Global Sustainable Equity: Jüngste Entwicklungen und Chancen - Fondsanalyse


04.02.20 09:00
Janus Henderson Investors

London (www.fondscheck.de) - Hamish Chamberlayne, Portfoliomanager des Horizon Global Sustainable Equity Fund von Janus Henderson, diskutiert in diesem Beitrag aktuelle Entwicklungen bei nachhaltigen und verantwortlichen Kapitalanlagen (SRI) und erläutert Positionierung, Performance und Transaktionen des Fonds.

Die globalen Aktienmärkte hätten das Jahr mit einem Schlussspurt beendet und der MSCI World Index habe im vierten Quartal um mehr als 8% gemessen in US-Dollar zugelegt. Damit summiere sich seine Gesamtrendite für 2019 auf über 25%. Auf Anzeichen einer gewissen Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China hätten die Märkte positiv reagiert. Die US-Notenbank habe ihren Leitzins beibehalten und mehrere andere Zentralbanken rund um den Globus hätten einen expansiveren geldpolitischen Kurs signalisiert. Für Pfund-Sterling-Anleger sei die Renditebilanz schwächer ausgefallen, da das Britische Pfund als Reaktion auf den fulminanten Wahlsieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Großbritannien aufgewertet habe. Für viele Anleger verbinde sich damit die Hoffnung auf größere politische Stabilität und ein Ende des Brexit-Dramas.

Mit ihrer wachsenden Zuversicht hätten Anleger einigen konjunkturempfindlicheren Sektoren wie Informationstechnologie, Finanzen und Werkstoffe zu einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung verholfen. Industrie- und Kommunikationsdienstleistungen hätten ebenfalls gute Renditen verbucht, während die eher defensiven Sektoren Versorger, Verbrauchsgüter und Immobilien hinterhergehinkt seien.

Für das Thema Nachhaltigkeit sei 2019 ein wichtiges Jahr gewesen, in dem es etliche wirtschaftlich bedeutsame ökologische Ereignisse in die Schlagzeilen geschafft hätten. Möglicherweise werden wir 2019 im Rückblick als einen Wendepunkt für die Schaffung eines breiteren öffentlichen Bewusstseins für die Dringlichkeit globaler Umweltprobleme sehen, so die Experten von Janus Henderson Investors.

Im letzten Jahr habe es den ersten Konkurs gegeben, der direkt dem Klimawandel zuzuschreiben sei: Der kalifornische Energieversorger PG&E habe Insolvenz anmelden müssen. Verheerende Brände in dicht besiedelten Gebieten in Kalifornien, aber auch in Südostasien und Australien sowie in unberührter Wildnis im Amazonas-Regenwald und am Polarkreis, oft begleitet von Rekordhitze, hätten das ganze Jahr über die Schlagzeilen beherrscht. Es sei auch das Jahr gewesen, in dem ein 16-jähriges Mädchen aus Schweden zum Gesicht einer weltweiten Klimaprotestbewegung geworden sei und die globale Verschmutzung durch Plastik sowie die Umweltkosten der Fleischproduktion ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt seien.

Hoffnung mache dagegen, dass immer mehr Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Wachstumsstrategien stellen würden, saubere Technologien immer billiger würden und die Kosten für den Bau erneuerbarer Energieanlagen unter die Betriebskosten von Kohlekraftwerken fallen würden. Zudem seien so viele Elektrofahrzeuge verkauft worden wie nie zuvor, während die Autohersteller erklärt hätten, dass sie in den kommenden Jahren 225 Milliarden Dollar in die E-Mobilität investieren würden. Zu guter Letzt sei 2019 das Jahr gewesen, in dem pflanzlicher Fleischersatz in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Der Fonds habe im vierten Quartal eine Rendite von 10,1% gemessen in US-Dollar erzielt, während der MSCI World-Index ein Plus von 8,6% verbucht habe. Die Übergewichtung des Informationstechnologiesektors habe sich günstig auf die Performance ausgewirkt. Aber auch die Titelauswahl habe sich ausgezahlt, wobei vier der zehn besten Aktien aus unterschiedlichen Sektoren gestammt hätten. Nur eine der besten drei Aktien sei aus dem Technologiesektor gekommen.

