ein umfassendes Mandat erhalten habe, um die Reform der offensten Wirtschaft Lateinamerikas voranzutreiben.

Das Makroszenario von HESPER FUND - Global Solutions werde aufgrund der äußerst unsicheren Situation (höhere Inflation, geringeres Wachstum und das Auftreten der Omikron-Variante), die die politischen Entscheidungsträger ernsthaft herauszufordern scheine, überprüft. Im Dezember hätten die Zentralbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften einen Kurswechsel angedeutet, der in Verbindung mit dem Auftreten der Omikron-Variante zu einer starken Volatilität der Märkte geführt habe.

Die Experten von ETHENEA würden derzeit die makroökonomischen Voraussetzungen für wirtschaftspolitische Divergenzen und Wachstumserwartungen in den großen Wirtschaftsräumen bewerten. Im Moment würden sie auf das Risiko einer erhöhten Volatilität achten, das sich aus der Beschleunigung der Normalisierung der Politik durch die Zentralbanken und dem Stimmungswandel infolge der Ausbreitung der Omikron-Variante ergebe. Um von der Weihnachtsrally zu profitieren, hätten die Experten von ETHENEA auch das Aktienexposure sorgfältig verwaltet und dabei enge Stopp-Limits beibehalten.

Der Fonds habe sich im Dezember dank eines dynamischen Aktienengagements gut entwickelt. Die Stärke des Schweizer Franken und die Erholung der Norwegischen Krone hätten ebenfalls zur positiven Monatsperformance beigetragen. Unser Trade gegen das Britische Pfund zugunsten des US-Dollar wurde geschlossen, da der Markt erneut eine Reihe von Zinserhöhungen einbezog und die Stopp-Limits ausgelöst wurden, so die Experten von ETHENEA. Daher habe sich das Engagement im US-Dollar auf 48% verringert.

Unser Exposure in den verschiedenen Anlageklassen wird wie immer laufend überwacht und kalibriert, um uns an die Marktstimmung und Veränderungen des makroökonomischen Basisszenarios anzupassen, so die Experten von ETHENEA.

Im Dezember habe der HESPER FUND - Global Solutions EUR T-6 um 1,01% zugelegt. Die Wertentwicklung im Jahr 2021 habe 11,29% betragen und die Nettomittelzuflüsse hätten sich auf 4 Mio. Euro belaufen, sodass das gesamte verwaltete Vermögen (AuM) zum Jahresende 41,6 Mio. Euro erreicht habe. Im Laufe des Jahres habe der Fonds in zehn der zwölf Monate positive monatliche Renditen verzeichnet, die einzige Ausnahme sei der September gewesen. Die Volatilität der letzten 250 Tage sei leicht angestiegen, aber mit 7% immer noch niedrig geblieben, sodass der Fonds weiterhin ein interessantes Risiko-Ertrags-Profil aufweise. Die annualisierte Rendite seit Auflage habe bei 8,6% gelegen.

Für Vermögensverwalter werde das nächste Jahr, gelinde gesagt, eine Herausforderung sein. Eine höhere Inflation werde die Zentralbanken dazu veranlassen, die geldpolitische Unterstützung, die sie der Weltwirtschaft bisher gewährt hätten, zu verlangsamen, zu stoppen und möglicherweise rückgängig zu machen, sodass die Finanzmärkte schwieriger zu navigieren sein würden. Die Pandemie sei noch lange nicht ausgestanden und eine Reihe politischer Spannungen sei nach wie vor offensichtlich. Die Asset-Management-Branche werde noch stärker unter Druck geraten, ihr Vermögen umweltfreundlich anzulegen, ohne in ein Greenwashing abzurutschen. (Ausgabe 1 vom Januar 2022) (11.01.2022/fc/a/f)