HANSAinternational-Fonds: Internationale Rentenmärkte - Chancen vorsichtig nutzen - Fondsanalyse


05.06.18 11:00
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Die jüngsten politischen Entwicklungen drücken auf die Stimmung der Anleiheinvestoren, so die Experten der Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

Im Portfolio fahre Christian Bender deshalb auch einen eher risikoarmen, konservativen Kurs: "Wir haben die Duration durch einen Verkauf zahlreicher länger laufender Unternehmensanleihen reduziert und damit Risiko rausgenommen", sage Bender, der den Rentenfonds HANSAinternational (ISIN DE0008479080 / WKN 847908, Class A) manage. Die daraus resultierende Liquidität stehe für interessante Investments zur Verfügung.

Vor allem der Dollarraum werde attraktiver: "Durch die Zinserhöhungen der US-amerikanischen Notenbank (FED) hat der Markt für in US-Dollar denominierte Anleihen nicht nur am kurzen Ende, sondern auch bei den langen Laufzeiten im Vergleich zum Euro stark an Attraktivität gewonnen", sage Bender. Noch sei das Portfolio untergewichtet in der US-Währung: "Hier baue ich aber nach und nach auf." Die US-Wirtschaft sei gut unterstützt durch Fiskalpolitik und Unternehmensgewinne. Das könne noch eine Weile andauern, auch wenn die weltpolitischen Krisen immer eine Unsicherheit bedeuteten.

So gingen die Märkte derzeit von zwei weiteren Zinsschritten der FED in diesem Jahr aus. Damit steige der Leitzinskorridor auf einen Wert zwischen 2,00 und 2,25 Prozent. Sollte die sehr gut laufende Konjunktur sich auch inflationär stärker niederschlagen, könnte das die FED sogar zu einem weiteren, dritten Zinsschritt bewegen: "Das könnte dann sogar zu einer echten Dollar-Hausse führen", sage Bender.

So weit wie die FED sei die Europäische Zentralbank (EZB) noch lange nicht. Hier sei noch nicht einmal klar, wann die Assetkäufe enden würden: "Eine echte Zinserhöhung schiebt sich entsprechend nach hinten." Doch obwohl die Zinsdifferenz über die gesamte Laufzeitenkurve größer geworden sei, habe der US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber dem Euro stark verloren. Ursächlich hierfür dürften deshalb weniger die Zinsdifferenzen sein, sondern eine generelle Neugewichtung zahlreicher Investoren in Bezug auf den Euro in ihren globalen Portfolios.

Die Stabilität des Britischen Pfunds sei angesichts der Unsicherheiten im Verhandlungsverlauf über den Brexit eine der großen Überraschungen 2017 gewesen. Auch die britische Wirtschaft sei anders als von vielen erwartet nicht eingebrochen. Das stabile Pfund sei allerdings möglicherweise nur eine Momentaufnahme. "Die Brexit-Verhandlungen sind noch lange nicht vorüber. Immer wieder kommt es zu Störungen und ich könnte mir vorstellen, dass zum Ende der angesetzten Verhandlungsrunden sowohl die Nervosität der Briten steigen als auch die Volatilität des Pfundes wieder zunehmen wird", sage Bender.

In Neuseeländischen und Australischen Dollar habe Bender seine Bestände abgebaut. "Hier war die Attraktivität neuer Anleihen deutlich geringer als die der fällig gewordenen Bestände, deshalb ist der Anteil im Portfolio gesunken", sage Bender. Rubel-Anlagen in Form von Festgeldern habe Bender rechtzeitig vor dem Crash auf null gestellt. "Die russische Wirtschaft war bislang überraschend gut durch die Sanktionsphase hindurchgekommen. Das ändert sich jetzt gerade. Deshalb muss man nicht mehr investiert sein, selbst wenn die Zinsen natürlich noch verlockender aussehen als vor dem jüngsten Einbruch", sage Bender.

In Europa habe die Musik in den vergangenen Monaten in der Peripherie gespielt. Während in den ersten Monaten des Jahres die Risikoaufschläge, die für Anleihen aus Italien, Spanien und Griechenland hätten vereinnahmt werden können, zunächst stark zusammengeschmolzen seien, habe sich der Markt im Mai in die Gegenrichtung bewegt, als aus Rom das Bündnis zwischen Lega und 5 Sterne verkündet worden sei. Dabei sei es weniger das Bündnis als solches, sondern die publizierten Gedankenspiele der Neu-Koalitionäre über den künftigen Umgang mit Italiens Staatschulden und seinem reformbedürftigen Sozialsystem gewesen. "Die Konversion der Zinsen in Europa, wie wir sie in den Monaten zuvor noch gesehen hatten, ist damit zum Halten gekommen", sage Bender.

Auch die großpolitische Wetterlage werde sich auf Sicht nicht ändern: Syrien, der Ost-West-Konflikt und auch der drohende oder besser schon schwelende, von Donald Trump ausgerufene Handelskrieg würden eine Umgebung bilden, die Anleiheinvestoren durchaus Kopfzerbrechen bereiten könne. Die Volatilität sei schnell im Markt zurück, wenn eine der Krisen von lauwarm zu heiß wechsele. In diesem Umfeld sei es besser, statt auf höchste Renditen zu setzen, mit einem guten Maß an Liquidität in die kommenden Monate zu gehen. "Das eröffnet Spielräume für Investments, die dann auch attraktive Renditen bieten", sage Bender.

So stünden einige Emissionen von Unternehmenspapieren an, die sehr interessant seien, etwa die Papiere von Teva. Der Verlust des Investment-Grade-Ratings habe dazu geführt, dass das Unternehmen Anleihen emittiert habe, deren Rendite mehr als 330 Basispunkte über der korrespondierenden US-Staatsanleihe liege. Nach vergleichbaren Situationen halte Bender auch weiterhin Ausschau. Ausreichend Cash halte er dafür vor. (05.06.2018/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
17,93 € 17,99 € -0,06 € -0,33% 21.09./17:56
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008479080 847908 18,54 € 17,61 €