Gewinnbringer des Fonds:

Humana (Gesundheit) biete hauptsächlich Medicare-Advantage-Pläne für ältere Menschen in den USA an. Mit dem Nachlassen der politischen Risiken habe sich die Humana-Aktie spürbar erholt. Zu Quartalsbeginn hätten es Anleger als weniger wahrscheinlich angesehen, dass die von Elizabeth Warren vorgeschlagene "Krankenversicherung für alle" tatsächlich komme. Die Aktie habe zudem von der Unterzeichnung eines Gesetzes durch Donald Trump profitiert, mit dem eine Steuer für Krankenversicherer aus der Obama-Ära abgeschafft worden sei.

Tesla (nachhaltiger Transport) sei ein weltweit führender Hersteller von Elektrofahrzeugen, Lithium-Ionen-Batterien und Solarenergie-Systemen, der den weltweiten Übergang zu nachhaltiger Energie beschleunigen wolle. Der Aktienkurs sei im Dezember um 25% nach oben gesprungen, womit sich die Rendite in den letzten sechs Monaten auf 87% und seit den Tiefstständen vom Juni auf mehr als 100% summiere. Nach dem Ausweis eines Überraschungsgewinns im dritten Quartal sei der Kurs auch durch die Eröffnung einer Gigafabrik in Shanghai und positive Kommentare zum Produktionszeitplan für das Modell Y beflügelt worden. Bereits kurz nach Jahresende habe Tesla für das vierte Quartal unerwartet hohe Auslieferungszahlen gemeldet, was der Aktie weiteren Auftrieb gegeben habe. Die Experten von Janus Henderson Investors hätten im Dezember mit dem Management gesprochen und seien vorsichtig optimistisch, dass Tesla bei der operativen Ausführung auf einem guten Weg sei. Inzwischen sei offensichtlich, dass Tesla über einen mehrjährigen Vorsprung verfüge, nachdem etliche neu auf den Markt gebrachte Elektrofahrzeuge der Konkurrenz bei Verbrauchern wenig Anklang gefunden hätten.

Autodesk (Wissen & Technologie) sei der weltweit führende Anbieter von Designsoftware für Architekten und Ingenieure. Ihnen würden es die Lösungen des Unternehmens ermöglichen, die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Entwürfe zu optimieren, sei es durch die Reduzierung des Energiebedarfs oder die Bereitstellung einer belastbaren und ökologisch nachhaltigen Infrastruktur. Die Aktie sei im vierten Quartal gestiegen, nachdem Autodesk überraschend gute Zahlen vorgelegt und seine Gesamtjahresprognose für den freien Cashflow angehoben habe. Die Umstellung auf ein Abo-Modell mit wiederkehrenden Umsatzerlösen sei nun weitgehend abgeschlossen.

Aus den neuesten Zahlen würden zudem Fortschritte bei der Umwandlung nicht zahlender Nutzer (die immer noch fast drei Viertel der weltweiten Nutzerbasis ausmachen würden) und eine gute Dynamik auf den Endmärkten im Bau- und Verarbeitenden Gewerbe hervorgehen, in dem Autodesk mit seinen Lösungen die digitale Transformation möglich mache. Obwohl das Unternehmen nicht gegen eine globale Wachstumsverlangsamung immun sei, sähen die Experten von Janus Henderson Investors in den kommenden Jahren weiterhin großes Wachstumspotenzial und zahlreiche Möglichkeiten, wie Autodesk selbst seine Margen verbessern könne. Das bestärke die Experten in ihrer Anlagethese für diese Aktie.

