Global Listed Infrastructure Fonds: Eisenbahnsektor trotzt stockenden Lieferketten mit starkem Ergebnis


12.11.21 08:30
First Sentier Investors

London (www.fondscheck.de) - Wir sind der Ansicht, dass sich der Infrastruktursektor aktuell in einer guten Ausgangsposition befindet, um von einer Reihe positiver Faktoren zu profitieren, so Peter Meany, Head of Global Listed Infrastructure bei First Sentier Investors, im Kommentar zum First Sentier Global Listed Infrastructure.

Bemühungen der Regierung, die wirtschaftlichen Fundamentaldaten durch Konjunkturprogramme für Infrastruktur und grüne Energie zu stärken, dürften sich weltweit für viele börsennotierte Infrastrukturunternehmen als hilfreich erweisen. Insbesondere die fortlaufenden Reparaturen und der Ersatz alter Energieübertragungs- und -verteilernetze sowie der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien dürften über viele Jahre hinweg eine stetige Quelle für das Ertragswachstum von Versorgungsunternehmen darstellen. Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP26) habe das Ausmaß der für eine erfolgreiche Abkehr von fossilen Brennstoffen erforderlichen Anstrengungen verdeutlicht (eine Botschaft, die von der Internationalen Energieagentur in ihrem jährlichen World Energy Outlook wiederholt worden sei). Large Caps, wie die börsennotierten Versorgungsunternehmen NextEra Energy und Iberdrola, würden im Zentrum dieses fundamentalen Wandels stehen.

Die kontinuierlich steigende Nachfrage nach drahtlosem Datenverkehr und Konnektivitätsdiensten sorge für ein stetiges Ertragswachstum bei Funktürmen und Rechenzentren, unabhängig von Schwankungen der Weltwirtschaft. Die im Rahmen der Corona-Pandemie erforderlichen Veränderungen hätten bereits dazu geführt, dass viele Menschen im Alltag stärker auf drahtlose Verbindungen angewiesen seien. Die mittelfristige Einführung der 5G-Technologie erfordere Netze, die eine höhere Datengeschwindigkeit und eine deutlich höhere Anzahl von verbundenen Geräten bewältigen könnten. Daher erwarte das Netzwerk- und Telekommunikationsunternehmen Ericsson, dass der Datenverkehr in den USA zwischen 2021 und 2026 durchschnittlich 28 Prozent pro Jahr zunehmen werde.

In denen vom Coronavirus betroffenen Infrastrukturbereichen, wie Mautstraßen, Flughäfen und Personenschienenverkehr, bestehe nach der Einführung der Impfprogramme nach wie vor Raum für Erholung. Das Verkehrsaufkommen habe sich hingegen als stabiler erwiesen als das Volumen anderer Transportinfrastrukturen. Mautstraßen nähmen eine führende Rolle bei der Rückkehr zum normalen Nachfrageniveau ein (oder hätten dieses bereits erreicht). Im Flughafensektor bleibe unklar und daher abzuwarten, wie schnell sich das Konsumverhalten wieder normalisieren werde. Wir ziehen Flughäfen mit Fokus auf Freizeit und Tourismus gegenüber Flughäfen mit einem Schwerpunkt auf Geschäftsreisen vor, so die Experten von First Sentier Investors.

Generell habe sich die Anlageklasse der Global Listed Infrastructure, unterstützt durch robuste Gewinne im Septemberquartal, im Oktober erholt. Der FTSE Global Core Infrastructure 50/50 Index habe um 3,1 Prozent zugelegt, während der MSCI World Index für diesen Monat mit einem Plus von 5,3 Prozent abgeschlossen habe.

Am besten habe der Eisenbahnsektor mit einem Plus von 14 Prozent abgeschnitten, da die nordamerikanischen Güterschienenverkehrsbetreiber trotz stockender Lieferketten sehr gute Ergebnisse erzielt hätten. Pipelines hätten angesichts hoher Energiepreise und einer sich erholenden Weltwirtschaft um sechs Prozent zugelegt.

Da die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus das Verkehrsaufkommen im asiatisch-pazifischen Raum weiterhin beeinträchtigt habe, hätten Mautstraßenbetreiber drei Prozent eingebüßt. Zudem seien die Zinserhöhungen der Brasilianischen Zentralbank schneller als erwartet gekommen und hätten Wertpapiere mit langer Duration belastet, wozu auch Mautstraßen zählen würden.

Am besten hätten im Bereich Infrastruktur die Regionen USA und Kanada abgeschnitten, mit einem Plus von sieben bzw. sechs Prozent, was auf starke Zuwächse bei Eisenbahn-, Pipeline- und Funkmastwerten zurückzuführen sei. Die am schlechtesten performende Region sei Japan gewesen, mit einem Minus von acht Prozent. Die in hohem Maße von Erdgas- und Kohleimporten abhängigen Versorgungsunternehmen hätten befürchtet, dass sich höhere Investitionskosten negativ auf ihre Gewinne auswirken würden. (Ausgabe vom 11.11.2021) (12.11.2021/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
1,7986 € 1,7908 € 0,0078 € +0,44% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
GB00B2PDR732 A0QYLD 1,79 € 1,53 €