GAMAX Asia Pacific Fonds: Corona-Erholung? Asia-Pacific ist eine gespaltene Region


04.05.20 08:30
GAMAX Funds

Luxemburg (www.fondscheck.de) - Die Corona-Krise traf die asiatische Wirtschaft Anfang des Jahres schmerzhaft: An den chinesischen Börsen wurden durch einen Kursrutsch am ersten Tag nach den verlängerten Neujahrsferien rund 620 Milliarden Euro vernichtet, so die Experten von GAMAX Funds.

Auch andere asiatische Märkte hätten deutlich nachgegeben. In Tokio zum Beispiel sei der japanische Leitindex Nikkei zeitweise um mehr als tausend Punkte abgesackt und habe die psychologisch wichtige Marke von 19.000 Punkten durchbrochen. "Inzwischen scheint zumindest in China das Schlimmste überstanden zu sein, das Infektionswachstum hat sich deutlich abgeschwächt und in vielen Regionen wird die Wirtschaft wieder hochgefahren", sage Stefan Breintner, Deputy Fundmanager des GAMAX Asia Pacific Fonds (ISIN LU0039296719 / WKN 972194). Zeit für eine Bestandsaufnahme und eine Einschätzung der Entwicklung in den nächsten Monaten:

Der GAMAX Asia Pacific Fonds habe Mitte April im oberen Viertel seiner Vergleichsgruppe gelegen. "Der Fonds hat sich in Krisen immer verhältnismäßig gut geschlagen und auch dieses Jahr konnten wir die Verluste für Anleger begrenzen", so Breintner. "Wir sind bereits im Januar und Februar deutlich vorsichtiger bei der Asset-Allokation geworden und haben einige Positionen bei steigenden Kursen und gleichzeitig schlechter werdenden Fundamentaldaten verkauft."

Das Management habe das Portfolio umgeschichtet von zyklischen Sektoren wie Luxus, Einzelhandel oder Freizeit und Touristik hin zu defensiven Bereichen wie Lebensmittel, Technologie und Gesundheit. Auch die Cash-Quote sei zeitweise bis zur maximalen Grenze von 10 Prozent erhöht worden. Zwar hätten sich die Börsen inzwischen wieder stabilisiert, die Unsicherheit halte jedoch an, besonders da die Auswirkungen von Covid-19 auf die verschiedenen Märkte sehr unterschiedlich seien.

China beispielsweise sei seit einigen Wochen dabei, die Wirtschaft wieder hochzufahren. Zwar sei die Wirtschaftskraft im ersten Quartal 2020 um 6,8 Prozent eingebrochen. Jüngste ("harte") Daten, zum Beispiel zur Entwicklung des Stromverbrauchs oder der Autobewegungen, würden jedoch zeigen, dass sich die chinesische Wirtschaft aktuell erhole. Der GAMAX Asia Pacific bleibe deshalb in China übergewichtet. "China dürfte zu den Ländern gehören, die die Krise am besten gemanagt haben. Die Produktion nimmt nun wieder Fahrt auf, ein kritischer Punkt ist jedoch die Entwicklung der Pandemie in den wichtigen europäischen Absatzmärkten", so Breintner.

Auch im Glücksspiel- und Shopping-Mekka Macau würden sich Chancen bieten, da sich der chinesische Tourismus aufgrund der anhaltenden internationalen Reisebeschränkungen in den nächsten Wochen und Monaten vornehmlich im Inland abspielen werde. Neben den chinesischen Regionen bewerte das GAMAX-Management unter anderem auch stellenweise Südkorea oder Taiwan positiv. Die Länder seien ebenfalls früh von Covid-19 getroffen worden und hätten dank staatlicher und institutioneller Leistungsfähigkeit und stabiler Gesundheitssysteme inzwischen beginnen können, viele Einschränkungen aufzuheben.

Die Sektorallokation des GAMAX Asia Pacific bleibe weiterhin defensiv ausgerichtet. Im Portfolio würden sich Titel aus den Bereichen Lebensmittel und Getränke, E-Commerce, Gesundheit, Telekommunikation, sowie Versorgungsunternehmen finden. Diese Sektoren seien nicht nur weniger von Covid-19 betroffen, der Ausverkauf an den Börsen habe hier zudem interessante Einstiegsgelegenheiten geschaffen.

Darüber hinaus setze das Fondsmanagement auch in Zukunft verstärkt auf asiatische Technologiekonzerne wie TSMC, Tencent oder Alibaba, die mit soliden Bilanzen und steigenden Marktanteilen überzeugen würden. Untergewichtet würden dagegen der Automobilsektor, Banken und Öl- und Gasunternehmen bleiben. "Selbst im Falle einer allgemeinen Erholung ist in diesen Sektoren das Risiko für eine Underperformance hoch", so Breintner.

Ebenfalls kritisch sei die Einschätzung des Managements zu Indien und Australien. Indien sei aufgrund der Bevölkerungsdichte und eines schlechten Gesundheitssystems anfällig für eine starke Ausbreitung des Virus. Laut indischen Virologen befinde sich das Land noch in der Anfangsphase der Pandemie. Zudem hätten Indien und seine Unternehmen oftmals mit einer hohen Verschuldung in US-Dollar bei einer gleichzeitig schwachen Rupie zu kämpfen. Im März sei die indische Währung gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand aller Zeiten gestürzt: Für einen Dollar hätten rund 76 Rupien gezahlt werden müssen.

Ähnliche schwierig sei die Lage für andere Schwellenländer der Region wie etwa Kambodscha oder Indonesien. Zum einen breche diesen Ländern der Tourismus weg und zum anderen sei noch nicht absehbar, ob internationale Konzerne im Nachgang der Krise ihre verzweigten Lieferketten überdenken und einen Teil ihrer Produktion wieder regionalisieren würden. Für die Wirtschaft der asiatischen Billiglohnländer hätte dies verheerende Folgen, da die Arbeitslosigkeit stark steigen würde.

Auch Australien sei zurzeit ein unsicherer Investment-Kandidat: Australiens Wirtschaft schrumpfe und falls sich der Rückgang im zweiten Quartal fortsetze, werde das Land in seine erste Rezession seit 29 Jahren rutschen. Besonders der Bankensektor habe zu kämpfen, denn die australischen Konsumenten hätten eine hohe Verschuldungsquote von rund 190 Prozent im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen, weshalb die Banken aktuell ihre Rückstellungen für faule Kredite erhöhen müssten.

"Grundsätzlich kann man festhalten, dass sich die Länder im Asien-Pazifik-Raum in den kommenden Monaten sehr gegensätzlich entwickeln könnten", sage Breintner. "Einige scheinen das Schlimmste bereits überstanden zu haben und sind dabei, zur Normalität zurückzukehren. In vielen Regionen sind das Ausmaß der Pandemie und die langfristigen Folgen jedoch überhaupt noch nicht abzuschätzen." Wie häufig in Krisenzeiten könnten aktiv gemanagte Fonds nun ihre Stärken ausspielen und durch eine intensive Analyse der Fundamentaldaten und Länderindikatoren Risiken frühzeitig identifizieren und aussichtsreiche Chancen bestmöglich nutzen. (04.05.2020/fc/a/f)






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