Verlustbringer:

Der größte negative Einfluss auf die Performance resultierte aus unserer Untergewichtung von Apple, so die Experten von Janus Henderson Investors. Die nächstgrößeren Verlustbringer seien Gildan, Progressive und Texas Instruments gewesen.

Gildan (Lebensqualität) sei ein nordamerikanischer Textilhersteller, der für seine hohen Sozial- und Umweltstandards bekannt sei. Das Unternehmen betreibe moderne Produktionsanlagen, in denen es kostengünstig hohe Qualität produzieren, die Umweltbelastung seiner Geschäftstätigkeit verringern und branchenführende Arbeitsbedingungen gewährleisten könne. Die Aktie sei zurückgefallen, nachdem Gildan enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt und seine Gesamtjahresprognose wegen einer unerwartet schwachen Kundennachfrage im Siebdrucksegment gesenkt habe. Der Nachfragerückgang habe die Experten von Janus Henderson Investors zwar enttäuscht. Sie seien jedoch unverändert optimistisch, dass Gildan seine Stellung als Niedrigkostenführer in den Kategorien Siebdruck und Fashion Basics verteidigen werde, denn die aktuelle Schwäche sei ihres Erachtens nicht auf ein verändertes Wettbewerbsumfeld zurückzuführen.

Progressive (Sicherheit) sei eine der größten Kfz-Versicherungen in den USA und bezeichne sich selbst als Datenanalyseunternehmen mit Fokus auf der Versicherungswirtschaft. Mithilfe von Datenanalysen versuche es, sicherere Fahrer zu erkennen und als Kunden zu gewinnen. So könne Progressive niedrigere Versicherungstarife anbieten und verfüge über einen Wettbewerbsvorteil, der höhere Wachstumsraten zur Folge habe. Bei Progressive sei es jedoch zu Gewinnmitnahmen gekommen. Auslöser seien die Veröffentlichung etwas enttäuschender Zahlen zu seiner Kernverlustquote, eine Rückstellung im Firmenwagengeschäft und ein unerwartet niedriges Prämienwachstum gewesen.

Texas Instruments (Wissen & Technologie) zähle zu den weltweit führenden Halbleiterdesign- und -fertigungsunternehmen und habe sich auf die Entwicklung von Analogchips und Embedded-Prozessoren spezialisiert. Analoge Halbleiter seien die Bausteine einer zunehmend vernetzten Welt und würden für viele Endkundenanwendungen benötigt. Unter anderem für Technologien im Bereich erneuerbare Energien, für Diagnosegeräte im Gesundheitswesen und für autonomes Fahren. Die Aktie habe nach Bekanntgabe erwartungsgemäßer Ergebnisse und überraschend niedriger Prognosen Kurseinbußen hinnehmen müssen. Texas Instruments leide unter der Schwäche seiner Automobil-, Industrie-, Verbraucher- und Kommunikationsendmärkte, auf denen die Handelsspannungen die Nachfrage kurzfristig belastet hätten. Der Handelskonflikt bremse zwar nach wie vor den Ordereingang, aber das Unternehmen steuere seine Lagerbestände sehr effektiv und habe die Kosten im Griff. Damit sei es für einen Wiederanstieg der Nachfrage gut aufgestellt.

Portfolioaktivitäten

Im Quartal hätten die Experten von Janus Henderson Investors Innergex und Zendesk neu ins Portfolio genommen, während sie die Positionen Costa Group und Waters glatt gestellt hätten.

Innergex (sauberere Energie) entwickle und betreibe Anlagen für regenerative Stromerzeugung in Kanada, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Chile. Das Unternehmen sei spezialisiert auf Wind-, Solar- und Wasserkraftprojekte. Bei seinen Projekten arbeite Innergex mit Behörden, Nichtregierungsorganisationen, Naturschutzverbänden, der Wissenschaft und lokalen Organisationen zusammen, um Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, die die Interaktion zwischen Mensch und Wildtieren sowie die Störung wichtiger Ökosysteme mindern würden.

Zendesk (Wissen & Technologie) sei ein globaler Anbieter von CRM-Software und wolle Unternehmen beim Aufbau besserer Beziehungen zu ihren Kunden unterstützen. Die Software vereinheitliche die Kundenkommunikation und Kundendaten über verschiedene Kanäle, um besten Kundenservice und -kontakt über alle Kanäle zu ermöglichen. Die auf der Cloud und offenen Standards basierende Software von Zendesk sei einfach zu nutzen und zu implementieren. Unternehmen biete die Flexibilität, um sich schnell anzupassen, sich auf Innovationen zu konzentrieren und die Produktivität zu steigern.

Aussichten

Unser Ausblick ist unverändert, und die aktuellen Entwicklungen rund um den Globus geben reichlich Anlass zur Sorge, so die Experten von Janus Henderson Investors. Nachlassendes Wirtschaftswachstum, geopolitische Instabilität, der anhaltende chinesisch-amerikanische Handelskrieg und der Brexit seien eine große Belastung für die Unternehmen und würden die Stimmung der Anleger trüben. Verständlich daher, dass viele zur Vorsicht mahnen würden, wenn es um Aktien gehe. Deren Ausblick würden die Experten von Janus Henderson Investors jedoch nach wie vor optimistisch einschätzen, vor allem für jene mit überragenden Wachstumsmerkmalen. Die Schwäche in der Industrie und im Verarbeitenden Gewerbe halte nun schon seit einigen Quartalen an und einiges deute darauf hin, dass bei den Lagerbeständen und in der Industrie die Talsohle demnächst durchschritten sein könnte. Die Halbleiterbranche sei häufig ein Frühindikator und in den letzten Quartalen habe es Anzeichen einer Stabilisierung der Speicherchippreise gegeben. Viele Unternehmen der Branche würden für 2020 mit einer Erholung rechnen.

Dass viele Zentralbanken zu einer entgegenkommenderen Geldpolitik übergegangen seien, komme Wachstumsaktien sehr zugute. Nicht zuletzt deshalb sähen die Experten von Janus Henderson Investors bei vielen ihrer Anlagen noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Es sei zwar richtig, dass die Aktienbewertungen über dem langfristigen Durchschnitt lägen. Auf absoluter Basis seien sie jedoch im Vergleich zu Anleihen historisch niedrig.

Die Experten von Janus Henderson Investors seien bereit, ihr Engagement bei Unternehmen aufzustocken, die von einer Erholung der Industrieproduktion profitieren würden. Die vielen Unsicherheiten würden die Experten aber fest im Blick behalten. Ein bedeutender Teil des Portfolios sei in Unternehmen mit einem hohen Anteil wiederkehrender Umsätze, mit starken Bilanzen und einer gewissen Resilienz gegen globale makroökonomische Trends investiert. Wir sind überzeugt, dass uns die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit in unsicheren Zeiten hilft, Firmen mit nachhaltigem Wachstum zu finden, die auch in turbulenten Phasen Mehrwert schaffen werden, so die Experten von Janus Henderson Investors.

Bei Unternehmen, die auf der richtigen Seite langfristiger Trends stünden, biete sich eine Fülle von Anlagechancen. Technologischer Wandel und Innovationen hätten nicht an Dynamik eingebüßt und das Thema Nachhaltigkeit gewinne an Bedeutung. Aktive Fondsmanager können auf positive Weise Einfluss nehmen, indem sie bewusst in Unternehmen investieren, die auf mehr Nachhaltigkeit hinarbeiten, und jene meiden, die unserem Planeten langfristig Schaden zufügen, so die Experten von Janus Henderson Investors. (Ausgabe Januar 2020) (04.02.2020/fc/a/f)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU1984711512 A2PK8Z 12,92 € 9,81 €